FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™

21 November - 18 Dezember

FIFA Fussball-WM 2022™

Al-Mutawa: Kuwait will an frühere Glanzzeiten anknüpfen

Bader Al Mutawa captain of Kuwait national team
© Others
  • Bader Al-Mutawa ist einer der besten Torjäger Kuwaits
  • Er spielte in allen fünf bisherigen WM-Qualifikationsspielen für Katar 2022
  • Der Kapitän spricht über den Wunsch seines Teams, wieder eine vorherrschende Stellung in der Region einzunehmen

In Kuwait ist man stolz darauf, dass das Nationalteam zu den Pionieren gehörte, die dem arabischen Fussball in Asien einen Platz auf der Landkarte sicherten. So gewann das Team 1980 den AFC Asien-Pokal und sicherte sich dann auch einen Platz bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Spanien 1982™ mit einer goldenen Spielergeneration, die ein enormes Erbe für die nachfolgenden Generationen hinterließ.

Vier Jahrzehnte nach dieser historischen WM-Teilnahme sind die Kuwaiter mehr denn je entschlossen, an die glorreichen Zeiten anzuknüpfen. "Dieses legendäre Team war der Stolz Kuwaits und Vorbild für die nachfolgenden Generationen, die seitdem versuchen, in deren Fußstapfen zu treten", so Kuwaits Kapitän Bader Al-Mutawa in einem Exklusiv-Interview mit FIFA.com aus seinem Haus in der Hauptstadt, wo er seine COVID-19-Quarantäne verbringt. "Ich schaue mir diese Spiele immer wieder auf Video und im kuwaitischen Sportfernsehen an und jedes Mal werde ich ganz aufgeregt und begierig, die Geschichte neu zu schreiben."

Der Stürmer äußerte sich unter anderem zu seinem Weg in der Nationalmannschaft und zur aktuellen Situation in der Asien-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™.

Zurück zum Wettkampfmodus

Für Al-Mutawa ist es bereits die fünfte Teilnahme an einer WM-Qualifikation. Er ist mit dem bisherigen Verlauf durchaus zufrieden: In Gruppe B liegen die Al-Azraq (die Blauen) derzeit punktgleich mit Jordanien aufgrund der besseren Tordifferenz auf Platz zwei, mit nur zwei Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Australien. Kuwait hat noch drei Qualifikationsspiele zu absolvieren und somit gute Chancen, erneut den Einzug in die letzte Qualifikationsrunde zu schaffen.

"Die meisten haben kein so starkes Comeback von uns erwartet", so Al-Mutawa. "Kuwait war bei der Qualifikation für 2018 nicht dabei. Wir haben nicht an Wettbewerben teilgenommen und kehrten erst 2019 zu regionalen Turnieren wie dem Arabian Gulf Cup und der Westasienmeisterschaft zurück. Trotzdem ist es uns gelungen, ein konkurrenzfähiges Team aufzustellen.

"Wir haben noch drei Spiele vor uns, zwei davon gegen unsere wichtigsten Rivalen Australien und Jordanien und eins gegen Chinese Taipei. Wir haben also noch gute Chancen, wenn wir die angestrebten Resultate holen. Angesichts der Verschiebung aller Spiele haben wir zumindest genügend Zeit für eine sehr intensive Vorbereitung. Wir müssen unsere Fitness wahren und optimieren und ich bin sicher, dass der kuwaitische Fussballverband eine gute Planung entwickelt, so dass wir bereit sein werden, wenn es in der Qualifikation weitergeht."

In der Qualifikation für die FIFA Fussball-WM Deutschland 2006™ hatte es Kuwait letztmals in die abschließende Runde geschafft. "In der ersten Runde haben wir gut gespielt", sagte Al-Mutawa, "aber in der letzten Runde war die Konkurrenz gewaltig. Wir haben einige Fehler gemacht und damit unsere Chance auf die Qualifikation verspielt. Dieses Mal haben wir uns höhere Ziele gesetzt. Vor Beginn der Qualifikation wollten wir einfach nur dabei sein und eine Rolle spielen. Doch nach fünf Spieltagen denke ich, dass wir ganz kurz vor dem Erfolg stehen. Wir müssen diese Situation nutzen und dürfen keine Chancen auslassen."

Al-Mutawas Bilanz mit der kuwaitischen Nationalmannschaft

  • Erste Nominierung im Jahr 2003
  • Teilnahme an drei Auflagen des AFC Asien-Pokals
  • Teilnahme an neun Auflagen des Arabian Gulf Cup
  • Titelgewinn und Torschützenkönig beim Arabian Gulf Cup 2010 in Jemen
Bader Almotawaa of Kuwait and Michael Zullo of Australia challenge for the ball
© Getty Images

Führungsfigur mit großer Erfahrung

Al-Mutawa ist mittlerweile 35 Jahre alt, doch er ist noch topfit und hat seinen Platz im Nationalteam unbedingt verdient. Der Kader wird derzeit mit jungen Spielern verstärkt, doch die Führungsstärke und Erfahrung des altgedienten Angreifers sind unverzichtbar. Er stand in vier der fünf Spiele in Gruppe B in der Startformation und wurde beim 0:0 in der Partie gegen Jordanien in Amman eingewechselt – eine eindrucksvolle Einsatzbilanz, die seine Bedeutung unterstreicht.

