Ri: "Für mich ist Fussball wunderschön"

(FIFA.com)
Referee Ri Ok Hyang
© Getty Images
  • Als Spielerin stand Ri Hyang Ok bei zwei FIFA Frauen-Weltmeisterschaften auf dem Platz
  • Nach Beendung ihrer Karriere entschied sie sich, Schiedsrichterin zu werden
  • "Ich lerne immer noch überall"

Einmal bei einer Weltmeisterschaft dabei sein... Davon träumt jeder, der den Fussball liebt. Sei es nun als Zuschauer auf den Rängen, um sein Team anzufeuern und die Atmosphäre zu genießen. Oder als Spieler mit der Nationalmannschaft nach dem großen Coup zu greifen.

Ein Traum, der für Ri Hyang Ok mehrfach in Erfüllung ging. Gleich bei zwei FIFA Frauen-Weltmeisterschaften stand sie für ihr Heimatland Korea DVR auf dem Platz: 1999 und 2003 in den USA. Nur mit dem Titel sollte es nicht klappen. Bei beiden Auflagen war das Turnier nach der Vorrunde vorbei. Damit war das "Abenteuer" Weltmeisterschaft für Ri allerdings noch nicht beendet. Zwölf Jahre später stand sie in Kanada wieder auf dem Platz, wenn auch in einer völlig anderen Funktion.

"Als Spielerin habe ich es mit meiner Mannschaft nie bis ins Finale geschafft. Für uns war nach der Gruppenphase Schluss, und wir sind früh nach Hause gefahren. Aber ich wollte unbedingt eine weitere Weltmeisterschaft erleben. Also habe ich mich gefragt: Wie kann ich das?", erzählt die Nordkoreanerin im Interview mit FIFA.com. Die Antwort lag auf der Hand.

"1999 und 2003 habe ich die WM als Spielerin erlebt. Ich war überrascht, weibliche Schiedsrichter zu sehen. Das war so aufregend, da ich normalerweise nur männliche Schiedsrichter gesehen habe. Ich habe sie während der Spiele beobachtet und dachte mir: Ich möchte in ihre Fußstapfen treten und so sein wie sie. Deshalb bin ich FIFA-Schiedsrichterin geworden."

Gleich vier Spiele leitete Ri in Kanada als Offizielle, darunter die Achtelfinal-Begegnung zwischen Deutschland und Schweden und das Spiel um Platz drei, in dem sich die DFB-Frauen bekanntlich den Engländerinnen mit 0:1 geschlagen geben mussten.

Die Erkenntnisse, die sie auf beiden Seiten sammeln konnte, gleichen sich dabei durchaus. "In der Tat ähneln sich meine Erfahrungen als Spielerin und als Schiedsrichterin. Ich bin in einem großen Stadion, stehe selber auf dem Platz und um mich herum sind Spieler, Schiedsrichter, Trainer, alle Offiziellen und viele Zuschauer. Aber natürlich gibt es Unterschiede. Als Spielerin musste ich unseren Gegner kennen und verstehen. Als Schiedsrichterin muss ich beide Teams verstehen. Obwohl ich selbst Spielerin war, lerne ich immer noch auf dem Feld oder im Klassenzimmer. Ich lerne immer noch überall."

Was sich definitiv stark verändert hat, ist das Spiel an sich. Es ist schneller, athletischer und direkter geworden. Ein Grund mehr für die 40-Jährige, das Spiel zu leben. "Ganz ehrlich? Für mich ist Fussball wunderschön. Als Spielerin im Stadion zu sein, das war meine Welt. Ich fühlte mich frei und hatte einen offenen Geist. Dieses Gefühl möchte ich fortsetzen Als Schiedsrichterin fühle ich die Aufregung und die Emotionen der Spieler. Ich fühle die Zuschauer. Es ist etwas ganz Besonderes."

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