FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™

14 Juni - 15 Juli

FIFA WM 2018™

Frankreichs Kapitän feiert im 100. Länderspiel den Einzug ins Achtelfinale

© Getty Images
  • Hugo Lloris feiert seinen 100. Einsatz im Tor der Bleus
  • Frankreich besiegt Peru und zieht ins Achtelfinale ein
  • Sein Erfolgsgeheimnis: "Harte Arbeit und die Fähigkeit, Dinge zu hinterfragen"

Von Adrien Gingold, Teamreporter Frankreich


Auch in Frankreichs zweitem Spiel bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ gegen Peru zeigte Hugo Lloris eine souveräne Leistung und bewahrte seine Mannschaft nach rund 30 Spielminuten mit einer Glanzparade vor einem Rückstand – so wie er es bereits in Spiel eins gegen Australien getan hatte. Während er zum Auftakt gegen die Socceroos noch vom Elfmeterpunkt bezwungen wurde, konnte er in der Begegnung gegen die Südamerikaner seinen Kasten bis zum Abpfiff sauber halten.

Die Arena in Jekaterinburg bot einen würdigen Rahmen für gleich zwei besondere Ereignisse: Zum einen qualifizierten sich Les Bleus durch den 1:0-Erfolg gegen die Blanquirroja für das Achtelfinale. Zum anderen lief Hugo Lloris zum 100. Mal im Trikot der französischen Nationalmannschaft auf. "Ich fühle mich gut! Wir sind sehr solide aufgetreten, waren aggressiv und konnten dadurch mit dem Pressing der Peruaner gut umgehen. Das war die Basis für unseren Erfolg", lobt Frankreichs Nummer eins nach Spielschluss zunächst die Leistung seiner Mannschaft, um anschließend doch noch auf sein Jubiläum einzugehen.

"Für mich persönlich hätte es nicht besser laufen können", gesteht Lloris, der die Mannschaft in seinem 100. Länderspiel zum 76. Mal als Kapitän aufs Feld führte und damit auch in dieser Kategorie eine neue Bestmarke bei den Bleus aufstellte. "Letztlich bin ich das Match wie jedes andere angegangen. Auf dem Rasen muss man solche Dinge ausblenden können. Ich habe mich professionell auf meine Aufgabe konzentriert. Mein einziges Ziel war, dieses Spiel zu gewinnen und das Beste für die Mannschaft zu geben."

Der ehemalige Keeper von Olympique Lyon hat seine eigene Leistung schon immer hinter den Teamerfolg gestellt. Im Alter von 31 Jahren, davon die letzten zehn als fester Bestandteil der französischen Nationalmannschaft, wird sich dies auch nicht mehr ändern. Also analysiert er lieber die Leistung der *Equipe Tricolore* als seine eigene. "Wir haben uns die Führung erarbeitet und wollten das Spiel anschließend kontrollieren. Ich bin sehr zufrieden."

Ein weiterer Versuch, das Gespräch auf sein Jubiläum zu lenken: Es geht um seine 100 Länderspiele, seine Zuverlässigkeit, seine Stärken und die Frage, wie er es geschafft hat, eine derart feste Größe in Frankreichs Team zu werden. Was ist sein Erfolgsgeheimnis? "Arbeit", erklärt Lloris wenig überraschend. "All diese Dinge sind das Ergebnis harter Arbeit und auch der Fähigkeit, Dinge zu hinterfragen." Mit diesem Rezept hütet er seit 2008 nahezu ununterbrochen das französische Tor. 

Doch die Zeit steht nicht still, und eines Tages wird auch er seinen Platz zwischen den Pfosten räumen müssen. Ob er einen Rat für seine Nachfolger hat? "Man muss lernen zu genießen. Alles geht so schnell vorbei", sinniert der bei OGC Nizza ausgebildete Schlussmann. "Es ist ein großes Glück und Privileg, für sein Land spielen zu dürfen. Das muss man sich immer wieder bewusst machen. Denn der Fussball ist sehr schnelllebig. Es geht nicht nur darum, es nach oben zu schaffen, sondern auch darum, so lange wie möglich dort zu bleiben."

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Genau das gelingt dem Keeper der Bleus seit zehn Jahren – dank überzeugender Leistungen und entscheidender Paraden, wie beispielsweise der Fußabwehr gegen Paolo Guerreros Schuss, der die Partie auch in eine andere Richtung hätte lenken können.

"Hugo verdient diesen Rekord. Es freut mich mehr, dass er bei seinem Jubiläumsspiel ohne Gegentor geblieben ist. Auch heute hat er wieder sehr gut gehalten", lässt Olivier Giroud vor unseren Mikrofonen seinen Gedanken freien Lauf. Damit spricht er der gesamten Mannschaft – wenn nicht gar einer ganzen Nation – aus dem Herzen.

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