FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™

14 Juni - 15 Juli

FIFA WM 2018™

Senegals "Löwen" bauen auf Wague

Von Cynthia Nzetia, Teamreporterin Senegal


Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Wenn es jemanden gibt, auf den dieses Sprichwort zutrifft, dann ist es Moussa Wague. Denn mit seinen 19 Jahren und acht Monaten avancierte der rechte Außenverteidiger der Senegalesen gerade zum jüngsten afrikanischen Torschützen der WM-Geschichte.

"Das habe ich erst durch Sie erfahren, bis jetzt wusste ich das nicht. Sind Sie sicher, dass das stimmt? Ich bin der jüngste afrikanische WM-Torschütze aller Zeiten? Das ist ja Wahnsinn!", freut sich der Benjamin der senegalesischen Nationalmannschaft mit leicht ungläubigem Blick am Mikrofon der FIFA. Mit 19 Jahren und 263 Tagen knackte er den bisherigen Rekord des Ghanaers Haminu Draman, der 20 Jahre und 82 Tage jung war, als er bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ in der Partie gegen die USA traf.

Moussa Wague rechtfertigte gegen Japan das in ihn gesetzte Vertrauen auch über sein Tor hinaus. Nach Auffassung von Innenverteidiger Cheikhou Kouyaté agierte der Rechtsverteidiger von KAS Eupen schon wie ein richtiger Abwehrchef. Nicht nur, dass sich der aus Bignona stammende Defensivspieler generell nicht schonte, überdies suchte und fand er auch immer wieder Räume auf der rechten Außenbahn und störte konsequent die Kreise der japanischen Stürmer Takashi Inui und Yuya Osako. Zudem übernahm er auch die Umsetzung und die Weiterleitung der Vorgaben von Nationaltrainer Aliou Cissé an seine Mitspieler.

"Der Trainer hat mir vertraut, folglich kann und darf ich ihn nicht enttäuschen. Zu Beginn der Saison hatte ich mir eine schwere Rückenverletzung zugezogen. Er hat mich häufig angerufen und gefragt, wie es mir geht", so Wague mit einem Lächeln auf den Lippen.

Demnach weiß der junge Abwehrspieler, der für den routinierten Lamine Gassama in die senegalesische Startelf rückte, wie man in einem Spiel die Initiative ergreift. Im zweiten Gruppenspiel gegen die Japaner stieß Wague plötzlich bis in den gegnerischen Strafraum vor und bot sich dort in idealer Position an, um eine Flanke von Youssouf Sabaly im Netz zu versenken (71. Minute). "Ich kann nicht einmal genau sagen, wie ich dieses Tor geschossen habe. Ich hatte den Ball und sah den gegnerischen Kasten vor mir. Dann habe ich einfach draufgehalten und getroffen. In dem Moment dachte ich sofort: Das ist mein erstes WM-Tor, besser hätte ich es mir nicht erträumen können."

Auch wenn die Leistung des jungen Wague Anlass zur Freude gab, war der Spieler selbst mit dem Verlauf der Partie nicht ganz zufrieden. "Wir sind zwei Mal in Führung gegangen. Trotzdem haben die Japaner zwei Mal den Ausgleich geschafft. Wir haben ihnen zu viel Ballbesitz eingeräumt und uns einen falschen Rhythmus aufzwingen lassen. Das hat dann bei uns zu Konzentrationsschwächen geführt. Wir haben oft zu tief gestanden, das hat uns am Ende geschadet", beklagt er.

Wague und seine "Löwen" sind fest entschlossen, im letzten Gruppenspiel gegen Kolumbien, das mit dem Sieg über Polen die Karten in Gruppe H völlig neu gemischt hat, ihre Chance zu nutzen. Bei einem Remis oder einem Sieg würde Senegal mit einem Zähler vor den "Cafeteros" das Achtelfinale erreichen. Parallel dazu spielen die Japaner gegen die bereits ausgeschiedenen Polen.

"Diese Partie ist ein Endspiel. Alle Mannschaften haben es selbst in der Hand. Kolumbien bleibt ein starkes Team, doch wir werden alles daran setzen, um zu gewinnen", so die Ansage des Senegalesen, dessen Motivation derzeit keine Grenzen kennt.

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