Singapur 2010

Glänzende Stars im Finale

(FIFA.com)
Romina Orellana of Chile bites her gold medal
© Getty Images

Das Finale am Dienstag war ein würdiger Abschluss des ersten Olympischen Juniorinnen-Turniers. Chile setzte sich nach hart umkämpften und hochklassigen achtzig Minuten im nervenzerreißenden Elfmeterschießen durch. In einem der besten Spiele des Turniers zeigten beide Mannschaften hervorragende Leistungen, so dass das Publikum ein ereignisreiches, spektakuläres Finale genießen konnte.

Am hellsten strahlte der Stern der Chilenin Romina Orellana, die per Freistoß den ersten Treffer der Partie erzielte und später im Elfmeterschießen den entscheidenden Schuss verwandelte und ihrem Team damit den Sieg bescherte. "Das ist ein wirklich denkwürdiger Sieg für uns. Ich bin überglücklich, dass wir diesen harten Kampf gewinnen konnten und jetzt Olympiasieger sind", freute sich Orellana im Gespräch mit FIFA.com, nachdem ihr bei der Siegerehrung die U.S.-amerikanische Fusballlegende Brandi Chastain die Goldmedaille um den Hals gehängt hatte. "Dieser Erfolg ist ein fantastischer Auftakt für unsere Karriere. Ich hoffe, dass ich den Sprung in die nächsthöhere Altersklasse der Nationalmannschaft schaffe."

Nachdem Äquatorial-Guinea das letzte Gruppenspiel klar mit 4:1 für sich entschieden hatte, begannen beide Teams diese Partie sehr vorsichtig. In der Anfangsphase waren gefährliche Aktionen und Torchancen Mangelware. Die Afrikanerinnen steigerten dann das Tempo und schienen auf gutem Wege, das Heft in die Hand zu nehmen. Doch genau in dieser Phase bekam Chile einen Freistoß links des Strafraums zugesprochen. Nachdem sie schon im vorherigen Spiel nach einer Standardsituation getroffen hatte, zeigte Orellana erneut ihre Klasse, indem sie aus knapp 30 Metern einen mächtigen Schuss über die Torhüterin hinweg zum 1:0 in die Maschen jagte.

Ein großartiges Spiel gezeigt
Äquatorial-Guinea kam in der zweiten Halbzeit durch einen von Judit Ndong verwandelten Elfmeter zum Ausgleich. Der Siegtreffer wollte jedoch keiner der beiden Mannschaften gelingen. Nachdem sie die Schlussoffensive der Afrikanerinnen schadlos überstanden hatten, wirkten die Chileninnen vor dem entscheidenden Elfmeterschießen zuversichtlicher. Und am Ende war es erneut die beeindruckende Orellana, die für die Entscheidung sorgte. Sie verwandelte den entscheidenden Strafstoß, nachdem Justina Alene mit ihrem Schuss gescheitert war.

"In der Gruppenphase haben wir gegen diesen Konkurrenten verloren. Somit war dieses Spiel für uns eine große Herausforderung", sagte die 15-jährige Orellana nach der Partie. "Aber wir haben aus unseren Fehlern im letzten Spiel gelernt und uns gut auf diese Partie vorbereitet. So konnten wir ihre Angriffe wirksam stören und selbst gute Chancen herausspielen. Wir haben ein großartiges Spiel gezeigt."

"Unsere Mädchen haben gezeigt, was sie können", sagte Chiles Trainer Rodrigo Valdes im Gespräch mit FIFA.com. "Die Spielerinnen haben bei diesem Turnier wertvolle Erfahrungen gesammelt. Spielerinnen aus diesem Team werden bei der südamerikanischen U-17-Frauen-Meisterschaft 2012 das Rückgrat unserer Auswahl bilden. Sie sind unsere Zukunft. Die FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft vor zwei Jahren im eigenen Land hat uns ein bleibendes Vermächtnis beschert. Und der Titel bei den Olympischen Jugendspielen kommt gleich danach."

Trauer bei den AfrikanerinnenÄquatorial-Guinea war nach dem hohen Sieg beim ersten Aufeinandertreffen der beiden Teams als hoher Favorit in das Finale gegen Chile gegangen. In der zweiten Halbzeit waren die Südamerikanerinnen in der Tat auch die bessere Mannschaft wobei Felicidad Avomo und auch Veronica Nchama gute Chancen auf den Siegtreffer hatten. Obgleich sie am Ende den Gewinn der Goldmedaille knapp verpasste, darf Ndong als eine der größten Entdeckungen des Turniers bezeichnet werden. Sie begeisterte die Zuschauer mit tollen Alleingängen, schnellen Vorstößen und einer enormen Schussstärke.

"Angesichts des Erfolgsdrucks, die Goldmedaille gewinnen zu können, waren einige unserer Spielerinnen sehr nervös und haben nicht so stark gespielt wie sonst", meinte die Spielführerin Äquatorial-Guineas, die gemeinsam mit Avomo mit fünf Treffern als beste Torjägerin aus dem Turnier hervorging. "Ich habe versucht, die Mannschaft anzutreiben, insbesondere als das Spiel in der zweiten Halbzeit an Intensität zunahm. Leider haben wir für unsere Nervosität bezahlt und zu viele Torchancen vergeben."

"Wir müssen aus diesem Ergebnis unsere Lehren ziehen, wenn wir auf internationaler Ebene weitere Fortschritte machen wollen", so die klein gewachsene Stürmerin weiter. Und zum Abschluss meinte sie: "Wir müssen verinnerlichen, dass man die Hoffnung nie aufgeben darf und immer bis zum Ende kämpfen muss, um ein Spiel zu gewinnen."

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