FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™

14 Juni - 15 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018™

Meunier: So untypisch wie normal

© Getty Images
  • Gegen Frankreich noch gesperrt, Rückkehr gegen England
  • Der Rechtsverteidiger will Geschichte schreiben
  • "Ich halte uns für fussballerisch besser"

Von Simon Massart, Teamreporter Belgien


Wäre Thomas Meunier nicht für Belgien in Russland im Einsatz, er würde die Spiele seiner "Roten Teufel" fraglos wie jeder Fan auf der Großbildleinwand verfolgen. Denn Fan der belgischen Nationalmannschaft ist er immer geblieben. "Ich habe noch Kindheitserinnerungen an unsere 'Roten Teufel'. Inzwischen liegen die Dinge natürlich insofern etwas anders, als ich mich daran gewöhnt habe, selbst Teil dieser Mannschaft zu sein, aber das blende ich auch oft aus und genieße jede Sekunde", versichert er.

Meunier kam spät zum Fussball, weil er zunächst noch sein Kunststudium beendete. Seine facettenreiche Persönlichkeit pflegt er bis heute. Während seine Mitspieler ihre Freizeit bevorzugt in der einen oder anderen Form vor einem Bildschirm verbringen, greift der Verteidiger von Paris Saint-Germain lieber zum Zeichenstift. "Ich halte mich nicht für sonderlich anders. Ich bin eigentlich ein ganz normaler Mensch mit vielseitigen Interessen", sagt der Mann, der mit 19 noch bei einem Händler für Autoteile arbeitete.

Man stelle sich also die Frustration dieses "ganz normalen" Belgiers vor, als er wegen einer Gelbsperre just das Nachbarschaftsduell gegen den großen Rivalen Frankreich verpasste. "Das war eine echte Enttäuschung", räumt der 26-Jährige auch zwei Tage nach dem so wichtigen Spiel noch ein. "Man erlebt die ganze Atmosphäre, die gegenseitigen Sprechchöre der Fans und möchte am liebsten mitmachen. Ich habe natürlich bis zum Schluss die Daumen für den Ausgleich gedrückt, aber es hat nicht sollen sein."

Dabei kann gerade Meunier von der französisch-belgischen Rivalität ein Liedchen singen. Denn da ist ja dieses legendäre Spiel von 1986, als Belgien in Mexiko nach einer Niederlage im Spiel um Platz drei WM-Vierter hinter den "Bleus" wurde. "Daran wird man in Belgien pausenlos erinnert. Ständig liegt man uns damit in den Ohren. "Um so besser, dass wir jetzt die Chance haben, unsere eigene Erfolgsgeschichte zu schreiben", findet Meunier, der von Anfang an erklärte, aus Russland mit sieben Länderspielen mehr zurückkommen zu wollen.

Die Belgier wissen dabei genau, was die Stunde geschlagen hat: Wenn sie in die Fussballgeschichte eingehen wollen, müssen sie England im "kleinen Finale" zum zweiten Mal während der laufenden WM schlagen. Meunier ordnet die Begegnung so ein: "Die Partie ist eines Endspiels würdig. Wir wollen England unbedingt noch einmal besiegen. Die Engländer werden natürlich ebenfalls hoch motiviert sein, aber ich halte uns für fussballerisch besser."

An Motivation wird es allerdings auch Meunier in Sankt Petersburg nicht mangeln. Schließlich hatte er vier Tage zuvor an gleicher Stelle frustriert zusehen müssen.

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