FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™

14 Juni - 15 Juli

FIFA Fussball-WM 2018™

Afrika: Die Favoriten greifen ins Geschehen ein

Madjid Bougherra  (#2 at left)  of Algeria and teammates celebrate
© AFP

Für 13 afrikanische Länder ist der Traum von der Teilnahme an der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ bereits geplatzt. 27 weitere greifen indes erst in dieser Woche erstmals in das Rennen ein, an dessen Ende für insgesamt fünf Teilnehmer das Ticket zur Endrunde winkt. Die insgesamt 40 verbleibenden Teams in der afrikanischen Qualifikation treffen in 20 ausgelosten Paarungen in Hin- und Rückspiel aufeinander. Die Gesamtsieger der Duelle ziehen in die nachfolgende Gruppenphase ein.

Eine der interessantesten Paarungen dürfte das Duell des viermaligen WM-Teilnehmers Marokko gegen Äquatorial-Guinea werden, wobei die Nordafrikaner im Hinspiel Heimrecht haben. Marokkos Trainer Badou Zaki, seines Zeichens Kapitän bei der WM 1986, hat unter anderem Verteidiger Mehdi Benatia von Bayern München nominiert, der allerdings gerade erst eine Verletzungspause hinter sich hat. Der Gegner hofft, die gute Form vom Auftritt beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2015 auch in der WM-Qualifikation halten zu können. Bei der Afrika-Meisterschaft hatte Äquatorial-Guinea den vierten Platz belegt.

Große Namen an der SeitenlinieFür Marokkos Nachbarland Algerien geht es um die dritte WM-Teilnahme in Folge, während Ghana und die Elfenbeinküste zum vierten Mal in Serie beim wichtigsten Fussballturnier der Welt dabei sein wollen. Allgemein wird erwartet, dass sich das am besten platzierte afrikanische Land gegen Tansania durchsetzt. Die Taifa Stars haben sich in Südafrika auf die Partie vorbereitet und Trainer Charles Mkwasa ist überzeugt, dass Mbwana Samatta und Thomas Ulimwengu, die mit TP Mazembe gerade erst die CAF Champions League gewonnen haben, auch in diesem Duell ihre Topform bestätigen werden. "Die Stimmung im Team ist super. Alle sind heiß darauf, für ihr Land anzutreten. Diese Einstellung ist sehr ermutigend. Ich bin sicher, dass wir Algerien überraschen können, denn die Spieler machen im Training große Fortschritte."

Für zahlreiche Trainer ist es die erste Teilnahme an einer WM-Qualifikation. Kameruns Legende Rigobert Song, der als Spieler an vier Endrunden teilnahm, steht seit Kurzem bei der Nationalmannschaft von Tschad an der Seitenlinie. Das Team konnte sich in der ersten Runde überraschend gegen Sierra Leone durchsetzen. Doch gegen Ägypten wäre ein noch deutlich größeres Fussballwunder nötig. Ein weiterer Trainerneuling ist Alexandre Belinga, der bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft 1981 in Australien für Kamerun spielte. Er hat das Ruder bei den Unzähmbaren Löwen übernommen, nachdem die Verbandsführung entschieden hatte, den Vertrag des deutschen Trainers Volker Finke nicht zu verlängern. Die Kameruner starten mit einem Duell gegen Niger in das WM-Abenteuer. Belinga hat hierfür einen Kader mit enormer Erfahrung nominiert.

Martins kehrt zurückNigerias Trainer Sunday Oliseh hat den in den USA aktiven Stürmer Obafemi Martins für das bevorstehende Spiel gegen Swasiland nominiert. Zudem hat er Wunderkind Kelechi Iheanacho eingeladen, der bei Manchester City unter Vertrag steht. Allerdings müssen die *Super Eagles *in Zukunft ohne die Veteranen Vincent Enyeama und Emmanuel Emenike auskommen, die beide kürzlich ihre internationale Karriere beendet haben. Oliseh ist hoch konzentriert: "Ich will mein Land in die Gruppenphase und dann auch zur WM-Endrunde führen. Das ist unser Ziel, doch wenn wir unseren Gegnern nicht mit dem gebotenen Respekt begegnen, werden wir es nicht erreichen. Swasiland ist ein kniffliger Gegner und es wird nicht leicht, zumal wir auswärts auf Kunstrasen antreten müssen."

Afrikameister Elfenbeinküste klagt vor dem Duell gegen Liberia über eine lange Verletztenliste. Trainer Michel Dussuyer muss daher ohne die Dienste der Stürmer Wilfried Bony und Salomon Kalou und auch ohne Mittelfeldspieler Yaya Touré auskommen. Ghana tritt gegen die Komoren an, das am schwächsten platzierte noch im Wettbewerb verbliebene Team, das noch nie ein WM-Qualifikationsspiel gewonnen hat. Die Komoren hatten alle vier vor diesem Jahr absolvierten Spiele verloren. Nun jedoch schafften sie gegen Lesotho zwei Unentschieden und zogen aufgrund der Auswärtstorregel in die nächste Runde ein. Gegen die von Avram Grant trainierten Black Stars ist ein Erfolg allerdings äußerst unwahrscheinlich. Denn im Team Ghanas stehen weiterhin die Brüder Jordan und Andre Ayew sowie erfahrene Akteure wie Asamoah Gyan und Jonathan Mensah.

Schwere Aufgabe für SüdafrikaAuch das Duell zwischen Angola und Südafrika dürfte interessant werden. Besonders glücklich war man im Lager der Bafana Bafana nicht über dieses Los, denn Angola, WM-Teilnehmer von 2006, kann an einem guten Tag nahezu jeden Gegner ausschalten - insbesondere im heimischen Luanda. Südafrikas Trainer Shakes Mashaba muss sich nach Ersatz für Itumeleng Khune und Brilliant Khuzwayo umsehen, denn beide Torhüter mussten ihre Teilnahme absagen. Mashaba hat großen Respekt vor den Palancas Negras: "Angola hat schnelle, starke und technisch hochklassige Spieler, besonders im Mittelfeld. Wir dürfen ihnen nicht viel Raum lassen und sie nicht zum Schuss kommen lassen. Wir müssen sehr clever verteidigen."

Nachdem mit Al Hilal und Al Merreikh gleich zwei sudanesische Klubs das Halbfinale der CAF Champions League erreicht hatten, die zudem einen beachtlichen Teil der Nationalmannschaft stellen, sind die Fans in Sudan vor dem Duell gegen Sambia optimistisch. Drei Spieler aus Sambias Nationalteam spielen allerdings für TP Mazembe, den Klub, der am Wochenende die CAF Champions League gewann.

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