FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™

21 November - 18 Dezember

Katar 2022™

10 unvergessliche Momente der Concacaf-Qualifikation

Fans of Mexico cheer their team 
© Getty Images

Für die Concacaf-Zone sind die Würfel gefallen. 35 Länder wissen, auf welche Gegner sie in der Qualifikation für die Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™ treffen werden, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Ball wieder rollt.

In der Zwischenzeit präsentieren wir Ihnen zehn herausragende Momente aus der langen Geschichte der WM-Qualifikation der Nord-, Mittelamerika- und Karibik-Zone.

Das erste Mal

Die Concacaf wurde 1961 gegründet und organisierte die erste WM-Qualifikation im Vorfeld der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1966 in England. Damals traten neun Teams in drei Gruppen gegeneinander an. Die drei Gruppensieger zogen in eine Finalrunde im Hin- und Rückspielmodus ein. Der Sieger sicherte sich das einzige für die Zone verfügbare WM-Ticket.

Mexiko ging als Sieger aus der Finalrunde hervor, gefolgt von Costa Rica und Jamaika. Damit baute El Tri seine Serie auf fünf WM-Teilnahmen in Folge aus und kristallisierte sich als Fussballmacht der Region heraus.

Der "Fussballkrieg"

Mitte 1969, in einer Zeit, in der zwischen El Salvador und Honduras militärische Spannungen herrschten, traten die Teams der beiden Länder gegeneinander an. Es stand viel auf dem Spiel, denn es ging darum, wer außer El Tri an der WM 1970 in Mexiko teilnehmen würde.

El Salvador hatte in zwei der drei Partien gegen Honduras die Nase vorn und bestritt das entscheidende Duell gegen Haiti, über das man sich zum ersten Mal für eine WM qualifizierte. Trotzdem, aus Gründen, die außerhalb des Fussballs liegen, brach zwischen den beiden Ländern ein militärischer Konflikt aus, den viele aufgrund der jüngsten Fussballspiele als den "Fussballkrieg" bezeichneten.

Haiti geht in die Geschichte ein

Haiti war das erste Team, das Mexiko die Stirn bot, und zwar 1973, als der Concacaf-Nations-Cup zum ersten Mal als regionales Qualifikationsturnier fungierte.

El Tri gewann seine Gruppe mit deutlichem Vorsprung, brach in der Finalrunde jedoch ein und musste sich zum Auftakt mit zwei Unentschieden begnügen.

Haiti war Gastgeber des Turniers und wuchs vor dem begeisterten heimischen Publikum über sich hinaus. Unter der Leitung des legendären Antoine Tassy gewann das Team alle Spiele bis auf das letzte, in dem man sich mit 0:1 gegen Mexiko geschlagen geben musste. Die mexikanische Reaktion kam zu spät, und Haiti sicherte sich zum ersten und einzigen Mal die WM-Teilnahme.

Auch bei der WM 1974 in Deutschland konnten Les Grenadiers Geschichte schreiben. Torjäger Emmanuel Sanon gelang es nämlich, eine lange Serie des italienischen Schlussmanns Dino Zoff zu beenden, der seinen Kasten zuvor zwei Jahre und mehr als 1.100 Minuten sauber gehalten hatte.

The Haiti football team during a practice session
© Getty Images

Ein Schuss, den man auf der ganzen Welt hörte

Die Qualifikation für die WM 1990 in Italien war anders als alle anderen. Mexiko war wegen unerlaubter Einsätze bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft 1989 disqualifiziert worden, sodass sich viele Teams Chancen ausrechnen durften.

Die USA, seit Brasilien 1950 ohne WM-Teilnahme, waren diesmal ganz nah dran, die Wende einzuleiten. Es fehlte nur noch ein Sieg gegen Trinidad und Tobago.

Paul Caligiuri kam im Mittelfeld an den Ball. Er schaltete einen Gegenspieler aus und fackelte nicht lange: Mit einem Distanzschuss überraschte er den gegnerischen Torhüter und beendete damit eine 40-jährige Negativserie ohne WM-Teilnahme.

Keine Tore, viele Emotionen

Unter René Simões wollte Jamaika sich unbedingt für die WM 1998 in Frankreich qualifizieren, der ersten Weltmeisterschaft mit 32 Teilnehmern. Der brasilianische Trainer nahm die Herausforderung an, und Deon Burton, der Ronaldo der Karibik, kam gerade rechtzeitig, um den Kurs zu korrigieren, denn die Jamaikaner waren in der sechs Teams umfassenden Endrunde etwas vom Weg abgekommen.

