OLYMPISCHE JUGENDFUTSALTURNIERE 2018 - FRAUEN

Pía Iturbides steht immer wieder auf  

(FIFA.com)
Goalkeeper Pia Iturbides #1 of the Dominican Republic 
© Getty Images
  • Pía Iturbides ist Torhüterin des Turnierdebütanten Dominikanische Republik
  • Zwei hohe Niederlagen in zwei Spielen
  • Eine Kämpfernatur

Das ist mein Leben: am Boden sein und lernen, wieder aufzustehen.

Für Pía Iturbides sind das keine leeren Worte. Die Dominikanische Republik musste beim Olympischen Jugendfutsalturnier der Frauen Buenos Aires 2018 gerade die zweite hohe Niederlage in Folge hinnehmen, und die Torhüterin befindet sich in einem Wechselbad der Gefühle. Sie lacht, kurze Zeit später bricht sie in Tränen aus, nur um nach einem plötzlichen Einfall wieder in Gelächter auszubrechen.

Ihre Aussage gründet sich längst nicht nur auf diese beiden verlorenen Spiele. Im Alter von zwölf Jahren musste sie aufgrund einer familiären Tragödie aus Punta Cana in die Hauptstadt Santo Domingo umziehen. Sie war am Boden. Doch sie stand wieder auf.

"Solche Moralvorstellungen oder Lehren äußert man nicht nur, man lebt danach. Man muss immer versuchen, sein Bestes zu geben, und genau das tue ich", meint Iturbides, die einige schöne Paraden zeigte, aber dennoch 14 der insgesamt 23 Gegentreffer kassierte, die ihr Team bislang hinnehmen musste.

In Santo Domingo kam sie in der Sekundarschule zum ersten Mal mit dem Futsal in Berührung.

"Es war im Sportunterricht. Da alle Jungen Feldspieler sein wollten und ich das einzige Mädchen war, stellte der Lehrer mich ins Tor. Irgendwie hatte ich gute Reflexe und landete in der Schulauswahl", erzählt sie nicht ohne Selbstironie.

Sie spielte für drei Amateurvereine und ging nebenbei weiter zur Schule, bevor sie für die Auswahl der Olympischen Jugendspiele nominiert wurde, die als erstes Team aus der Dominikanischen Republik an einem FIFA-Turnier teilnimmt.

"Wir hatten etwa zehn Monate Vorbereitungszeit und wussten, dass wir gegen Mannschaften antreten werden, die uns überlegen sind. Das ist ein Lernprozess: Auch wenn wir verlieren, müssen wir aus unseren Fehlern lernen und nach vorn schauen."

Optimismus ist eine ihrer herausragenden Eigenschaften, und sie überträgt diese Einstellung auf dem Platz mit ihrem Lächeln und ihrer positiven Haltung auch auf ihre Mitspielerinnen. In der Partie gegen Portugal sang eine Fangruppe ihren Namen. Später begrüßte sie die Anhänger und ließ sich mit ihnen fotografieren.

"Ich glaube, ich habe ihre Herzen erobert!", ruft sie begeistert und lacht.

"Warum soll ich das Ganze nicht genießen? Die Dominikanische Republik, ein Land, das ganz vom Baseball geprägt ist, nimmt an Olympischen Spielen teil – und zwar mit Futsal! Und wir haben die Chance, uns mit einer Macht wie Portugal zu messen!"

Unabhängig vom weiteren Turnierverlauf hat Iturbides ein mittelfristiges Ziel: Sie möchte vor Juni eine Universität finden, die es ihr ermöglicht, neben dem Studium weiter Futsal zu spielen.

Den Grund dafür nennt sie uns auch: "Anfangs war das nur ein Sport, der mich gestresst hat, aber inzwischen liebe ich ihn."

Wir fragen nach der Nationalmannschaft. "Ich hoffe, dass dieses Team die Basis für etwas Größeres sein kann. Warten wir es ab."

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