Paraguay und Neuseeland haben sich in ihrem dritten Spiel der Gruppe F bei der FIFA WM 2010 an diesem Donnerstagnachmittag in Polokwane mit einem torlosen Remis getrennt. Während die Kiwis sich damit ungeschlagen aus Südafrika verabschieden müssen, zogen die Südamerikaner als Erstplatzierter ins Achtelfinale ein.

Distanzschüsse als einziges Mittel
In einer Partie, in der beide Mannschaften spürbare Angst hatten, in Rückstand zu geraten, erwies sich die Südamerikaner als mutiger. Nach einem äußerst schleppenden Beginn stach vor allem Paraguays Kapitän Denis Caniza heraus, denn er versuchte sein Glück binnen der 14. und 29. Spielminute gleich vier Mal mit Distanzschüssen aus verschiedenen Winkeln. Der Rechtsverteidiger setzte das Leder aber ebenso immer wieder am gegnerischen Gehäuse vorbei wie Oscar Cardozo wenig später aus rund 25 Metern.

Einzug ein Flachschuss von Nelson Valdez zwang Neuseelands Keeper Mark Paston in den ersten 45 Minuten zu einer Parade. Die Neuseeländer hofften unterdessen, dank ihrer physischen Stärke den Gegner daran zu hindern, Torraumszenen zu kreieren, was ihnen durchaus auch gelang. Im Bestreben, mit schnellen Kontern selbst zum Abschluss zu kommen, ging man jedoch gänzlich leer aus. Nicht eine Einschussmöglichkeit hatten die Schützlinge von Coach Ricki Herbert vor der Halbzeitpause.

Paston lässt Paraguay verzweifeln
Nach dem Seitenwechsel sollte sich dies aber schlagartig ändern: Tony Lochhead tankte sich auf dem linken Flügel durch und Simon Elliott nahm den Rückpass des Flügelspielers aus 17 Metern direkt, um mit ansehen zu müssen, wie sein Kracher nur um Zentimeter am rechten oberen Winkel des südamerikanischen Tores vorbeiflog. Die Kiwis präsentierten sich fortan ein Stück offensiver, ohne jedoch echte Gefahr vor Torhüter Justo Villar auszustrahlen.

Als die Stadionuhr die 62. Minute anzeigte, wäre dann jedoch fast die Führung für Paraguay gefallen. Infolge eines Eckballs steig Cristian Riveros am höchsten, doch sein Kopfball wurde glänzend von Neuseelands Schlussmann Paston pariert, ehe Cardozo im Nachsetzen geblockt wurde. Und zwölf Minuten später mussten sich die Kiwis ebenfalls bei ihrem Keeper bedanken, nicht in Rückstand geraten zu sein, denn Edgar Benitez fand mit einem vielversprechenden Drehschuss aus 13 Metern in dem 33-Jährigen von Wellington Phoenix seinen Meister.

In der Schlussphase machte das Team von Coach Gerardo Martino zwar nochmal Druck, doch mehr als eine vergebene Freistoß-Chance von Roque Santa Cruz sprang nicht mehr heraus. Dank des Unentschiedens blieb Paraguay bei der ersten WM-Endrunde auf afrikanischem Boden ebenso wie Neuseeland weiter ungeschlagen – allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Die Südamerikaner gehen mit fünf Zählern als Gruppensieger in die Runde der letzten 16, wo sie am kommenden Dienstag in Pretoria auf den Zweitplatzierten der Staffel E treffen, während das Ensemble aus Ozeanien angesichts von drei Punkten aus drei Spielen zwar Geschichte schrieb, aber dennoch die Heimreise antreten muss.