Singapur 2010

Die Goldmedaille fest im Visier

(FIFA.com)
Melisa Rodriguez of Chile celebrates after scoring a goal by a header
© Getty Images

Das Finale des Olympischen Juniorinnen-Fussballturniers von Singapur 2010 steht bevor: Chile und Äquatorial-Guinea kämpfen um die Goldmedaille.

Die Südamerikanerinnen hatten das erste direkte Duell der beiden Teams in der Gruppenphase mit 1:4 verloren und wollen nun zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen - nämlich zum einen Revanche nehmen und zum anderen die Goldmedaille gewinnen.

Das Ensemble aus Afrika ist die einzige Mannschaft im Mädchenturnier, die eine blütenweiße Weste vorzuweisen hat. Entsprechend hoch ist der Optimismus, den Wettbewerb auch mit einer makellosen Bilanz abzuschließen.

Im Spiel um Platz drei treffen die Türkei und der Iran aufeinander, die ebenfalls bereits in der Gruppenphase gegeneinander gespielt haben. Es geht immerhin um die Bronzemedaille, und so werden die Spielerinnen beider Teams die Enttäuschung über das verlorene Halbfinale hinter sich lassen müssen, um sich voll und ganz auf die nun bevorstehende Aufgabe konzentrieren zu können.

Das Spiel des TagesChile - Äquatorial-Guinea, Jalan-Besar-Stadion, Dienstag, 24. August, 20:45 Uhr (Ortszeit)

Die Afrikanerinnen haben in ihren drei bisherigen Spielen nicht weniger als elf Tore erzielt und sind damit die eindeutigen Favoritinnen auf den Turniersieg. Im Kader von Jean-Paul Mpile stehen zahlreiche talentierte Spielerinnen, aber die Hoffnungen des Teams ruhen in allererster Linie auf den Schultern der Stürmerinnen Felicidad Avomo und Judit Ndong.

Avomo hat bereits fünf Treffer auf dem Konto und führt damit die Torschützenliste an. Und auch die Bilanz von Ndong mit drei Treffern kann sich sehen lassen. Außerdem war sie an mehreren weiteren Toren als Vorbereiterin beteiligt. Gegen Chile hatte sie im Gruppenspiel einen Doppelschlag geschafft. Nun hofft sie, dass ihr das auch im Finale gelingt.

"Wir sehen keinen großen Unterschied zu der chilenische Mannschaft, die wir schon in der Gruppenphase besiegt haben", so die optimistische Aussage von Ndong gegenüber FIFA.com. "Daher werden wir genau so spielen wie beim letzten Mal."

Mit dem schwer erkämpften Halbfinalsieg gegen die Türkei, der erst in letzter Minute durch Maria Navarrete klar gemacht wurde, haben die Chileninnen bewiesen, dass sie über die Willensstärke und auch über die Kondition verfügen, es mit jedem Gegner aufzunehmen. Mittelfeldmotor Romina Orellana ist jedenfalls zuversichtlich, dass ihre Mannschaft stark genug ist, um die Afrikanerinnen zu besiegen.

"Nach drei Spielen klappt auch die Kommunikation in der Mannschaft sehr gut. Das haben wir ja auf dem Platz schon bewiesen", so die Chilenin im Gespräch mit FIFA.com. "Äquatorial-Guinea hat sehr starke Spielerinnen, aber wir können dem unser gutes Passspiel und unser Teamwork entgegensetzen."

Das andere SpielTürkei - Iran, Jalan-Besar-Stadion, Dienstag, 24. August, 18:00 Uhr (Ortszeit)

Nach den Halbfinalniederlagen werden die Türkinnen und die Iranerinnen im Spiel um die Bronzemedaille noch einmal alles geben. Für die beiden Länder geht es in diesem Nachbarschaftsduell um mehr als um den Sieg oder eine Medaille. Ein Erfolg soll auch als Katalysator für die langfristige Entwicklung des Sports dienen. Für Irans Trainerin Shahrzad Mozafar wäre ein Sieg gegen die Türkei der passende Höhepunkt für das internationale Debüt ihrer Schützlinge.

"Wenn wir das letzte Spiel gewinnen, dann bedeutet das gesteigerte Aufmerksamkeit und Unterstützung für den Mädchen- und Frauenfussball", so ihre Überzeugung. "Damit kann sich das ganze sportliche Leben ändern."

Im letzten Aufeinandertreffen verspielten die Iranerinnen eine 2:1-Führung durch ein Eigentor und zwei späte Treffer der Türkinnen, so dass sie am Ende mit 2:4 das Nachsehen hatten. Mozafar versicherte gegenüber FIFA.com allerdings, dass ihren Schützlingen ein solches Missgeschick nicht noch einmal unterlaufen wird. "Wir haben in unseren bisherigen Spielen viel Erfahrung gesammelt und insbesondere gelernt, besser zu verteidigen", sagte sie weiter. "Nun hoffen wir, dass wir gegen die Türkei unsere Bestleistung abrufen können."

Zahlenspiele8 - So viele Tore haben Felicidad Avomo und Judit Ndong bislang erzielt. Damit sind allein diese beiden Spielerinnen für etwas mehr als ein Viertel der von allen Teams geschossenen Tore (31) verantwortlich.

Hätten Sie's gewusst?Jean Paul Mpile, der Trainer von Äquatorial-Guinea, war Sportlehrer, bis er vor wenigen Monaten die U-15-Nationalauswahl übernahm.

Zitat"Wir sind die einzige afrikanische Mannschaft beim Mädchen-Fussballturnier und halten es daher für unsere Pflicht, das Land und den Kontinent Grund stolz zu machen."
Jean Paul Mpile (Trainer, Äquatorial-Guinea)

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