Qualifikation
Russland war in Gruppe F nicht als Favorit angetreten. Da das Team mit Portugal in einer Gruppe gelandet war, wurden den Russen nur Außenseiterchancen auf den direkten Qualifikationsplatz eingeräumt. Nach einem perfekten Turnierstart änderten sich die Prognosen jedoch langsam. Zwei Auftaktsiege gegen Nordirland und Israel gaben den Ton an und brachten Russland vor dem Duell mit Portugal stärker in die Favoritenrolle. In Moskau setzte sich das Team von Fabio Capello dann dank eines Treffers von Alexander Kerzhakov gegen die Seleção das Quinas durch.

Mit einem knappen 1:0-Sieg gegen Aserbaidschan bauten die Russen ihre Positivserie auf vier Siege in Folge aus. Danach wurde das Ganze allerdings komplizierter. Beim Auswärtsspiel in Portugal musste man eine Niederlage hinnehmen und die Reise nach Nordirland, die aufgrund des schlechten Wetters auf August 2013 verschoben werden musste, brachte die nächste Schlappe. Portugal kam dem ersten Tabellenplatz immer näher, aber die Russen überließen jetzt nichts mehr dem Zufall. Sie entschieden die beiden Partien gegen Luxemburg für sich, besiegten Israel und machten die direkte Qualifikation für Brasilien 2014 mit dem 1:1 gegen Aserbaidschan perfekt.

Frühere WM-Teilnahmen
Die Sowjetunion zog 1958 in Schweden, 1962 in Chile und 1970 in Mexiko jeweils ins Viertelfinale des Turniers ein. In den ersten beiden Turnieren schied das Team gegen die Gastgeber aus, und 1970 musste man sich in Mexiko-Stadt nach Verlängerung gegen Uruguay geschlagen geben. 1966 in England lief es für die Osteuropäer noch besser. Unter der Führung des überragenden Torhüters Lev Yashin und des Stürmers Igor Chislenko zogen sie als Gruppensieger ins Viertelfinale ein, wo sie sich gegen die hervorragende ungarische Mannschaft durchsetzten. Anschließend musste die Sowjetunion sich im Halbfinale mit 1:2 gegen die Bundesrepublik Deutschland geschlagen geben und unterlag auch im Spiel um Platz drei gegen Portugal.

Bei den beiden letzten WM-Teilnahmen, 1994 und 2002, schieden die Russen jeweils nach der Gruppenphase aus. Allerdings konnten sie 1994 in den USA mit einem 6:1-Sieg gegen Kamerun glänzen, durch den Oleg Salenko mit fünf Treffern (die er allesamt in dieser Partie erzielte) zum besten Torschützen des Turniers avancierte. Die Qualifikationswettbewerbe für die Weltmeisterschaften von 2006 und 2010 endeten für die Russen frustrierend. Das gilt vor allem für Südafrika 2010, denn Russland musste sich in der Playoff-Runde gegen Slowenien geschlagen geben.

Gegenwart
Die russische Nationalmannschaft baut vor allem auf schnelle Konter, die durch Spieler wie beispielsweise Igor Denisov eingeleitet werden. Das Team versteht sich auch hervorragend darauf, Kapital aus Flanken in den Strafraum zu schlagen. In der Defensive ist das Team bisweilen etwas unkonzentriert. Daher fangen die Russen sich trotz ihres hervorragenden Torhüters in entscheidenden Spielen zu viele Gegentreffer ein.

Die Stars
Das Können der Russen fängt bei der Hintermannschaft an. Torhüter Igor Akinfeev hat im Qualifikationswettbewerb keine einzige Minute verpasst und kassierte nur fünf Gegentore. Dazu leistete auch die Defensive mit Abwehrchef Sergey Ignashevich einen erheblichen Beitrag. Die große Stärke der Auswahl von Fabio Capello lag allerdings im Mittelfeld. Roman Shirokov und Victor Faizulin sind ein eingespieltes Duo von Zenit St. Petersburg und erzielten zusammen in der Qualifikation sechs Tore. Außerdem begeisterten sie mit ihrem technisch versierten und intelligenten Spiel. Bitter: Kapitän Shirokov fällt verletzungsbedingt für die WM aus.

Bester Torschütze des Teams war Alexander Kerzhakov, was für niemanden sonderlich überraschend kam. Obwohl er nicht immer in der Stammelf zu finden war, erzielte der Stürmer von Zenit insgesamt fünf Treffer, einschließlich des entscheidenden Tores beim Sieg gegen Portugal in Moskau. Die Sturmspitze zeigt sich vor dem gegnerischen Tor abgebrüht und dürfte bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ noch für einigen Wirbel sorgen.

Weitere Infos…

Aktueller Trainer:
Fabio Capello

Die besten Resultate bei FIFA-Turnieren:
4. Platz bei der Weltmeisterschaft 1966

Große Namen der Vergangenheit:
Lev Yashin, Eduard Streltsov