Frauenfussball

Japan erobert Gold bei den Asien-Spielen

(FIFA.com)
Japan women's national team celebrate winning the football gold at 2018 Asian Games
© AFC
  • Japanisches Frauenteam holt zum zweiten Mal den Titel bei den Asien-Spielen
  • VR China erstmals seit 2002 im Finale
  • Wang Shanshan erzielte in einem Gruppenspiel nicht weniger als neun Tore

Nach dem Titelgewinn beim AFC Asien-Pokal der Frauen im April hat Japan nun auch zum zweiten Mal das Fussballturnier der Frauen bei den Asien-Spielen 2018 gewonnen. Yuika Sugasawa sorgte mit ihrem Kopfballtreffer im Finale gegen die VR China in Palembang (Indonesien) in der letzten Minute für die Entscheidung zugunsten der "Nadeshiko" von Trainer Asako Takakura. Die Japanerinnen hatten den Titel bei diesem Turnier vor acht Jahren zum ersten Mal gewonnen.

Seit der erfolgreichen Qualifikation für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™ vor einigen Monaten haben die Japanerinnen mit der konkreten Vorbereitung auf das Turnier begonnen. Die Asienspiele boten Trainer Takakura eine perfekte Gelegenheit, neue Spielerinnen zu testen. Trotz der zahlreichen Neulinge gelang es den Japanerinnen, alle fünf Spiele auf dem Weg zum Titel zu gewinnen.

In der Gruppenphase gab es kaum Probleme: Nach einem 2:0 gegen Thailand folgte ein 7:0-Kantersieg gegen Vietnam, womit die Japanerinnen im Viertelfinale standen. Hier setzten sie sich mit 2:1 gegen Titelverteidiger Korea DVR durch und zogen ins Halbfinale ein, das sie gegen die Republik Korea mit dem gleichen Resultat gewannen.

Das Finale gegen die enorm verbesserten Chinesinnen erwies sich als schwerste Partie für Japan. Das Team wurde über weite Strecken der Partie in die eigene Hälfte zurückgedrängt und musste mit vollem Einsatz verteidigen. Doch die Japanerinnen zeigten einmal mehr ihr typisches Durchhaltevermögen und viel Geduld. Sie verhinderten erfolgreich ein Gegentor und kamen schließlich unmittelbar vor Schluss durch Sugasawa zum Siegtreffer.

Trotz der Finalniederlage war es auch für die Chinesinnen unter dem neuen Trainer Jia Xiuquan ein durchaus denkwürdiges Turnier. In der Gruppenphase blieben die Chinesinnen ohne Gegentor und häuften gegen Hongkong, Tadschikistan und die DVR Korea nicht weniger als 25 Treffer an. Im Viertelfinale gegen Thailand folgte ein 5:0. Das Halbfinale gegen Chinese Taipei gewannen sie nur knapp mit 1:0 und standen damit erstmals seit 2002 wieder im Finale des Turniers.

Bei der Neuauflage des Halbfinales beim AFC Asien-Pokal der Frauen zeigte sich die chinesische Auswahl gegenüber dem Spiel vor vier Monaten deutlich stärker. Hatten die Chinesinnen das vorherige Duell noch mit 1:3 gegen den in allen Belangen überlegenen Gegner verloren, so ergriffen sie nun ihrerseits die Initiative und setzten den Erzrivalen stark unter Druck. Dank ihrer physischen Überlegenheit und einer starken Mannschaftsleistung konnte Jias Team den Gegner regeleicht einschnüren und weitaus mehr Chancen herausspielen. Doch die fehlende Chancenverwertung kam die Chinesinnen am Ende teuer zu stehen.

Dritter wurde die Republik Korea, bei der Ji Soyun weiterhin die wichtigste Sturmspitze darstellt. Die Mittelfeldspielerin von Chelsea brachte es auf dem Weg ins Halbfinale, das gegen Japan verloren ging, auf vier Treffer. Das Spiel um Platz drei gewannen die Koreanerinnen dann klar mit 4:0 gegen Chinese Taipei.

Die drei besten Teams des Turniers können der WM in Frankreich nach guten Leistungen relativ gelassen entgegensehen. Enttäuschend verliefen die Asien-Spiele allerdings für Thailand, das ebenfalls für Frankreich qualifiziert ist. Beim AFC Asien-Pokal hatten die Thailänderinnen im Halbfinale gegen Australien noch ein 2:2 erkämpft und erst im Elfmeterschießen verloren. Aus Indonesien hingegen verabschiedeten sie sich punktlos. Auf die 0:2-Niederlage gegen Japan folgte eine 2:3-Schlappe gegen Vietnam. Die Thailänderinnen müssen sich noch enorm verbessern, um bei der WM-Endrunde im kommenden Jahr konkurrenzfähig zu sein.

Spielerinnen im Fokus
Yuika Sugasawa war mit vier Treffern die beste Torjägerin Japans und die größte Neuentdeckung dieses Turniers. Die bereits 27-jährige Offensivspielerin erweitert die Optionen des Trainers im Angriffsdrittel. Da Mana Iwabuchi häufig eng gedeckt wurde, erwiesen sich die Schnelligkeit und Torgefährlichkeit Sugasawas als entscheidende Faktoren für Japans Erfolg.

Die 23-jährige Wang Shuang gilt in China als Star der Zukunft. Die Mittelfeldspielerin, die gerade erst zu Paris Saint-Germain gewechselt ist, wurde diesem Ruf mit starken Leistungen als kreative Spielmacherin voll und ganz gerecht. Sie versorgte ihre Mitspielerinnen indes nicht nur mit Vorlagen, sondern wurde mit sechs eigenen Treffern zudem zweitbeste Torjägerin des Turniers.

Statistik
12 Tore erzielte die chinesische Stürmerin Wang Shanshan und wurde mit großem Abstand Torschützenkönigin. Unvergesslich bleiben ihre neun Tore nach ihrer Einwechslung in der zweiten Halbzeit gegen Tadschikistan.

Zitat
"Wir haben die Gelegenheit genutzt und das Finale gegen die starken Chinesinnen gewonnen. Sie haben große Fortschritte gemacht und uns während der Partie enorm unter Druck gesetzt. Doch unsere Spielerinnen haben den Ansturm gut überstanden und absolut solide verteidigt. Wir haben es den Chinesinnen unmöglich gemacht, ihre Chancen zu nutzen. Nun setzen wir unsere Arbeit mit Blick auf das große Ziel fort."
Asako Takakura (Cheftrainer, Japan)

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