"Ich danke Gott, denn es gibt für mich nichts Wichtigeres als das kuwaitische Nationaltrikot zu tragen. Ich will meinem Team stets helfen und trainiere daher intensiv, um körperlich fit zu bleiben. Ich will allen Spielern danken, die mich auf dem Feld so hervorragend unterstützen. Wir alle teilen das gleiche Ziel."

Drei Tore hat Al-Mutawa bereits auf dem Konto, darunter den Siegtreffer beim 1:0-Auswärtssieg in Nepal. Kuwait hat neben Iran von allen Teams in der Gruppenphase die meisten Tore erzielt, nämlich 17. "In solchen Spielen ist der Torerfolg natürlich sehr wichtig", so der Angreifer. "Doch jetzt geht es in erster Linie darum, Punkte zu holen und unser Schicksal selbst zu bestimmen. Es sind noch neun Punkte zu vergeben und wir wollen davon so viele wie möglich holen. Das ist unser wichtigstes Ziel, wenn die Qualifikation fortgesetzt wird."

In dieser wichtigen Phase des Wettbewerbs brauchen die Spieler den Rat erfahrener Veteranen besonders dringend. Und da Al-Mutawa der mit Abstand erfahrenste Akteur im Team ist, muss er seine Teamkameraden nun besonders intensiv führen. "Wir alle wissen, dass wir bereits die Schlussetappe unseres Weges erreicht haben. Für jedes Spiel gelten eigene Gesetze. Alle Partien sind so etwas wie Entscheidungsspiele. Ich gehe davon aus, dass der Druck noch ansteigt, insbesondere weil die Fans so sehr auf eine Rückkehr des Teams in die letzte Qualifikationsrunde hoffen und den Traum von Katar 2022 am Leben halten wollen. Ich versuche, alle Teammitglieder an meiner Erfahrung teilhaben zu lassen, damit wir den psychischen Druck überwinden und unser Niveau auf dem Platz weiter steigern können. Dabei verlassen wir uns auch auf unseren starken Kampfgeist, der schon immer ein Merkmal kuwaitischer Spieler war."

Klub-Bilanz

  • In Kuwait spielte Al-Mutawa einzig für den Klub SC Qadsia SC, dem er sich 1994 anschloss. 2001 gelang ihm der Sprung in die erste Mannschaft
  • Er gewann sieben Mal den Titel in der kuwaitischen Premier League, acht Mal den Kronprinzenpokal und sechs Mal den Super Cup
  • 2014 gewann er den AFC Cup und 2005 den *Gulf Club Champions Cup
  • Auf Leihbasis spielte er für Al-Nassr in Saudiarabien und für den SC Katar in Katar

Die Geschichte spricht für Kuwait

Kuwait hat einen historischen Vorteil gegenüber einem der direkten Konkurrenten in der Qualifikation für Katar 2022: Das westasiatische Team konnte in der Qualifikation für Argentinien 1978 zwei Siege gegen Australien einfahren (1:0 und 2:1). Auch in der Qualifikation für den AFC Cup feierten die Kuwaiter bereits Siege gegen die Socceroos. So gewannen sie vor der Turnierauflage 2007 ihr Heimspiel mit 2:0. Und in der Qualifikation für die Endrunde 2011 reichte ihnen ein 2:2-Remis im Rückspiel vor eigenem Publikum, nachdem sie im Hinspiel auswärts einen wichtigen 1:0-Sieg geholt hatten.

Al-Mutawa erinnert sich an diese Partie in Canberra als "eine unserer besten taktischen Leistungen dieser Zeit" und fügt hinzu: "Oman war damals auch in unserer Gruppe und nahezu gleichauf. Die vier Punkte aus den beiden Spielen gegen Australien haben uns letztlich zur erfolgreichen Qualifikation verholfen. Nach unserer Auftaktniederlage zu Hause gegen Oman mussten wir die Australier unbedingt besiegen, sonst wäre unser Traum von der Qualifikation schon so gut wie ausgeträumt gewesen. Wir waren während der Partie absolut hochkonzentriert und haben gegen Ende der ersten Halbzeit ein Tor erzielt. Ich brachte den Ball in den Strafraum zu Musaed Neda, der die Kugel ins Netz beförderte. Trotz des enormen Drucks in der zweiten Halbzeit blieb unsere Abwehr standfest und undurchdringlich und wir konnten sogar mit einigen Kontern für Gefahr sorgen. Ich selbst hatte drei Torchancen, konnte aber keine davon nutzen."

"Dieses Spiel sollte uns inspirieren, auch dieses Mal in Australien bestmöglich zu kämpfen und ein gutes Resultat nach Hause zu bringen. Das würde uns für das Heimspiel gegen Jordanien in Kuwait einen großen Schub geben. Wir hoffen, dieses Spiel zu gewinnen, damit wir mit besten Chancen zum letzen Spiel nach Taipei reisen können", so Al-Mutawa.

Von den direkten Duellen gegen Jordanien hat Kuwait acht gewonnen und fünf verloren. Falls für Al-Mutawa und seine Teamkameraden alles nach Plan läuft, sehen die Fans Kuwait nach langer Abwesenheit bald mit dem überaus lebendigen Traum von der WM-Teilnahme in Katar 2022 in der abschließenden asiatischen Qualifikationsrunde.

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