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FIFA WM 2014

Deutschland zum vierten Mal Weltmeister

(FIFA.com)
Philipp Lahm of Germany lifts the World Cup
© Getty Images

Der neue Weltmeister heißt Deutschland. Die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw setzte sich im Finale der FIFA WM 2014™ vor 74.738 Zuschauern im Estádio do Maracanã von Rio de Janeiro mit 1:0 nach Verlängerung gegen Argentinien durch. Der eingewechselte Mario Götze avancierte mit seinem spektakulären Siegtreffer zum Helden und sorgte für den insgesamt vierten deutschen Gewinn der wichtigsten Trophäe in der Welt des Fussballs. 

Die ohne den beim Aufwärmen überraschend über Wadenprobleme klagenden Sami Khedira angetretenen Deutschen hatten von Beginn an mehr Ballbesitz, konnten daraus aber zunächst kein Kapital schlagen. Der Schaltzentrale des Teams von Joachim Löw mit Bastian Schweinsteiger, Toni Kroos und den kurzfristig für den verletzten Pechvogel von Real Madrid in die Startelf gerückten Christoph Kramer gelang es nur selten, die Lücke in der gut organisierten Defensive der Argentinier zu finden. Auf der Gegenseite präsentierten sich Lionel Messi, Ezequiel Lavezzi und Co. dank ihrer Schnelligkeit und individuellen Klasse bei mehreren Kontersituationen als brandgefährlich.

Nach 21 Minuten hätte die zweikampfstarke *Albiceleste *in Führung gehen müssen: Kroos köpfte den Ball im Zentrum unglücklich in den Lauf von Gonzalo Higuain, der plötzlich frei auf den deutschen Keeper Manuel Neuer zulief und knapp am Gehäuse vorbeischoss. Kurz darauf traf der argentinische Angreifer (30.) aus kurzer Distanz nach einer präzisen Lavezzi-Hereingabe, stand jedoch im Abseits. Nicht einmal 60 Sekunden später der nächste Schock für Deutschland: Kramer musste verletzungsbedingt ausgewechselt werden und wurde durch André Schürrle ersetzt. Der Angreifer des FC Chelsea wechselte auf die linke Offensivseite, während Mesut Özil ins Zentrum rückte und Kroos fortan tiefer stand.

Der dreimalige Titelträger ließ sich jedoch nichts anmerken und wurde plötzlich sogar deutlich schwungvoller. In den letzten drei Minuten vor dem Halbzeitpfiff parierte zunächst Albiceleste-Schlussmann Sergio Romero einen Kroos-Schuss von der Strafraumgrenze, dann verpasste Miroslav Klose am langen Pfosten knapp eine vielversprechende Hereingabe von Thomas Müller, und schließlich traf Benedikt Höwedes mit einem kraftvollen Kopfball infolge einer Kroos-Ecke nur den Pfosten.

Argentiniens Coach Alejandro Sabella brachte zum Wiederanpfiff Sergio Aguero für Lavezzi und hätte nach 47 Minuten fast die Führung seines Ensembles bejubelt, als Messi in seiner unnachahmlichen Art in den deutschen Strafraum eindrang und mit einem Linksschuss nur um Haaresbreite am langen Pfosten vorbeischoss. Die Südamerikaner störten das Team aus Europa nun früher und aus dem ohnehin äußerst unterhaltsamen Endspiel entwickelte sich ein noch spannenderer Schlagabtausch. Einen Klose-Kopfball (59.) konnte Torhüter Romero mit wenig Mühe entschärfen.

Als Özil nach 81 Minuten auf dem rechten Flügel das Tempo erhöhte und den frei an der Strafraumgrenze lauernden Kroos per Flachpass in den Rücken der argentinischen Abwehr bediente, schien die *Albiceleste *arg in Bedrängnis zu geraten, doch der Mittelfeldmann von Bayern München setzte das Leder neben das Tor. Wenig später wurde Klose (88.) unter tosendem Applaus verabschiedet, für ihn kam Mario Götze. Und auch weil der Eingewechselte in der Nachspielzeit einen aussichtsreichen Schussversuch aus 22 Metern nicht richtig traf, kam es zur Verlängerung.

Nun waren es abermals die Deutschen, die für die erste Torraumszene nach dem erneuten Seitenwechsel sorgten: Schürrle (91.) kam aus kurzer Distanz und leicht spitzem Winkel zum Schuss, doch Romero konnte reflexartig parieren. Sechs Minuten später unterlief Mats Hummels ein seltener Stellungsfehler und der eingewechselte Argentinier Rodrigo Palacio tauchte frei vor Neuer auf, doch der Angreifer lupfte den Ball zu weit über den DFB-Keeper und sah, wie dieser am Tor vorbeiflog.

In der 113. Minute sollte dann der ganz große Moment von Götze kommen. Schürrle schaltete auf der linken Seite den Turbo ein und bediente den Offensivmann der Bayern mit einem präzisen Zuspiel: Der 22-Jährige nahm das Leder am kurzen Pfosten in vollem Lauf mit der Brust an und setzte es spektakulär im Fallen mit links ins lange Eck des argentinischen Gehäuses, um die deutschen Fans im altehrwürdigen Maracana den ersten WM-Titelgewinn seit 24 Jahren und den insgesamt vierten ganz großen Triumph feiern zu lassen.

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