FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022

21 November - 18 Dezember

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Alcácers triumphale Rückkehr

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  • Der Stürmer ist zurück in der spanischen Nationalmannschaft
  • Beim BVB und für Spanien in Hochform
  • Luis Enrique verpflichtete ihn 2016 als Trainer des FC Barcelona

Eine Minute und 35 Sekunden. Länger brauchte Paco Alcácer nicht, um gleich mit der ersten Ballberührung nach seiner Einwechslung in der Partie Spanien gegen England das 1:3 zu erzielen. Wir schrieben die 57. Minute, als Marco Asensio einen Eckball ausführte. Der Stürmer stieg am ersten Pfosten in die Höhe und nickte gekonnt ein. Jordan Pickford hatte keine Chance.

Das Tor verlieh La Roja Flügel, nachdem sich das Team in der ersten Halbzeit drei Gegentreffer eingefangen hatte und am Boden gewesen war. Die spanische Reaktion kam jedoch zu spät, und die konterstarken Engländer gewannen die Partie der UEFA Nations League mit 2:3.

Doch wenn es an diesem Doppelspieltag ein Glanzlicht für die spanische Nationalmannschaft gab, dann war es sicher die Rückkehr Alcácers. Denn der Stürmer präsentierte sich in absoluter Hochform.

Bilanz des Angreifers

11. Oktober: Wales – Spanien 1:4 – ⚽️⚽️ Alcácer (8. und 29.)
12. Oktober: Spanien – England 2:3 – ⚽️ Alcácer (57.)

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Vicente del Bosque hatte dem Stürmer nach der WM 2014 in Brasilien anlässlich eines Freundschaftsspiels gegen Frankreich zu seinem Debüt in der A-Nationalmannschaft verholfen und ihn auch in der Qualifikation für die UEFA EURO 2016 eingesetzt. Allerdings war er in der Schlussphase nicht mehr dabei. Sein letztes Spiel bestritt er im März 2016 und wurde in den nächsten zweieinhalb Jahren nicht mehr für die Nationalmannschaft nominiert.

Dazwischen lag eine schwierige Phase beim FC Barcelona, wo er zu selten zum Einsatz kam, worunter sein Selbstbewusstsein und seine Treffsicherheit litten. Schließlich entschloss er sich im August dieses Jahres, seine Koffer zu packen und sein Glück in der Bundesliga zu versuchen. Die Entscheidung sollte sich als goldrichtig erweisen. Im Trikot von Borussia Dortmund hat der aus Valencia stammende Spieler seit Saisonbeginn schon sieben Treffer in vier Partien erzielt, alle 24 Minuten ein Tor. Darüber hinaus erzielte er drei dieser Treffer in den 31 Minuten, die er im Duell zwischen Dortmund und dem FC Augsburg auf dem Platz stand.

Bei seiner Vorstellung als neuer spanischer Nationaltrainer sprach Luis Enrique im Juli von einer Liste mit 73 potenziellen Namen für seine Auswahl. Zwar nominierte er Alcácer nicht gleich für das erste Spiel, stellte jedoch klar, dass er ihn auf dem Zettel hatte. "Seit Paco Alcácer für Dortmund spielt, stehen 74 Namen auf meiner Liste."

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Gleich bei der zweiten Gelegenheit wurde der 25-Jährige nominiert, und nach seiner herausragenden Leistung liegt die Vermutung nahe, dass er in Zukunft regelmäßig zum Aufgebot gehören wird. "Plötzlich geht jeder Ball rein. Das liegt am Selbstvertrauen", so die Eigenanalyse des Spielers kürzlich in einem Interview mit ABC.

Luis Enrique hat nie damit hinter dem Berg gehalten, dass er Alcácers Qualitäten schätzt. Tatsächlich hatte er ihn bereits als Trainer des FC Barcelona unter Vertrag genommen, auch wenn er ihn dort später nicht regelmäßig einsetzte. Alcácer ist ein Spieler, der in engen und weiten Räumen überzeugt, über einen hervorragenden Torriecher verfügt, zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist und auch dann entscheidend sein kann, wenn er nicht häufig ins Spielgeschehen eingreift.

Könnte Alcácer also die Lösung für ein Team sein, in dem seit David Villas Abgang über die Stürmerfrage diskutiert wird? Der Spieler will derweil das Beste aus seiner Chance machen und genießt das Ganze in vollen Zügen. "Du weißt nie, ob [diese Nominierung] die letzte oder die erste von vielen ist. Für Spanien zu spielen ist einfach das Größte."

Schon gewusst?

  • Paco Alcácer kann in der spanischen Nationalmannschaft 9 Tore in 15 Partien verbuchen.
  • Mit seinem Treffer gegen England baute er seine Erfolgsbilanz in dieser Saison auf 10 Torerfolge bei 10 Schüssen aufs Tor aus.
  • Auf Juniorenebene wurde er mit Spanien 2011 und 2012 U-19-Europameister.

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