Im letzten Spiel, als Costa Rica den Reggae Boyz bereits eng auf den Fersen war, lieferten sie gegen Tabellenführer Mexiko eine hervorragende Leistung ab und machten mit einem torlosen Remis ihre bisher einzige WM-Qualifikation perfekt. Es hat wohl selten ein torloses Unentschieden gegeben, das so große Emotionen ausgelöst hat.

Deon Burton of Jamaica celebrates after the World Cup qualifier against Mexic
© Getty Images

Der Aztecazo

Der 16. Juni 2001 war ein trauriger Tag für Mexiko. Schon vor diesem Tag hatte sich der Qualifikationswettbewerb für Korea/Japan 2002 für El Tri recht kompliziert gestaltet.

Doch an diesem Tag wurde es noch schlimmer. Bis dahin hatten die Mexikaner nämlich im Aztekenstadion noch kein einziges Pflichtspiel verloren. Doch mutig aufspielende Costa Ricaner trotzten der Geschichte und zeigten mit Toren von Rolando Fonseca und Hernán Medford, dass Mexiko auch im Aztekenstadion schlagbar war.

Versprechen erfüllt

Am 6. September 2013 besiegelten Jerry Bengtson und Carlo Costly Mexikos zweite Heimniederlage in einem Pflichtspiel.

Zwölf Jahre nach dem Geniestreich Costa Ricas setzte sich Honduras mit demselben Ergebnis durch. "Als ich als Kind gesehen habe, dass Honduras gegen Mexiko verliert, habe ich zu meiner Mama gesagt: Wenn ich Nationalspieler bin, werde ich dir einen 'Aztecazo' schenken, versprochen", erklärte Costly später.

Carlo Costly (Honduras)
© imago images

120 Sekunden

Alles deutete darauf hin, dass Mexiko bei der WM 2014 in Brasilien nicht dabei sein würde. El Tri rangierte nämlich zu diesem Zeitpunkt in der sechs Teams umfassenden Endrunde auf dem fünften Platz, der noch nicht einmal zur Teilnahme an der interkontinentalen Playoff-Runde berechtigte. Den Platz, der zur Teilnahme berechtigte, belegte Panama.

Doch innerhalb weniger Minuten kann sich alles ändern. Am 15. Oktober 2013 führten die Canaleros nach Ablauf der regulären Spielzeit mit 2:1 gegen die USA. Doch in der 91. und 92. Minute drehten Graham Zusi und Aron Johannsson die Partie und Mexiko sicherte sich den Platz in der Playoff-Runde. Das Leben kann grausam sein.

Wiedergutmachung Russland

Zur Freude Panamas sollte es am 10. Oktober 2017 jedoch Wiedergutmachung geben. Es war der letzte Spieltag der Finalrunde. Panama wollte unbedingt die Chance nutzen, die sich aus einer großen Überraschung ergab: Trinidad und Tobago, das fast während der gesamten Finalrunde den letzten Platz belegt hatte, führte gegen die USA. Die Canaleros mussten allerding gleichzeitig gegen Costa Rica gewinnen – alles andere als eine leichte Aufgabe.

Die Ticos waren zunächst durch ein Tor von Johan Venegas in Führung gegangen. Dann brachte Gabriel Torres die Canaleros mit dem Ausgleichstreffer zum Träumen. Doch die Uhr lief unermüdlich, und die Nervosität stieg.

Als schon alles vorbei zu sein schien, schrieb Román Torres Geschichte. Der Verteidiger eroberte mit viel Einsatz im Strafraum den Ball, fasste sich ein Herz und versenkte das Leder direkt im Netz. Damit bescherte er seinem Team das Ticket für Russland.

Panamanian Roman Torres, who scored the goal of the victory, jubilates the qualification 
© imago images

Die Covid-19-Krise

2020 wird zweifellos als das Jahr in die Geschichte eingehen, in dem die Welt mit der COVID-19-Pandemie konfrontiert war. Auch der Fussball blieb davon nicht verschont und musste einige Opfer bringen. Die Concacaf-Qualifikation für die WM musste verschoben und das Format geändert werden. Doch die Fussballgemeinschaft der Nord-, Mittelamerika-, und Karibik-Zone hat sich auf die neue Situation eingestellt und bewiesen, dass gemeinsam alles möglich ist.

Photo of Preliminary Draw for Concacaf FIFA World Cup Qatar 2022 qualifiers

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