Olympische Jugend-Fussballturniere 2014

Surnovska rettet den Stolz der Slowakei

(FIFA.com)
Slovakia midfielder Martina Surnovska in action
© Getty Images

Martina Surnovska mag den Platz zwar in Tränen aufgelöst verlassen haben, die Nummer sechs der Slowakei legte im Auftaktspiel ihres Teams gegen Venezuela jedoch eine glänzende Leistung hin, erzielte zwei Treffer und setzte einen weiteren Schuss an den Pfosten. Als *FIFA.com *den slowakischen Trainer Branislav Petrovic bat, die beste Spielerin der Partie zu benennen, sagte er dann auch ohne zu zögern: "Martina".

Tatsächlich handelt es sich bei der ersten Spielerin, der es gelang, Venezuela, den Favoriten auf die Goldmedaille, in Bedrängnis zu bringen, um die kleinste Akteurin im Kader der Slowakei. Nach einem 7:0-Kantersieg über Papua-Neuguinea im ersten Spiel knüpften die Südamerikanerinnen gegen die Slowakei an ihre gute Leistung an und führten dank eines Doppelpacks von Rekordstürmerin Deyna Castellanos nach 13 Spielminuten bereits mit 2:0. In der 15. Minute wäre Surnovska dann fast der Anschlusstreffer gelungen, ihr Distanzschuss knallte jedoch an den Pfosten. Nachdem die abgebrühte Castellanos nach gut einer halben Stunde einen Hattrick perfekt gemacht hatte, gelang Surnovska kurz vor der Halbzeitpause der erste Treffer für die Europäerinnen. Nach einem Dribbling in den Strafraum ließ sie sich nicht aus der Ruhe bringen und schloss gekonnt ab.

In der zweiten Halbzeit bekamen die Venezolanerinnen die Partie dann noch besser in den Griff. Dabei standen vier Spielerinnen auf dem Platz, die im April dieses Jahres bereits an der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft in Costa Rica teilgenommen hatten. Surnovska erzielte in der 58. Minute zwar ihren zweiten Treffer, konnte dem Spiel jedoch nicht mehr die Wende geben. Am Ende setzten sich die Südamerikanerinnen überzeugend mit 6:2 durch. Dennoch bot sich hier eine historische Chance für die Slowakei und für die agile Mittelfeldspielerin von Slavia Prag, die mit ihrem Doppelpack beim ersten Auftritt des Landes bei der Endrunde eines FIFA-Wettbewerbs der Frauen in die Geschichtsbücher einging.

Erhobenen Hauptes *"Ich fühle mich nicht so gut", so die beherzte Mittelfeldspielerin im Gespräch mit *FIFA.com nach dem Auf und Ab dieser Partie. Mit noch immer feuchten Augen fügte sie hinzu: "Wir haben das Spiel verloren, obwohl ich zwei Tore geschossen habe. Ich hatte gehofft, dass wir gewinnen könnten, oder dass mir zumindest noch ein weiterer Treffer gelingt."

Selbst als wir sie an ihre historische Errungenschaft erinnern, bleibt Surnovska untröstlich und erklärt: "Wir haben die gegnerischen Schlüsselspielerinnen nicht gut genug in den Griff bekommen. Damit haben wir es ihnen zu leicht gemacht, und sie haben die Oberhand behalten. Deshalb haben wir verloren."

Erst als wir auf ihren fussballerischen Werdegang zu sprechen kommen, erlangt die Nachwuchsspielerin die Fassung wieder. "Ich habe mit vier Jahren angefangen zu spielen, weil meine älteren Brüder Fussball lieben. Und damals habe ich mich einfach in diese Sportart verliebt. Mein Idol ist Cristiano Ronaldo", fügt sie hinzu.

Genau wie ihr Held ist auch Surnovska regelmäßig die beste Torschützin ihres Teams, obwohl sie im Mittelfeld aktiv ist. "Ich liebe das Gefühl, Tore zu schießen", so die dynamische Mittelfeldspielerin. Endlich zeichnet sich auch ein Lächeln auf ihrem Gesicht ab. "Jedes Mal, wenn ich an den Ball komme, stürme ich fast ohne nachzudenken nach vorne und versuche, eine Torchance herauszuspielen. Ich schieße gern aufs Tor."

Den denkwürdigsten Treffer in Martinas beachtlicher Sammlung erzielte sie in der Europa-Qualifikation gegen Aserbaidschan. In einem vier Spiele umfassenden Vorrundenturnier im April dieses Jahres startete die Slowakei mit einem 7:2-Kantersieg gegen Rumänien. Anschließend stand man gegen Aserbaidschan einem hartnäckigen Gegner gegenüber. Surnovska erzielte in der 26. Minute den einzigen Treffer der Partie, sicherte den Slowakinnen damit einen knappen 1:0-Sieg und den einzigen europäischen Startplatz beim Olympischen Juniorinnen-Fussballturnier in Nanjing.

Das Mittelfeld-Ass denkt noch immer gern an diese Partie zurück: "Ich habe mich sehr über den Treffer gegen Aserbaidschan in der Vorrunde gefreut. Das Tor war wirklich entscheidend, und ich bin so stolz, dass ich einen Beitrag zur Qualifikation des Teams für die Olympischen Jugendspiele leisten konnte."

Für die junge Nation, die der FIFA erst 1994 beitrat, ist es sicherlich ein großer Erfolg, Europa beim Olympischen Juniorinnen-Fussballturnier zu vertreten. Nun wollen die Slowakinnen und Torjägerin Martina Surnovska die herbe Niederlage im Auftaktspiel wettmachen und würden sogar eine weitere Begegnung mit dem letzten Gegner begrüßen.

"Wir müssen die nächste Partie [gegen Papua-Neuguinea] gewinnen", meint die Jugendliche mit fester Stimme. "Wenn wir dann wieder auf die Venezolanerinnen treffen, müssen wir alles daran setzen, sie zu schlagen – und wir können sie schlagen."

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