Zum Auftakt der Gruppe B hat sich Korea Republik in Nelson Mandela Bay souverän mit 2:0 gegen den früheren Europameister Griechenland durchgesetzt. Lee Yung Soo (7.) sowie Kapitän Park Ji Sung (52.) sorgten für die Tore der Taeguk Warriors. Die Europäer warten damit weiter auf ihr erstes Tor bzw. ihren ersten Punkt bei einer WM-Endrunde.

Während die Griechen im Port Elizabeth Stadium bei sommerlichen Bedingungen auf Abwehrspieler Evangelos Moras verzichten mussten, meldeten sich pünktlich zum Turnierbeginn die Südkoreaner Lee Dong Gook sowie Top-Star und Kapitän Park Ji Sung zurück.

Die erste Überraschung des Spiels gab es bereits beim Blick auf die Mannschaftsaufstellung. Griechenlands Nationaltrainer Otto Rehhagel setzte entgegen aller Erwartungen auf ein offensives 4-3-3-System, sprich: er ließ mit Angelos Charisteas, Theofanis Gekas und Georgios Samaras drei Stürmer beginnen.

Früher Schock für Griechenland
Dieser Schachzug hätte sich in den Anfangsminuten beinahe ausgezahlt. In der zweiten Minute kam Kostantinos Katsouranis nach einer Ecke von Kapitän Georgios Karagounis aus zehn Metern frei zum Schuss, doch der Mittelfeldspieler schien selbst zu überrascht und setzte das runde Leder am Gehäuse vorbei. Es sollte die letzte gute Gelegenheiten der Europäer bis auf Weiteres bleiben. Auf der Gegenseite nutzten die Südkoreaner die erste gute Aktion zur Führung. Ki Sung Yueng brachte den Ball per Freistoß von der Eckfahne an den Fünf-Meter-Raum, wo Katsouranis per Kopf unglücklich verlängerte. Lee Jung Soo stand goldrichtig und hatte aus vier Metern keine Mühe, einzunetzen. Es war zugleich das schnellste Tor der Südkoreaner in ihrer WM-Geschichte.

Auch in der Folgezeit blieben die Asiaten vor mehr als 31.000 Zuschauern spielbestimmend und hätten in der 15. Minute durch Lee Chung Yong frühzeitig für eine Vorentscheidung sorgen können. Nachdem er zwei Abwehrspieler im Strafraum ausspielen konnte, wurde sein Schuss im letzten Moment noch abgeblockt. Besonders im Mittelfeld der Griechen taten sich immer wieder große Löcher auf, die die Südkoreaner mit ihren schnellen und technisch versierten Spielern ein ums andere Mal ausnutzen konnten (23./26.). Die größte Möglichkeit vergab Lee Chung Yong, als er alleine vor Alexandros Tzorvas auftauchte - der Schlussmann parierte glänzend zur Ecke (28.).

Rehhagel reagierte und ließ bereits nach nicht einmal einer halben Stunde die Ersatzspieler warmlaufen. Kurz vor dem Halbzeitpfiff hätte sich das Auslassen der Chancen auf südkoreanischer Seite beinahe gerecht: Ein langer Ball aus dem Mittelfeld schien leichte Beute für Torhüter Jung Sung Ryong zu sein, doch von der blendenden Sonne verunsichert, unterschätzte er den Ball, so dass Theofanis Gekas dies beinahe hätte ausnutzen können.

Ein folgenschwerer Fehler
Wie erwartet nahm der älteste Trainer der WM-Geschichte, Rehhagel, zur zweiten Halbzeit einen Wechsel vor – und was für einen: Kapitän Karagounis blieb in der Kabine und wurde von Abwehrspieler Christos Patsatzoglou ersetzt. Doch genau wie im ersten Durchgang dauerte es nicht einmal zehn Minuten bis der Ball im Netz zappelte. Ein Stockfehler von Loukas Vyntra vor dem eigenen Strafraum nutzte Spielführer Park Ji Sung gnadenlos aus und überwand Tzorvas zum 2:0 (52.).

Zehn Minuten später war es erneut Park, der nach einer präzisen Flanke von Cha Du Ri nur Zentimeter über die Latte köpfte. Auf der anderen Seite war es der letzte aus der Anfangsformation verbliebene Angreifer, Gekas, der mit einem Fallrückzieher-Versuch für ein Raunen im weiten Rund sorgte (62.). Charisteas und Samaras waren zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr im Spiel. Immerhin kam durch die Hereinnahme zweier frischer Stürmer, mehr Torgefahr auf griechischer Seite auf. Der eingewechselte Pantelis Kapetanos (69.) und erneut Gekas (72./82.) standen kurz davor, das erste WM-Tor Griechenlands zu erzielen. Lee Chung Yong hätte bei einem Konter beinahe auf 3:0 erhöht, doch Tzorvas verhinderte mit einer Glanztat eine höhere Niederlage (85.).

Hellas unter Druck
Während die Griechen nach dieser Auftaktniederlage bereits mit dem Rücken zur Wand stehen, träumen die Südkoreaner von der zweiten WM-Achtelfinalteilnahme ihrer Fussballgeschichte. Letztmals gelang dies 2002 im eigenen Land, als man bis ins Halbfinale vorstieß. Am Donnerstag, 17. Juni, trifft Griechenland in seinem zweiten Spiel der Gruppe D auf Nigeria (in Bloemfotein), Korea Republik hat es mit einem der WM-Titelfavoriten, Argentinien, zu tun (in Johannesburg).