FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™

7. Juni - 7. Juli

FIFA Frauen-WM 2019™

Wu Haiyan: Mit gutem Beispiel vorangehen

China PR defender Wu Haiyan
© imago
  • Spielführerin Wu Haiyan hofft, ein gereiftes chinesisches Team zu erleben
  • In die Rolle der Spielführerin musste sie erst hineinwachsen
  • Sie hofft, mit ihrem Team den letzten Schritt zum großen Erfolg zu machen

Bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015™ lief für Spielführerin Wu Haiyan und das Team der VR China nicht alles nach Plan. Die Chinesinnen hofften, die ganze Welt zu überraschen, als sie das Viertelfinale erreichten, doch gegen den späteren Titelgewinner USA war dort mit einer knappen 0:1-Niederlage Endstation.

"2015 war ein durchwachsenes Jahr", so Wu. "In diesem Jahr merkten die Leute, dass unser Team noch sehr jung, aber voller Enthusiasmus war. Nach vier Jahren harter Arbeit hoffe ich, dass wir uns dieses Jahr als reiferes Team präsentieren können, taktisch stärker und besser organisiert."

Mit ihren gerade einmal 26 Jahren trägt Wu eine enorme Verantwortung. Schließlich wollen die Chinesinnen sogar noch den letzten Schritt tun, den das Team vor 20 Jahren verpasste. Damals verlor das Team rund um die legendäre Sun Wen das Finale der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ denkbar knapp im Elfmeterschießen gegen die USA.

Die Verteidigerin empfand die Kapitänsbinde zunächst als Belastung, doch mittlerweile hat sie sich an ihre Rolle gewöhnt und genießt die Verantwortung für ihre 'Familie'.

"Ich bin zwar Spielführerin, aber ansonsten eine Spielerin wie jede andere auch. Wir bilden ein Team. Das ganze Team ist wie eine Familie für mich. Als Spielführer kommuniziere ich lediglich etwas intensiver mit den Anderen. Als kleines Mädchen war ich sehr schüchtern. Aber mit der Zeit machte es mir immer mehr Spaß, meine Schwestern zusammenzutrommeln und etwas für sie zu tun. Unser Team wird dank der Unterstützung von allen Seiten eine noch stärkere Einheit bilden."

Wu lässt sich unter anderem von der Tennisspielerin Li Na inspirieren, die sie als großes sportliches Vorbild sieht. Die Gewinnerin der Australian Open und der French Open gehört dank zahlreicher Titel auf höchster internationaler Ebene zu den bekanntesten Sportlerinnen aus dem Reich der Mitte. Derartige Erfolge spornen Wu an, im Sommer mit dem Team ebenfalls bestmöglich abzuschneiden. In der Gruppenphase treffen die Chinesinnen in Frankreich auf Deutschland, Spanien und Turnierdebütant Südafrika.

"Li Na finde ich ganz besonders beeindruckend. Sie steht für unser Land und ist dabei enorm selbstbewusst und konsequent. Diese Qualitäten muss ich von ihr lernen.

Es gibt eine ganze Reihe legendärer Spielerinnen in China, die mich inspirieren. Fussball spiele ich allerdings in erster Linie aus Liebe zum Fussball. Denn der Fussball schenkt mir unendliche Freude, und daran wird sich auch nie etwas ändern."

Stürmerin Wang Shuang ist die einzige Spielerin im chinesischen Team, die sich im Sommer nicht sehr umstellen muss. Denn die Angreiferin von Paris Saint-Germain ist derzeit die einzige Nationalspielerin, die die Stiefel außerhalb Chinas schnürt.

Ihr Wechsel nach Frankreich sorgte für viele Schlagzeilen und inspiriert laut Wu zahlreiche weitere Spielerinnen, die nun darüber nachdenken, in ihre Fußstapfen zu treten.

"Viele Spielerinnen in China sind durch Wang Shuangs Wechsel zu PSG sehr motiviert. Wir haben eine ganze Reihe Spielerinnen, die wie sie gern im Ausland spielen und dort Erfahrungen sammeln würden. Wir sind sicher, dass derartige Erfahrungen sich nur positiv auf unsere fussballerische Karriere auswirken können und auch gut für unser Leben und unsere persönliche Entwicklung sind. Sie hat ganz bestimmt anderen Spielerinnen vorgeschwärmt und auch die ganz jungen erreicht, die gerade erst angefangen haben, zu spielen."

Wu konzentriert sich in erster Linie auf das bevorstehende Turnier im Sommer, das für die Chinesinnen am 8. Juni mit der Partie gegen den zweimaligen Titelgewinner Deutschland beginnt.

Eine Wiederholung eines so starken Turniers wie 1999 wird also ganz sicher keine leichte Sache. Doch Wu will nicht nur ähnlich weit kommen wie das Team vor 20 Jahren, sondern sie hofft auch, ähnlich viele Mädchen zu inspirieren, damit sie für ihr Land spielen wollen.

"Wir sind sehr stolz auf unsere Frauen-Nationalmannschaft, schon seit 1999. Das Team hat rund um die Welt großen Eindruck gemacht und Generation um Generation viele Spielerinnen motiviert, auch uns.

Wir hoffen, dass der Geist dieses Teams, die harte Arbeit und die Einheit in unserer Generation fortleben. Und wir hoffen, dass dank unseres Einsatzes mehr und mehr Mädchen zum Fussball kommen und in den Reihen ihres Team glänzen wollen."

China captain Wu Haiyan

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