FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

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9 Juni - 9 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™

Adebayor: "Togo wird die ganze Welt überraschen"

Nach der bitteren Niederlage gegen die Republik Korea und vor der entscheidenden Partie gegen die Schweiz stand Togos Stürmerstar Emmanuel Adebayor FIFAworldcup.com für ein Exklusiv-Interview zur Verfügung. Adebayor sprach über die Gründe, die zur Niederlage in der Auftaktpartie Togos in Gruppe G geführt haben, über seine Träume und Hoffnungen bei dieser FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ und seine Rolle in den Reihen des Nationalteams.

Der ehemalige Spieler vom französischen Erstligisten AS Monaco, der seit dem 13. Januar 2006 beim englischen Premier-League-Klub Arsenal London unter Vertrag steht, wurde mit insgesamt elf Treffern Torschützenkönig in der Qualifikation der Afrika-Zone zur FIFA WM 2006™ in Deutschland. Der Gunner hat dank seiner Treffsicherheit eine entscheidende Rolle bei der Qualifikation seiner Nationalelf gespielt. Höhepunkte waren die Partien gegen Senegal, bei denen er im Heim- und Auswärtsspiel zum Torerfolg kam. Nach der schmerzhaften Negativerfahrung beim Afrikanischen Nationen-Pokal (drei Niederlagen in drei Spielen und ein Zerwürfnis mit dem Nationaltrainer) mussten sich die vom deutschen Coach Otto Pfister bei der WM-Endrunde in Deutschland angeführten Togoer in den letzten Spielminuten ihrer Auftaktpartie doch noch den Südkoreanern geschlagen geben, obwohl sie anfänglich in Führung gegangen waren. Die zweite Vorrundenpartie gegen die Schweizer hat für sie deshalb bereits Endspielcharakter.

"Auch wenn wir uns mit all unseren Kräften gegen diese Niederlage gewehrt haben, haben wir doch viel aus der Partie gegen die Südkoreaner gelernt. Wir müssen unsere Lehren aus dieser Begegnung ziehen, das ist sicher", erklärt Adebayor, der großes Vertrauen in seine Nationalmannschaftskollegen hat. "Gegen die Schweizer, die ein sehr erfahrenes und durchschlagskräftiges Team haben, müssen wir selbstbewusst und offensiv agieren, aber wir dürfen dabei natürlich auch nicht unsere Defensivarbeit vernachlässigen, denn das wurde uns gegen Ende der Partie gegen Korea Republik zum Verhängnis. Da sind wir eingebrochen."

"Harte Strafe für Abalo"

"Wir hatten uns vorgenommen, in unserem ersten Spiel offensiv zu taktieren, um sofort zum Torerfolg zu kommen. Beim zweiten Spiel werden wir mit der gleichen Strategie zu Werke gehen." Außerdem merkt er an, dass seine Elf bei ihren Vorbereitungsspielen ein großes Problem hatte: "Es ist doch ganz klar, dass wenn man seine Testspiele gegen schwache Mannschaften bestreitet, der Qualitätsunterschied zu den Teams, gegen die man bei der WM-Endrunde spielt, enorm groß ist. Wir hatten überhaupt keine Vergleichsmöglichkeit."

Adebayor, der in seinem Land ein großer Star ist, ist sich seiner Verantwortung in der Nationalmannschaft durchaus bewusst: "Ich möchte vor allem mein Land stolz machen. Das heißt, dass wir gegen die Schweizer gewinnen müssen, um eine Chance auf die Qualifikation für das Achtelfinale zu haben. Das sind wir allen togoischen Fans schuldig. Das ist alles, worauf ich mich konzentriere. Ich würde mich als den größten Fan meines Landes definieren."

Dem Stürmer vom FC Arsenal ist auch durchaus bewusst, was er in der Vergangenheit durchgemacht hat und in welcher Verfassung er sich heute befindet: "Ich spiele bei einem Weltklasse-Klub, der hervorragende Spieler hat. Und, Gott sei Dank, habe ich derzeit auch keine Verletzungs- und Fitnessprobleme."

Da Adebayor zu den erfahrensten Spielern im Kader zählt, ist er sich über die große Verantwortung, die er gegenüber den jüngeren und unerfahreneren Spielern hat, durchaus im Klaren: "Man muss wissen, wie man die jüngeren Spieler motiviert und ihnen die kleinen Tricks beibringen, die in entscheidenden Situationen den Ausschlag geben können. Ich denke, dass ich meine Rolle im Team gut ausfülle, denn was eminent wichtig ist, ist Teamgeist. Wir müssen wie eine Familie sein, in der jeder für den anderen da ist. Denn am Ende zählt das Resultat auf dem Spielfeld. Und mit unserem Team können wir wirklich die ganze Welt überraschen."

Der Stürmer spricht auch über den Platzverweis gegen seinen Mannschaftskapitän Jean-Paul Abalo. "Das ist wirklich sehr hart für ihn. Vor allem, weil es seine erste WM ist. Aber das ist die harte Realität. Und leider ist sie unerbittlich. Aber die Mannschaft muss das wegstecken und für ihn spielen." Und bevor er wieder in den Mannschaftsbus einsteigt, der vor dem Trainingsplatz in Wangen wartet, merkt er noch an: "Mein Geheimfavorit auf den WM-Titel ist natürlich Togo. Auch wenn es da noch eine andere Mannschaft gibt. Ich glaube, sie heißt Brasilien oder so."