FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

12 Juni - 13 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™

Abwehrstars stehlen Stürmern die Show

© Getty Images

Zusammen hatten Karim Benzema, Thomas Müller, Neymar und James Rodriguez im bisherigen Turnierverlauf nicht weniger als 16 Tore erzielt. Kein Wunder, dass sie am ersten Tag der Viertelfinalpartien in Brasilien die Schlagzeilen beherrschten. Die Fans diskutierten intensiv, welcher dieser Akteure in Rio de Janeiro und Fortaleza wohl zum großen Matchwinner werden würde. Doch am Ende war es keiner der Vier.

Rodriguez war der einzige des Quartetts, der im Viertelfinale traf, nämlich per Elfmeter. Doch das reichte nicht. Die Helden des Tages im Maracanã-Stadion und im Castelao-Stadion waren dieses Mal defensive Akteure.

Der deutsche Torhüter Manuel Neuer zeigte eine fehlerfreie Leistung, während Innenverteidiger Mats Hummels mit seinem Kopfballtreffer die Franzosen aus dem Turnier beförderte. Im zweiten Spiel waren es dann die brasilianischen Innenverteidiger Thiago Silva und David Luiz, die mit ihren Toren den kolumbianischen Traum platzen ließen.

Die französischen Fans hätten sich wohl vorher kaum vorstellen können, dass zwei Spieler von Paris Saint-Germain treffen würden und ihr Team trotzdem eine 0:1-Niederlage kassieren würde. Den Brasilianern kam ihr Sieg unterdessen teuer zu stehen: Neymar erlitt einen Bruch des dritten Lendenwirbels und fällt für den Rest dieser WM aus.

Alle vier Tore wurden nach Standardsituationen erzielt: Hummels traf per Kopfball nach einem Freistoß, Thiago Silva nach einer Ecke, David Luiz verwandelte einen fantastischen Freistoß nach Foul an Hulk und Rodriguez schließlich traf vom Elfmeterpunkt.

Im Halbfinale kommt es nun in Belo Horizonte zum zweiten Aufeinandertreffen zwischen Deutschland und Brasilien in der WM-Geschichte.

Die ErgebnisseFrankreich – Deutschland 0:1 (Budweiser Man of the Match: Mats Hummels, GER)

Brasilien – Kolumbien 2:1 (Budweiser Man of the Match: David Luiz, BRA)

Denkwürdige MomenteGoldener Goalie aus Gelsenkirchen

Im Maracanã-Stadion waren nur noch wenige Sekunden zu spielen. Karim Benzema spielte einen Doppelpass mit Olivier Giroud und ging dann allein auf das Tor zu. Der französische Stürmer holte mit dem linken Fuß aus und zog dann ab. Der Schuss war kraftvoll und  gut gezielt. Der Ball hätte genau unter die Latte gepasst und damit wohl für eine Verlängerung gesorgt. Doch dann zeigte Neuer einen seiner ultraschnellen Reflexe und riss einen Arm hoch, mit dem er den Schuss gerade noch abwehren konnte. Taffarel, Fabien Barthez, Marcos, Gianluigi Buffon und Iker Casillas hatten bei den letzten fünf WM-Turnieren jeweils als Torhüter auf Seiten des Titelgewinners geglänzt. Möglicherweise muss sich der neue Weltmeister am Ende bei Neuer bedanken.

*Vereint gegen Diskriminierung

*Heute war der erste von zwei FIFA Anti-Diskriminierungstagen. Die Zuschauer im Castelao-Stadion machten ihre diesbezügliche Haltung überdeutlich. Nachdem der brasilianische Kapitän Thiago Silva und sein kolumbianischer Kollege Mario Yepes ihre Ansprachen vorgetragen hatten, gab es lauten Applaus von den Rängen, mit dem die Fans deutlich machten, dass beim Fussball alle vereint gegen Diskriminierung stehen.

*Brasilianer trösten Kolumbianer

*James Rodriguez hat sich bei dieser WM als einer der auffälligsten Spieler präsentiert. Kolumbien ohne seinen Zehner war kaum vorstellbar. Als der kolumbianische Traum dann allerdings geplatzt war, konnte der erst 22-jährige Spielmacher die Tränen nicht zurückhalten. Als Daniel Alves und David Luiz dies bemerkten, unterbrachen sie ihren Jubel mit dem Team und spendeten dem Spieler von AS Monaco Trost. Sie umarten ihn und lobten seine Stärke, bevor David Luiz auf ihn zeigte und die Fans aufforderte, ihn zu beklatschen, was sie lautstark taten.

Die Zahl des Tages20 Jahre nachdem Rai bei einem 2:0-Sieg gegen Russland einen Elfmeter verwandelte, traf mit Thiago Silva erstmals wieder ein brasilianischer Kapitän in einem WM-Spiel. Der jüngere Bruder von Socrates konnte allerdings 1994 in den USA keinen weiteren Treffer bejubeln. Auch Dunga, seinem Nachfolger als Kapitän, wollte 1998 in Frankreich kein einziger Treffer gelingen.

Cafu traf als Kapitän der Seleção 2002 in Korea/Japan ebensowenig wie 2006 in Deutschland. Auch Lucio blieb 2010 in Südafrika ohne Torerfolg.

Thiago Silva ist schon der 20. Mannschaftskapitän, der in Brasilien traf. Den bisherigen Rekord hatte es mit 16 erfolgreichen Kapitänen 1982 in Spanien gegeben.

So geht's weiter

Argentinien – Belgien, 13:00 Uhr, Estadio Nacional, Brasília

Niederlande – Costa Rica, 17:00 Uhr, Arena Fonte Nova, Salvador

Sie haben das Wort...Kann die deutsche Nationalmannschaft gegen Gastgeber Brasilien ins Finale einziehen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung und diskutieren Sie mit Fans aus der ganzen Welt!

Ballgeflüster

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Well done, Germany! 1:0!!! Jetzt ist alles drin! Halbfinale wir kommen! pic.twitter.com/WON6tt9lR3

— Thomas Müller (@esmuellert_) 4. Juli 2014

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