FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

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9 Juni - 9 Juli

An diesem Tag...

Ukraine und Schweiz und ein denkwürdiges Duell

Oleg Gusev of Ukraine celebrates scoring the winning penalty kick in a penalty shootout as a dejected Pascal Zuberbuehler of Switzerland looks on.
  • 26. Juni 2006: Ukraine schlägt die Schweiz nach Elfmeterschießen 3:0
  • Die Schweiz verwandelt als erstes WM-Team im Elfmeterschießen keinen Versuch
  • Die Ukraine zieht gleich beim Turnierdebüt ins Viertelfinale ein

Das Achtelfinale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ zwischen der Ukraine und der Schweiz wird sicherlich in keiner Sammlung von WM-Klassikern auftauchen. Tatsächlich war das Geschehen auf dem Spielfeld in Köln so trist, dass The New York Times es mit der bissigen Schlagzeile "Das WM-Spiel, das keinen Sieger verdiente" beschrieb.

Doch während 120 torlose Minuten herzlich wenig Spannendes zu bieten hatten, wurde im anschließenden Elfmeterschießen Geschichte geschrieben. Die Schweizer werden sich nicht gern daran erinnern. Schließlich avancierten sie an diesem Tag zum ersten und bis dato einzigen Team, das beim Elfmeterschießen eines WM-Spiels keinen einzigen Elfer verwandeln konnte. Sie waren auch das erste Team, das die Heimreise antreten musste, ohne ein einziges Gegentor kassiert zu haben. Vor dieser Partie hatten die Eidgenossen ihren Kasten nämlich gegen Frankreich, die Republik Korea und Togo saubergehalten.

Für die Ukraine ging die Geschichte ganz anders aus. Das Team behielt im Elfmeterschießen auch nach einem gleich zu Beginn von Andriy Shevchenko verschossenen Elfmeter die Nerven und triumphierte mit 3:0. Damit zog man gleich bei der ersten WM-Teilnahme ins Viertelfinale ein.

Dieser Erfolg ist und bleibt der absolute Höhepunkt in der Fussballgeschichte des Landes, das sich für die drei nachfolgenden Auflagen nicht qualifizieren konnte. Beeindruckend ist auch, dass der Erfolg im Elfmeterschießen trotz einer chaotischen Vorbereitung zustande kam, denn Trainer Oleg Blokhin kehrte seinem Team überwältigt von der Anspannung den Rücken und machte sich auf den Weg in die Kabine. "Normalerweise fragen die Trainer die Spieler: 'Wer ist bereit einen Elfer auszuführen? Wer übernimmt die Verantwortung? Wer fühlt sich der Sache gewachsen?' Doch wir hatten keine Liste mit Elfmeterschützen und hatten das vor dem Spiel noch nicht einmal trainiert", so der Mittelfeldspieler Anatoliy Tymoshchuk gegenüber FIFA.com.

"Nach der Verlängerung habe ich zu meinem Team gesagt: 'Ihr müsst unter euch ausmachen, wer die Elfmeter schießt", räumte Blokhin ein. "Ein Elfmeterschießen ist wie Russisches Roulette. Ich habe die Elfer noch nicht einmal gesehen. Nach 120 Minuten war das einfach zu viel für mich."

Blokhin verpasste daher die Heldentaten von Torhüter Oleksandr Shovkovskiy und die verwandelten Elfer von Artem Milevskiy, Sergei Rebrov und Oleg Gusev. Dieser ist im obigen Bild beim Feiern des entscheidenden Elfmeters zu sehen. "Wir haben so hart gekämpft und sind in diesem Turnier so weit gekommen. Es ist fast wie ein Traum", so der stolze und zu Tränen gerührte Trainer.

Der Traum sollte zwar im Viertelfinale mit einer Niederlage gegen den späteren Weltmeister Italien enden, doch Blokhins Männer hatten sich einen festen Platz in der ukrainischen Fussballgeschichte gesichert.

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