Cuiabá, die Hauptstadt des Staates Mato Grosso, befindet sich exakt in der geografischen Mitte Südamerikas, jeweils 2.000 Kilometer vom Atlantischen und Pazifischen Ozean entfernt. Im Jahre 1719 während der Zeit des Goldrauschs in Brasilien gegründet, sind im Stadtzentrum noch zahlreiche historische Gebäude zu finden, die 1992 zum nationalen Kulturerbe erklärt wurden.

Über 250 Jahre lang blieb Cuiabá eine ruhige und kleine Stadt in der zentral-westlichen Region Brasiliens. Im 20. Jahrhundert änderte sich die Situation schlagartig, als die Bundesregierung einen Wachstums- und Entwicklungsplan für das Landesinnere auflegte. In dieser Zeit entstanden auch die Straßen, die heute Mato Grosso mit den Bundesstaaten Goiás und São Paulo verbinden. In 30 Jahren stieg die Bevölkerung sprunghaft von 57.000 Einwohnern im Jahre 1960 auf 400.000 im Jahre 1990 an. Das 3.538 Quadratkilometer große Stadtgebiet ist heute die Heimat für 544.737 Menschen.

Für Touristen liegt Cuiabá geografisch günstig in der Nähe von drei der wichtigsten und charakteristischen Ökosysteme Brasiliens: der Savannenlandschaft der Cerrados, der Binnenland-Feuchtgebiete des Pantanal und der Amazonas-Region. Angesichts dieser massiven Präsenz an Natur ist es kaum verwunderlich, dass Cuiabá von den Brasilianern die "Grüne Stadt" genannt wird. Die Cuiabanos leben außerdem in direkter Nachbarschaft zu einem weiteren Touristenmagneten: die Gebirgsregion Chapada dos Guimarães, in der archäologische Fundstätten und ein 3.300 Quadratkilometer großer Nationalpark Tausende von Besucher jährlich anziehen, ist eine der landschaftlich beeindruckendsten Gebiete des südamerikanischen Landes.

Die Bergketten der Chapada dos Guimarães sind aber auch ein Grund dafür, dass Cuiabá als die heißeste Regionalhauptstadt des Landes gilt. Da die Berge für die polaren Luftmassen ein unüberwindbares Hindernis sind, steigen im Sommer die Temperaturen auf bis zu über 40°C.

Fussball
Der Mixto Esporte Clube aus Cuiabá ist der bedeutendste Fussballklub in Mato Grosso und kann auf eine der größten Fan-Gemeinschaften in der zentral-westlichen Region Brasiliens zählen. Der Tigre (Tiger) ist Rekordmeister des Bundesstaates und spielte ab 1976 elf Jahre lang in Folge in der höchsten Liga des Campeonato Brasileiro. Seitdem gelang Mixto aber kein Wiederaufstieg in die Eliteklasse mehr. Eine sprichwörtliche Rivalität verbindet Tigre mit dem Operário Futebol Clube aus der Nachbarstadt Várzea Grande, aber auch mit den beiden Stadtrivalen Cuiabá Esporte Clube und Clube Esportivo Dom Bosco.

Das José-Fragelli-Stadion, unter dem Spitznamen Verdão (das Große Grüne) bekannt, war bis 2010 Mato Grossos wichtigstes Stadion. Die 1976 gebaute Arena bietet 45.000 Zuschauern Platz und konnte schon zu vier Gelegenheiten die brasilianische Nationalmannschaft begrüßen. Die letzte Begegnung fand gegen Island statt, das Testspiel im März 2002 endete mit 6:1 für die Gastgeber. Für die FIFA WM 2014 in Brasilien wird das Verdão durch die funkelnde Arena Pantanal ersetzt.