Olympische Jugend-Fussballturniere 2014

Mexiko peilt hohe Ziele an

(FIFA.com)
Alejandra Zaragoza#18 of Mexico celebrates with her team-mates
© Getty Images

Kaum jemand hätte wohl damit gerechnet, dass ausgerechnet das Team, das im Auftaktspiel eine klare Niederlage kassiert hatte, nur wenige Tage später den bis dahin höchsten Sieg aller Zeiten beim Olympischen Juniorinnen-Fussballturnier feiern würde. Doch genau dies ist den Mexikanerinnen gelungen: Nach der 0:2-Schlappe gegen die China VR meldeten sie sich überaus eindrucksvoll zurück und fuhren gegen Namibia einen 9:0-Kantersieg ein.

Solch unterschiedliche Leistungen mögen zwar bei den neutralen Fans für ungläubige Bewunderung sorgen, doch die Aficionados des mexikanischen Frauenfussballs sollten sie eigentlich nicht überraschen. Denn als Cheftrainerin fungiert die legendäre Monica Vergara, die mit der A-Nationalmannschaft an der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 1999 und am Olympischen Fussballturnier der Frauen 2004 teilnahm.

Vergara kann auch als Trainerin schon auf einige Erfolge zurückblicken. So war sie im April als Assistenztrainerin dabei, als Mexiko bei der FIFA U-17-Frauen-WM in Costa Rica bis ins Viertelfinale vorstieß. Auf dem Weg dorthin fuhr das Team einen klaren 4:0-Sieg gegen keinen geringeren Gegner als die Chinesinnen ein.

Auch wenn man die nunmehr zwölf Qualifikationsturniere Mexikos in allen Altersstufen berücksichtigt, war dieser Sieg der Tricolores der höchste, den es bis zu diesem Zeitpunkt beim Olympischen Juniorinnen-Fussballturnier gab.

"Ich freue mich sehr über dieses Ergebnis", so die Trainerin gegenüber FIFA.com, "denn ich habe nicht nur einen Sieg gesehen, sondern ein Team, das nach der Auftaktniederlage schnell wieder in die Erfolgsspur gefunden hat. Wir bewegen uns also in die richtige Richtung, und mein Team wird immer selbstbewusster."

*Der Traum soll wahr werden *Beim jüngsten Auftritt der Mexikanerinnen konnte man all die Qualitäten sehen, die auch Monica Vergara in ihren goldenen Jahren auszeichneten. Vor 15 Jahren, als sie gerade erst 16 war, spielte die ehemalige Verteidigerin und Mittelfeldspielerin für Mexiko bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft in den USA. In den Partien gegen Italien und Deutschland stand sie jeweils in der Startformation. Drei Jahre später trug Vergara erneut das grüne Trikot, diesmal bei der ersten FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft 2002. Mit nunmehr 31 Jahren genießt sie ihr erstes Engagement als Cheftrainerin.

"Trainerin zu sein ist mein Traum", so die Mexikanerin, und man hört, mit wie viel Leidenschaft sie dabei ist. "Ich habe viele Jahre lang Fussball gespielt und mein Land vertreten. Und schon immer wollte ich später die Erfahrungen und Kenntnisse aus meiner eigenen Karriere an die jüngere Generation weitergeben. Daher ist dieser Job wirklich mein großer Traum. Es ist der ideale Job für mich."

Die Mexikanerinnen kamen mit einem guten Ruf nach Kanada, nachdem das Team es bei der FIFA U-17-Frauen-WM bis in die Runde der letzten Acht geschafft hatte. Mit Kimberly Rodriguez und Montserrat Hernandez sind zwei Spielerinnen im Kader, die schon in Costa Rica etwas erreicht haben. Verteidigerin Rodriguez gehörte bei dem bereits angesprochenen Sieg gegen China zur Startaufstellung. Entsprechend groß war die Überraschung angesichts der Auftaktniederlage gegen die Gastgeberinnen hier in Nanjing - allerdings nicht für Vergara.

Sie meint: "Für jemanden, der den chinesischen Frauenfussball kennt, war das keineswegs überraschend. Ich war ja selbst früher Spielerin und weiß durchaus über die Stärke und die Vergangenheit des chinesischen Frauenfussballs Bescheid, der immer eine herausragende Rolle spielte. Das Spiel gegen die Chinesinnen war in jedem Fall eine gute Gelegenheit, etwas zu lernen, ganz unabhängig vom Ergebnis."

*Ruhe bewahren und weitermachen *Die Siegermentalität Vergaras spielte sicher eine wichtige Rolle für den Sieg gegen Namibia. "In dieser Partie waren wir sehr ruhig und siegesgewiss", so die Cheftrainerin der Tricolores.

Die Mädchen in den grünen Trikots stehen am Samstag vor ihrer bislang schwersten Herausforderung beim Turnier, denn es geht im Halbfinale gegen Venezuela, das als Mitfavorit auf den Gewinn der Goldmedaille gilt. Doch auch diese Aussicht kann die kampferprobte Trainerin nicht aus der Ruhe bringen.

"Sicher, Venezuela hat ein sehr starkes Team", so Vergara mit einem Lächeln, "doch wir wollen ja gerade gegen starke Teams spielen, denn nur dabei können wir etwas lernen. Wir gehen jedenfalls mit einer positiven Einstellung in die Partie und nehmen jeden Gegner ernst."

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