FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011 ™

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#WorldCupAtHome: Die USA zittern sich weiter

Abby Wambach of Germany (L) celebrates after Brazil's Daiane (Bottom)
© Getty Images
  • WorldCupAtHome geht weiter, heute mit Brasilien - USA (Deutschland 2011)
  • Auf und Ab in packendem Viertelfinale mit Verlängerung und Elfmeterschießen
  • Zaubertore von Marta und Abby Wambach

Die Stars and Stripes mussten gegen das offensivstarke Brasilien um Superstar Marta bis zum Schluss zittern. Doch auch zu zehnt und noch in der letzten Minute in Rückstand, fanden die Spielerinnen von Pia Sundhage in diesem packenden Viertelfinale die Mittel, sich durchzusetzen.

Spielinfo

Brasilien – USA 2:2 (3:5 n. E.)
10. Juli 2011
Rudolf-Harbig-Stadion, Dresden (Deutschland)

Torschützinnen: 0:1 Daiane (2. ET), 1:1, 2:1 Marta (68., 92.), 2:2 Wambach (120.)

Aufstellungen:

  • Brasilien: Andréia, Aline (C), Daiane Rodrigues, Érika, Formiga (113. Renata Costa), Ester, Fabiana, Maurine, Cristiane, Marta, Rosana (85. Francielle)
  • USA: Hope Solo, Ali Krieger, Rachel Buehler, Christie Rampone (C), Amy LePeilbet, Shannon Boxx, Carli Lloyd, Heather O'Reilly (108. Tobin Heath), Lauren Cheney (55. Megan Rapinoe), Amy Rodriguez (72. Alex Morgan), Abby Wambach
Shannon Boxx of USA consoles Marta of Brazil
© Getty Images

Hintergrund

Brasilien hatte mit Marta die weltbeste Spielerin in seinen Reihen und ging mit drei Siegen aus drei Spielen in Gruppe D im Rücken voller Selbstvertrauen in die Begegnung. Das Schwergewicht USA bereits im Viertelfinale aus dem Weg zu räumen, hätte das ideale Sprungbrett zum WM-Titel sein sollen, dem die Südamerikanerinnen als Finalistinnen des Turniers vier Jahre zuvor noch immer hinterherliefen.

Die Stars and Stripes hatten in ihrer Vorrundengruppe C durchaus mehr Mühe und verloren ihre Partie gegen Schweden. Der zweifache Weltmeister wollte in Deutschland nach zwölf langen Jahren unbedingt wieder den Titel holen, nachdem die USA seit der Jahrtausendwende "nur" zwei Mal olympisches Gold gewonnen hatten.

Spielverlauf

Tore am Anfang, Tore am Ende: Die Nordamerikanerinnen machten gleich aus ihrer ersten Chance auch das erste Tor, als Shannon Boxx von links in den Rücken der Abwehr flankte. Zunächst schien Abby Wambach ihren zweiten Treffer im Turnier bejubeln zu können, bei genauerer Betrachtung war es aber Daiane, die den Ball in der allgemeinen Verwirrung ins eigene Netz befördert hatte. Für die Abwehrspielerin war es ein schwarzer Tag, denn sie verschoss später auch noch den Elfmeter, der für die Canarinhas entscheidend hätte sein können.

Allgegenwärtige Marta: Schon mit ihrem Doppelpack gegen Norwegen hatte Marta nachdrücklich auf sich aufmerksam gemacht. Überhaupt hatte Brasiliens unangefochtene Chefspielerin in jedem Spiel geglänzt, und auch dieser Partie sollte sie ihren Stempel aufdrücken. So ließ sie dank ihrer überragenden Technik gleich drei Gegenspielerinnen aussteigen. Rachel Buehler konnte sie anschließend im Strafraum nur noch mit einem Foul stoppen, was ihren Platzverweis zur Folge hatte. Obendrein gab es Elfmeter, den Marta sicher verwandelte. Kurz nach Beginn der Verlängerung brachte Brasiliens Nummer 10 ihre Mannschaft dann mit einem herrlichen Lupfer sogar in Führung.

Wambach ist zur Stelle: Es lief bereits die letzte Minute und alles sah nach dem dritten WM-Halbfinale für die brasilianischen Frauen aus, da schlug Megan Rapinoe noch einen letzten langen Ball auf die startende Abby Wambach. Die Ausnahmestürmerin hatte bei ihrem Kopfball nicht nur das perfekte Timing, ihr Ausgleich avancierte auch zum spätesten Tor in der Geschichte der Frauen-Weltmeisterschaft.

USA's goalkeeper Hope Solo (C) saves the ball during the quarter-final against Brazil
© AFP

Der Star

Dass sich die USA gegen Brasilien durchsetzten, lag zum großen Teil auch an Hope Solo. Gerade in Unterzahl vereitelte die Torhüterin mit etlichen Glanzparaden eine Vielzahl von Großchancen. Auch im Elfmeterschießen behielt Solo die Oberhand und wehrte den entscheidenden Schuss von Daiane ab.

Zitate

"Wir hätten allen Grund gehabt, aufzustecken. Aber ich wusste, wenn ich den Ball richtig treffe, geht der noch rein. Das war mein Moment. Es war fast, als hätte ich mich mein Leben lang aus irgendeinem Grund genau darauf vorbereitet. Die Weltmeisterschaft haben wir nicht gewonnen, aber wir sind dadurch trotzdem als Champions in die Vereinigten Staaten zurückgekehrt. Das war einer der besten Momente in meinem Sportlerleben."
Abby Wambach (Stürmerin, USA)

"Es war ein ganz schwieriges, ausgeglichenes Spiel. Wir wussten, wie stark die Amerikanerinnen sind. Unsere Elf hatte vielleicht das kreativere Spiel, aber durchsetzen konnten wir uns damit letztlich nicht. Wir haben nach vorn gespielt, jede Gelegenheit zum Kontern genutzt. Aber dann haben wir kurz vor Ende der Verlängerung den Ausgleich hinnehmen müssen und das Elfmeterschießen musste entscheiden. Zwar haben wir unser Ziel unterm Strich nicht erreicht, aber meiner Meinung nach haben wir trotzdem eine gute WM gespielt."
Kleiton Lima (Nationaltrainer, Brasilien)

Und danach?

Im Halbfinale fertigten die USA Frankreich mit 3:1 ab und stießen so ins Endspiel vor, wo Japan auf sie wartete. Die Asiatinnen wiederum waren bis dahin nie über das WM-Viertelfinale hinausgekommen, setzten sich aber entgegen aller Erwartungen im Elfmeterschießen durch, nachdem sie zuvor zwei Mal zurückgelegen hatten (2:2, 3:1 n. E.).

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