FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

12 Juni - 13 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™

Afrika und CONCACAF schreiben Geschichte

Giancarlo Gonzalez of Costa Rica celebrates
© Getty Images

Es heißt, im Fussball sei die "Kluft geringer geworden", um zum Ausdruck zu bringen, dass es keine einfachen Spiele und auch keine kleinen Nationen mehr gibt. Bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ hat sich dies angesichts von überraschenden Ergebnissen einmal mehr bewahrheitet. Diesmal kommen die Nutznießer historischer Ergebnisse aus der CONCACAF-Zone sowie aus Afrika. 

Beide Regionen haben sich bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ so gut wie nie zuvor präsentiert und drei bzw. zwei Mannschaften in die K.o.-Phase gebracht. Wenn man einen genauen Blick auf die Ereignisse wirft, erkennt man, dass diese Erfolge keinesfalls unerwartet kamen, sondern vielmehr die Fortsetzung eines Trends sind, der bereits einige Weltmeisterschaften zuvor begonnen hatte.

Revanche und Bestätigungen
Nach dem Spiel gegen Algerien, mit dem das Ausscheiden der russischen Mannschaft besiegelt war, erklärte Nationaltrainer Fabio Capello: "In meiner ganzen Karriere habe ich noch keine WM auf einem solchen Niveau erlebt. Die Qualität der Spiele ist einfach unglaublich, die Partien sind enorm intensiv." Und wenn dies der alte italienische Haudegen sagt, muss schon etwas dran sein...

Die Teams vom afrikanischen Kontinent haben in der Geschichte der Weltmeisterschaften schon für zahlreiche große Momente gesorgt. 1994 in Italien zog Kamerun ins Viertelfinale ein, 2002 in Korea/Japan triumphierte Senegal über Titelverteidiger Frankreich und 2010 war das Halbfinale für Ghana zum Greifen nahe... doch stets waren diese Erfolge nur einer Mannschaft gelungen. Bei dieser WM konnten erstmals zwei Nationen das Achtelfinale erreichen und haben einen ganzen Kontinent in Ekstase versetzt.

Algerien wusste vor allem mit seiner Schnelligkeit und seinem körperbetonten Spiel zu begeistern. Die Qualifikation des Teams für die K.o.-Phase wurde überall auf der Welt gefeiert, da diese außerdem eine späte Revanche darstellte. Bei der Endrunde 1982 in Spanien konnten die Wüstenfüchse mit einem Sieg über die Bundesrepublik Deutschland überraschen, schieden aber bereits nach der Gruppenphase aus. Und wie das Leben so spielt, treffen die Nordafrikaner nun im Achtelfinale wieder auf Deutschland. Trainer Vahid Halilhodzic ist stolz auf seine Mannschaft: "Ich möchte diesen Erfolg allen Fans widmen, die seit so langer Zeit darauf gewartet haben."

Der zweite afrikanische Vertreter in der Runde der letzten 16 ist Nigeria, das bereits zwei Mal so weit gekommen war, zuletzt aber 16 Jahre darauf warten musste. Stephen Keshi, der beim erstmaligen Achtelfinaleinzug der Nigerianer 1994 in den USA als Spieler mit dabei war, ist heute Trainer dieser Mannschaft. "Ich bin überglücklich. Wir wollten Afrika stolz auf uns machen, und ich denke, das ist uns auch gelungen."

Das Duo, aus dem ein Trio wurde
Die Nord-, Mittelamerika- und Karibik-Zone hat ebenfalls Grund zum Jubeln. Drei der vier Mannschaften aus dieser Region konnten das Achtelfinale erreichen. Und bei keinem dieser Teams spielte dabei das Glück eine Rolle. Costa Rica hat mit Italien und England gleich zwei Ex-Weltmeister hinter sich gelassen, Mexiko blieb in der Brasilien-Gruppe ungeschlagen und die USA haben nur gegen Deutschland verloren.

In Wahrheit waren diese Erfolge keine große Überraschung. El Tri hat zuletzt sechs Mal in Folge die Gruppenphase überstanden, was sonst nur Brasilien und Deutschland von sich behaupten können. Die USA haben bei drei der letzten vier Weltmeisterschaften die K.o.-Phase erreicht und sind 2002 in Korea/Japan sogar ins Viertelfinale eingezogen.

Der Erfolg von Costa Rica ist hingegen besonders bemerkenswert. Die Ticos waren bei der WM 1990 in Italien nach Mexiko die erste Mannschaft aus dieser Region gewesen, die die K.o.-Phase einer WM erreichen konnte. Diesmal waren sie noch erfolgreicher und holten sogar den Gruppensieg. Und das in der sogenannten Hammergruppe! Die Gegner waren keine Geringeren als Uruguay, England und Italien.

Aus diesem Grund waren die Worte, die der Trainer der Ticos, Jorge Luis Pinto, nach der Gruppenphase äußerte, keinesfalls realitätsfern. "Ich bin sehr zufrieden. Nun sind wir bereit für jeden Gegner, der noch kommt. Wir sind zu 100 Prozent von unseren Qualitäten überzeugt." Wer würde nach diesen Erfolgen noch daran zweifeln?

Doch des einen Freud ist des anderen Leid: Genau wie 2010 sind wieder viele europäische Teams auf der Strecke geblieben. Wie damals konnten auch diesmal nur sechs der 13 europäischen WM-Starter die K.o.-Phase erreichen. Bei der Endrunde 2006 in Deutschland waren es noch zehn Teams gewesen. Asien, das bei der WM 2010 in Südafrika noch zwei Mannschaften ins Achtelfinale gebracht hatte, ging in Brasilien hingegen leer aus. Zudem belegten alle Vertreter dieses Kontinents in ihrer jeweiligen Gruppe den letzten Platz.

Nun haben diese Konföderationen Zeit, sich von dem Rückschlag zu erholen und stärker zurückzukommen. Auch wenn bei der Endrunde in Brasilien noch lange nichts entschieden ist, werden Nigeria, Algerien, Mexiko, die USA und Costa Rica in die Geschichte dieser Weltmeisterschaft eingehen.

Mehr zu diesem Thema erfahren

Empfohlene Artikel

WM 2014: Ghana vs. USA in Bildern

FIFA Weltmeisterschaft™

WM 2014: Ghana vs. USA in Bildern

16 Jun 2014

WM 2014: Nigeria vs. Bosnien und Herzegowina in Bildern

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™

WM 2014: Nigeria vs. Bosnien und Herzegowina in Bi...

21 Jun 2014