Singapur 2010

Neue Freundschaft trotz sportlicher Rivalität

(FIFA.com)
Dilan Akarsu of Turkey walks off the pitch dejectedly while chile players celebrate
© Getty Images

Den Fans im Jalan-Besar-Stadion bot sich nach der 2:3-Halbfinalniederlage der Türkei gegen Chile ein ergreifendes Bild, als die junge Türkin Hilal Baskol in Tränen aufgelöst Trost bei ihren Teamkameradinnen suchte.

Dabei hatte die Spielerin, die sich beim Olympischen Juniorinnen-Fussballturnier als Freistoßspezialistin einen Namen gemacht hat, vor der Partie noch viel Optimismus versprüht. Und schon nach zehn Minuten feuerte sie einen ersten Warnschuss ab, als sie einen Freistoß gegen den Pfosten jagte.

Zur Mitte der ersten Halbzeit jedoch lagen die Südamerikanerinnen indes ziemlich überraschend mit 2:0 in Führung, nachdem sich die Türkinnen einige Fehler in der Abwehr erlaubt hatten. Dann brachte Baskol ihr Team mit einem perfekt ausgeführten Freistoß wieder ins Spiel. Mit dem Schwung dieses Treffers im Rücken gelang drei Minuten später sogar der Ausgleich, als Dilan Akarsu nach einem von Umran Ozev zurückgelegten Ball per Volleyschuss traf. Mit dem 2:2 ging es dann auch in die Pause.

Siegtreffer in der Nachspielzeit
Auch nach der Pause setzte sich die lebhafte Spielmacherin immer wieder in Szene und sorgte mit ihren präzisen Pässen und ihren kraftvollen Schüssen für Gefahr vor dem gegnerischen Tor. In der Schlussphase der Partie scheiterte Baskol dann noch ein Mal am Aluminium. Und dann waren es doch die Chileninnen, die den Schlusspunkt in der Partie setzten. Maria Navarrete beförderte den Ball kurz vor Ablauf der Nachspielzeit in die Maschen und sicherte ihrem Team damit den hart umkämpften Sieg.

"Wir hatten uns sehr lang und intensiv auf das Turnier vorbereitet und uns sehr gewünscht, als Olympiasiegerinnen in die Heimat zurückzukehren", sagte Baskol mit immer noch feuchten Augen im Gespräch mit FIFA.com. "Wir haben sehr gut gespielt und sogar noch einen Zweitore-Rückstand aufgeholt. Da ist es doppelt bitter, das Spiel noch auf diese Weise zu verlieren."

Respekt der Rivalen
Die Niederlage war für Baskol natürlich sehr enttäuschend, doch sie hat sich durch ihre herausragenden Leistungen allseits großen Respekt verdient. Das bestätigte allen voran auch die chilenische Mittelfeldspielerin Romina Orellana, deren gefährlicher Eckball zum Siegtreffer führte.

"Die Türkinnen waren ein sehr starker Gegner. Sie haben ein tolles Spiel gezeigt, auch wenn sie am Ende verloren haben. Baskol war heute Abend ganz eindeutig ihre beste Spielerin", so die chilenische Spielmacherin, die spätestens seit ihrem wunderschönen Freistoßtreffer gegen Äquatorial-Guinea im letzten Gruppenspiel ebenfalls als Freistoßspezialistin gilt. Für sie steht fest, dass trotz der Rivalität auf dem Platz auch Freundschaft möglich ist.

Chance auf Revanche
"Das ist ein ziemlich kurzes Turnier, daher hatten Baskol und ich nicht viel Zeit, miteinander zu sprechen", sagte sie. "Aber wir können ja den Kontakt über Facebook halten, nachdem wir nach Hause zurückgekehrt sind."

Im Finale trifft Chile nun am Dienstag erneut auf Äquatorial-Guinea. Orellana will dabei unbedingt Revanche für die klare 1:4-Niederlage gegen die Afrikanerinnen nehmen. "Das sind ohne Zweifel sehr talentierte Spielerinnen, aber wir können ihrer Technik unser Teamwork und unser Kombinationsspiel entgegensetzen", meinte sie. "Wir werden sie unter Druck setzen und ich denke, dass wir sie dieses Mal schlagen können."

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