FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™

14 Juni - 15 Juli

FIFA Fussball-WM 2018™

Afrikas Favoriten schlagen zurück

© AFP

Nach den vielen Überraschungen in den Hinspielen der zweiten Runde der CAF Afrika-Qualifikation zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ wurden die meisten Außenseiter wieder auf die Plätze verwiesen. In den Rückspielen zeigte sich die Überlegenheit der Favoriten, von denen sich die meisten das Weiterkommen sicherten.

Die Höhepunkte
Nigeria glanzlos weiter
Nach dem peinlichen torlosen Unentschieden in Swasiland konnten die Super Eagles auch zu Hause nicht überzeugen und versetzten ihre Fans im zweiten Duell gegen die Südafrikaner nicht gerade in Begeisterung. Der Trainer Nigerias, Sunday Oliseh, lobte den Gegner vor dem Spiel zwar ausdrücklich, hätte aber wohl dennoch nicht gedacht, dass sein Team bis zur insgesamt 141. Minute auf das erste Tor warten muss. Kurz nach der Halbzeitpause war es schließlich soweit, als dem 20-jährigen Flügelspieler Moses Simon der Führungstreffer gelang. Drei Minuten vor dem Schlusspfiff sorgte Efe Ambrose für die endgültige Entscheidung und das Weiterkommen Nigerias.

Komoren behaupten sich
Wie Nigeria kam auch Ghana im Hinspiel gegen die Komoren nicht über ein torloses Unentschieden hinaus und hatte beim 2:0 in der zweiten Partie mehr Mühe als erwartet. Wakaso Mubarak hatte die Westafrikaner zwar früh in Führung gebracht, doch in der Folge konnten sie kein Kapital aus den sich bietenden Chancen schlagen. Erst fünf Minuten vor dem Ende sicherte Jordan Ayew den Black Stars den Platz in der Gruppenphase.

Südafrika zu stark für "Palancas Negras"
*Angola war der Überraschungsgast der WM-Endrunde in Deutschland 2006, doch der Traum des Landes von einer Wiederholung dieses Erfolgs endete bereits nach zwei Spielen. Nach der 0:1-Niederlage in Südafrika schieden sie mit dem Gesamtergebnis von 1:4 aus. Die *Bafana Bafana
hingegen scheint sich zunehmend von ihrer sportlichen Krise zu erholen und konnte sich nach dem 3:1-Hinspielerfolg in Benguela sogar erlauben, die Mannschaft auf mehreren Positionen umzubauen. Die zweite Niederlage Angolas wurde ausgerechnet durch ein Eigentor von Manucho Diaz Mitte der zweiten Halbzeit besiegelt.

Aus für die "Harambee Stars"
Trotz des 1:0-Überraschungserfolgs Kenias in Nairobi gegen Kap Verde gab der Trainer Bobby Williamson zu Protokoll, dass sein Team im Kampf um den Einzug in die nächste Runde der Außenseiter bleibe. Zum Leidwesen der Harambee Stars sollten sich seine Worte bestätigen. Stürmerstar Heldon bescherte den Blue Sharks mit je einem Treffer pro Halbzeit einen 2:0-Erfolg und damit den 2:1-Gesamtsieg.

Torfestival in Algerien
Nach dem schockierenden 2:2 im Hinspiel gegen Tansania zeigte Algerien die erwartete Reaktion und bestätigte die Erfolge der jüngsten Zeit mit einem 7:0-Kantersieg vor eigenem Publikum. Islam Slimani, der bereits im Hinspiel beide Treffer erzielt und seiner Mannschaft das Unentschieden gerettet hatte, war erneut doppelt erfolgreich und erhöhte seine Ausbeute auf vier Tore in zwei Partien. Faouzi Ghoulam steuerte einen weiteren Doppelpack bei. Algerien bleibt damit auf Kurs in Richtung dritter WM-Teilnahme in Folge.

"Pharaonen" wieder in der Spur
Algeriens Unentschieden in Tansania mag eine Überraschung gewesen sein, die 0:1-Niederlage Ägyptens in Tschad dagegen war geradezu eine Sensation. Der siebenfache Afrikameister konnte aber mit einem überzeugenden 4:0-Erfolg in Alexandria für Wiedergutmachung sorgen. Mohamed El Neney, Abdallah Saied und Ahmed Hassan mit zwei Treffern sorgten schon in der ersten Halbzeit frühzeitig für klare Verhältnisse.

Die Überraschung
Ein Ausscheiden Äquatorialguineas gegen Marokko wäre noch vor nicht allzu langer Zeit gar nicht als Überraschung gewertet worden. Doch während in den letzten Jahren die Nzalang Nacional in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste stetig nach oben kletterte, ging es für die Atlas-Löwen ebenso konstant abwärts. Nach dem 0:2 im Hinspiel in Marokko war den Äquatorialguineern dennoch bewusst, dass ihnen eine schwere Aufgabe bevorsteht. Der in Schottland spielende Rui machte den heimischen Fans mit dem Führungstreffer in der 14. Minute zwar Hoffnung, doch ein weiterer Treffer wollte nicht fallen. Damit ist Äquatorialguinea in der Gruppenphase zum Zuschauen verdammt.

Der Spieler im Fokus
Uganda hat sich in der Weltrangliste in jüngster Zeit zwar mit kleinen Schritten, aber dafür kontinuierlich verbessert. Vor vier Jahren lagen die Kraniche noch auf Rang 91, inzwischen belegen sie den 68. Platz. Die Fortschritte begannen unter dem schottischen Coach Bobby Williamson und halten auch unter seinem Nachfolger an, dem Serben Milutin Sredojevic. Beiden Trainern ist es gelungen, durch die richtige Mischung aus jungen Talenten und erfahrenen Routiniers ein starkes Team zu bilden.  Zur Gruppe der aufstrebenden jungen Spieler gehört Farouk Miya, und der Stürmer nutzte seine Chance mit Bravour. Schon im Hinspiel erzielte der Teenager das einzige Tor des Tages und bescherte seinem Team einen knappen Auswärtserfolg in Togo. Nun legte er vor heimischem Publikum nach und steuerte zwei weitere Treffer zum 3:0-Erfolg bei.

Die Zahl des Tages
20 –
Zu Beginn der Qualifikation für Russland 2018 waren 53 afrikanische Länder ins Rennen gegangen. 13 schieden nach der ersten Runde aus, 20 weitere mussten nach der zweiten Runde ihre Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme begraben. Damit bleiben nur noch 20 Teams, die von einem Platz in der Endrunde träumen können.

Das Zitat
"Wir erwarten ein schweres Los nach diesen Ergebnissen. Alle verbleibenden Teams sind sehr stark, deshalb haben sie die Gruppenphase erreicht." Kalusha Bwalya, Präsident des sambischen Fussballverbands und ehemaliger Nationalspieler, nach dem 2:0-Erfolg Sambias gegen Sudan, der den 3:0-Gesamtsieg sicherstellte.

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