Singapur 2010

Irans Wunderkind stiehlt allen die Show

(FIFA.com)
Yasaman Pakjoo, Kousar Kamali and Shahin Aflaki of Iran celebrate
© Getty Images

Die Türkei ging im Eröffnungsspiel des Turniers gegen den Iran zwar als 4:2-Sieger vom Platz, doch es war in erster Linie der krasse Außenseiter aus Westasien, der mit technisch versiertem Tempofussball glänzen konnte – allen voran die klein gewachsene Stürmerin Shahin Aflaki. Während des gesamten Spiels war die flinke Angreiferin die Leistungsträgerin ihrer Mannschaft. Sie erzielte nicht nur ein Tor in der ersten Halbzeit, sondern verzeichnete kurz vor dem Schlusspfiff auch einen Lattenschuss.

Die Türkei ging bereits nach sechs Minuten durch Eda Karatas in Führung, doch bereits sieben Minuten später kam der Iran durch das Eigentor von Eda Duran zum Ausgleichstreffer. Nachdem Behnaz Taherkhani von einer türkischen Abwehrspielerin unmittelbar vor dem Strafraum gefoult worden war, kam Aflakis großer Auftritt. Die nur 1,55 Meter große Stürmerin hämmerte den fälligen Freistoß an der Torhüterin vorbei und brachte ihre Mannschaft somit in Führung.

Die Türkinnen konnten den Rückstand jedoch dank eines iranischen Eigentors sowie eines Treffers von Feride Serin in eine Führung verwandeln. Die Iranerinnen hatten die große Chance auf den Ausgleich, doch Aflaki traf mit einem gewaltigen Fernschuss nur Aluminium. Aflaki und ihre Mitspielerinnen warfen in der Schlussphase alles nach vorne, doch Kubra Aydin machte mit einem Treffer in der 82. Minute den Auftaktsieg der Europäerinnen perfekt.

Späte Tore besiegeln Niederlage
"Wir spielten ganz gut, doch leider haben wir verloren", sagte die ehemalige Futsal-Spielerin von Shiraz City im Gespräch mit FIFA.com. "Unsere Abwehrspielerin Sharshin Kamangar verletzte sich in der zweiten Halbzeit, und in der Folge kamen die Türkinnen noch zu zwei Treffern."

Trotz der Niederlage ihrer Mannschaft begeisterte Aflaki Medien und Fans gleichermaßen mit ihrer Schnelligkeit und ihrem Torinstinkt, welche sie auf hartes Training zurückführt: "In der Vorbereitung absolvierten wir ein intensives Trainingslager, in dem wir sehr hart an uns arbeiteten. Ich verbrachte sehr viel Zeit mit der Verbesserung meiner Technik und trainierte auch Freistöße", erklärte sie.

"Sie kennt Beckham und seine Technik", warf Abolfazl Khodabandehl vom iranischen Trainerstab ein, ehe er sie zum Cheftrainer schickte. "Sie kann davon lernen und gegebenenfalls davon Gebrauch machen", witzelte er. Khodabandehl sagte dies nur im Scherz, doch angesichts dieser Leistung wären die zukünftigen Gegner schlecht beraten, Aflaki zu unterschätzen.

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