Olympische Jugendfussballturniere 2014

Papua-Neuguinea blickt optimistisch in die Zukunft

(FIFA.com)
Papua New Guinea coach Margaret Aka reacts
© Getty Images

Papua-Neuguinea gehört nicht unbedingt zu den bekanntesten Namen im internationalen Fussball. Doch dank des Fussballturniers bei den Olympischen Jugendspielen nimmt die Welt nun Notiz von dieser ozeanischen Inselnation. Schon bei der ersten Auflage des Turniers 2010 in Singapur waren die Kurakums (Weberameisen) dabei. Nun kehrten sie auf die internationale Bühne zurück, allerdings mit einer herben 0:7-Niederlage gegen Venezuela.

Bei ihrem Debüt im Jahre 2010 hatten sie alle drei Spiele ohne einen einzigen eigenen Treffer verloren. Im Vorfeld des aktuellen Turniers hatte Trainerin Margaret Aka angekündigt, ihre Schützlinge würden versuchen, die Leistung von vor vier Jahren zu überbieten, indem sie "Tore schießen und Siege einfahren" wollten. Doch auch nach der Auftaktniederlage ist die ehemalige Nationalstürmerin nicht übermäßig niedergeschlagen.

"Die Spielerinnen haben ihr Bestes gegeben und verdienen Anerkennung für ihre Leistung", so Aka nach der Partie gegenüber FIFA.com. "In der ersten Halbzeit haben wir gut verteidigt, unsere Taktik war genau richtig. Man kann durchaus sagen, dass die Mädchen so gespielt haben, wie wir es sehen wollten."* *

*Jugend-Olympia bringt den Stein ins Rollen *Angesichts der bisher erreichten Fortschritte sind die Worte Akas durchaus angemessen. Für eine derart junge Fussballnation, deren Verband erst 1962 gegründet wurde und sich 1966 der FIFA anschloss, geht es bei der Teilnahme an Jugend-Olympia um mehr als um die konkreten Ergebnisse: Es geht darum, dabei zu sein und Entwicklungen in Gang zu setzen.

Die Leistungen bei der Turnierauflage in Singapur boten nur wenig Anlass zum Jubeln. Doch Aka erinnert sich noch gut an die Begeisterung, die allein schon die Teilnahme des Teams vor vier Jahren in der Heimat auslöste. "Damals waren alle begeistert, dass wir überhaupt am Fussballturnier der Olympischen Jugendspiele teilnahmen", sagt sie. "Ich hatte bereits angefangen, als Trainerin zu arbeiten, und ich habe gemeinsam mit meinen Spielerinnen alle Partien verfolgt."

Laut Aka hatte die erste Teilnahme an einem größeren internationalen Turnier enorme Auswirkungen auf die Entwicklung des Frauenfussballs in Papua-Neuguinea. "Danach haben wir Schritt für Schritt Entwicklungsprogramme für Jungen und Mädchen aller Altersklassen eingeführt, von der U-16 über die U-18 bis hin zur U-20. Im September haben wir eine nationale Jugend-Meisterschaft für Mädchen ausgetragen. Aus den Teilnehmerinnen haben wir dann das Rückgrat unseres aktuellen Teams für die Olympischen Jugendspiele geformt. Nachdem ich das Team übernommen habe, kamen dann noch einige Verstärkungen hinzu."

*Ein Blick in die Zukunft *Nur die wenigsten Menschen machen sich eine Vorstellung davon, wie schwer es ist, ein Fussballteam in einem Land zu trainieren, das aus mehr als 600 Inseln besteht. "Normalerweise legen wir einen Termin fest und arrangieren dann für die Spielerinnen von den verschiedenen Inseln die Anreise per Fähre oder Flugzeug. Auf diese Weise haben wir seit April immerhin drei Trainingslager abgehalten und drei Spiele bestritten. Dabei ging es ein Mal gegen die U-15-Nationalmannschaft der Jungs und ein Mal gegen eine Mannschaft mit Akteuren aus den U-18- und U-20-Teams. Nach unserer Ankunft in Nanjing haben wir noch zwei weitere Spiele gegen Teams aus der Provinz Jiangsu bestritten. "

Die Cheftrainerin von Papua-Neuguinea ist sicher, dass es ihren Schützlingen nach der ersten Erfahrung nun leichter fallen wird, ins Turnier zu finden. "Die Spielerinnen haben nach der Ankunft hier in Nanjing einen Eindruck davon erhalten, wie gut die Trainings- und Wettkampfanlagen sind, und sie sind schon mit Leuten aus aller Welt in Kontakt gekommen. All das ist für uns ein regelrechter Kulturschock, der sich allerdings positiv auf die Fortschritte der Spielerinnen auswirken dürfte", meint Aka.

Nach der Auftaktniederlage stehen die Chancen auf den Halbfinaleinzug für die Kurakums nicht eben gut, insbesondere da es in sechs Tagen gegen das sehr disziplinierte Team aus der Slowakei geht. Trotzdem erwartet Aka eine erneute Steigerung von ihren Mädchen: "Die Spielerinnen werden nicht mehr so nervös sein und daher besser spielen. Trotz der Auftaktniederlage werden wir uns intensiv vorbereiten und versuchen, eine bessere Leistung abzuliefern."

Aka blickt sogar noch weiter voraus: "Wussten Sie, dass zahlreiche Spielerinnen aus dem Team von vor vier Jahren in der Zwischenzeit zu Stammspielerinnen der Jugend-Nationalmannschaft geworden sind, die bei der OFC U-20-Frauen-Meisterschaft in diesem Jahr sehr gute Ergebnisse eingefahren hat?" Damit bezieht sie sich auf den zweiten Platz bei dem Turnier, den das Team dank zweier 4:0-Siege gegen Tonga und Vanuatu sowie einer respektablen 0:3-Niederlage gegen Neuseeland am letzten Spieltag holte.

"Einige Spielerinnen wurden sogar für den OFC Nationen-Pokal in die A-Nationalmannschaft berufen. Und unsere Spielführerin Margret Joseph hat auch schon einmal mit der A-Nationalmannschaft trainiert. Daher hoffe ich, dass mein Team voller Hoffnung steckt, denn diese Spielerinnen repräsentieren die Zukunft des Frauenfussballs in unserem Land", so Aka zum Abschluss mit einem stolzen Glanz in den Augen.

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