FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011 ™

26 Juni - 17 Juli

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011™

USA feiern Titelgewinn

© Others

Die USA präsentieren sich derzeit in Hochform, und es sieht ganz danach aus, als seien sie der bevorstehenden großen Herausforderung der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011™ voll und ganz gewachsen. Das wurde bei der 18. Auflage des Algarve Cups deutlich, der vom 2. bis zum 9. März in Portugal stattfand. Die Schützlinge von Pia Sundhage heimsten ihren achten Titel bei diesem Turnier ein, gewannen alle vier Spiele und überzeugten auch noch mit "sehr gutem Fussball", wie die Nationaltrainerin im Anschluss betonte.

Falls die knappe Qualifikation für die WM über das Playoff-Spiel gegen Italien Zweifel an der Stärke der Mannschaft aufkommen ließ, so konnten diese mit dem Erfolg im Süden Portugals mit Sicherheit ausgeräumt werden: Die Stars and Stripes verfügen über solide Ressourcen und konnten auch mit ihrer Spielweise rundherum überzeugen. Beweis für die Stärke des Teams ist allein schon die Tatsache, dass mit Japan und Norwegen zwei Gruppengegner der USA auch in Deutschland um die Medaillen kämpfen werden.

"Ich bin sehr zufrieden mit unserem Auftritt bei diesem Turnier. Das war eine hervorragende Vorbereitung für die Weltmeisterschaft. Jetzt kann ich sagen, dass wir bereit sind, denn wir haben das Gefühl, dass wir wieder auf unserem optimalen Niveau angekommen sind", erklärte Sundhage im Anschluss an das Finale zufrieden gegenüber FIFA.com.

Allerdings war der Triumph bei diesem prestigeträchtigen Turnier keinesfalls ein Spaziergang. Insbesondere das Finale hatte es in sich, denn das Überraschungsteam aus Island brachte die Amerikanerinnen ganz schön in Bedrängnis. Die Auswahl von Sigurour Eyjólfsson qualifizierte sich nach drei Siegen in ebenso vielen Spielen als Tabellenführer der Gruppe B für das Endspiel. Dabei ließ das Team Schweden, Dänemark und China VR hinter sich. Im Finale kassierten die Isländerinnen dann einen frühen Gegentreffer durch Carli Lloyd. Aber dann gelang es ihnen überraschend, die Partie mit einem Doppelschlag von Katrin Ómarsdóttir und Hallbera Gísladóttir innerhalb von drei Minuten zu drehen. Kurz vor der Halbzeitpause erzielte Lauren Cheney dann den Ausgleichstreffer für die USA, und im zweiten Durchgang brachte Heather O’Reilly die U.S.-Amerikanerinnen erneut in Führung. Diese waren zwar technisch überlegen und hatten auch mehr Ballbesitz, taten sich aber dennoch schwer gegen die taktisch sehr diszipliniert auftretenden Isländerinnen, die zudem durch physische Stärke überzeugten. Alex Morgan, die beste Torschützin des Turniers, erzielte kurz vor Schluss einen weiteren Treffer zum 4:2-Endstand.

"Letztes Jahr haben wir den neunten Platz belegt, und dieses Jahr haben wir das Finale gegen die Nummer eins der Weltrangliste bestritten. Das war ein Riesenschritt nach vorn und äußerst positiv für den Frauenfussball in unserem Land. Das Turnier war eine sehr positive Erfahrung. Wir sind gegen große Gegner angetreten und haben zum ersten Mal gegen Dänemark und China gewonnen", erklärte der Trainer des Teams, der mit der Leistung seiner Mannschaft mehr als zufrieden war.
*
*Die anderen WM-Teilnehmer
Die japanische Auswahl belegte am Ende den dritten Platz, und Spielführerin Homara Sawa wurde als beste Spielerin des Turniers ausgezeichnet. Der japanische Trainer Norio Sasaki fährt zufrieden nach Hause. "Das war ein gutes Turnier für meine Mannschaft. Wir haben unser Kombinationsspiel stark verbessert und gewisse Mankos ausgemerzt. Wir haben eine Gruppe von Nachwuchsspielerinnen mit sehr gutem Ergebnis getestet. Dennoch geben wir uns jetzt nicht mit dem Erreichten zufrieden, sondern müssen im Hinblick auf die WM noch weiter an uns arbeiten", erklärte er gegenüber FIFA.com, nachdem er mit seinem Team das Spiel um Platz drei gegen Schweden gewonnen hatte. Zuvor hatten die Japanerinnen bereits Norwegen und Finnland besiegt und nur gegen die USA ein knappe Niederlage hinnehmen müssen (1:2).

Die Bilanz der beiden skandinavischen WM-Teilnehmer fiel hingegen eher bescheiden aus. Beide hatten jeweils zwei Niederlagen und zwei Siege zu verbuchen. Allerdings stellte dieses Turnier für die beiden Teams auch erst den Beginn der Vorbereitungen dar, weil die Wettbewerbe dort erst in einigen Wochen starten. Daher ist der Optimismus bei beiden Delegationen ungetrübt.

An der Algarve fanden sich aber auch einige Repräsentanten des Frauenfussballs ein, deren Nationalmannschaften nicht am Turnier beteiligt waren. Die deutsche Nationaltrainerin Silvia Neid verfolgte unter anderem ganz aufmerksam die Partie zwischen Japan und Schweden, und auch eine englische Beobachter-Delegation wurde auf den Rängen gesichtet. Schließlich bot das Turnier eine hervorragende Gelegenheit, die Gegner im Kampf um den Weltmeistertitel aus nächster Nähe unter die Lupe zu nehmen.

Das Turnier war aber nicht nur für Spielerinnen und Trainerinnen ein Prüfstein, sondern auch für die Schiedsrichterinnen. 62 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichterassistentinnen kamen im Rahmen des Wettbewerbs zwei Wochen lang zusammen, um die letzten Tests zu absolvieren, die für die Zusammenstellung der Liste der 48 Auserwählten für Deutschland 2011 entscheidend sein werden. Die Nationalmannschaften mögen zwar teilweise noch Verbesserungsbedarf haben, aber ihre Teilnahme am Turnier steht zumindest schon fest.

*Schritt für Schritt
*
Während in den Gruppen A und B die besten Mannschaften des Turniers gegeneinander antraten, bot die Gruppe C den Nationalteams der Länder eine Chance, in denen sich der Frauenfussball noch in der Entwicklungsphase befindet. Die vier Teilnehmer dieser Auflage ließen jedoch keinen Zweifel daran, dass es in ihren Gefilden mit Riesenschritten voran geht. Wales, Gastgeber Portugal, Rumänien und Chile waren hier vertreten, das chilenische Team wurde mit dem Fairplay-Preis ausgezeichnet.

Sehr zufrieden war bei dieser Auflage zweifellos die Trainerin der gastgebenden Mannschaft, die keine einzige Niederlage hinnehmen musste und zum Abschluss einen Sieg gegen Finnland verbuchen konnte. "Das Team kehrt gestärkt von der Algarve zurück, denn wir haben kein einziges Spiel verloren. Daher sind wir alle sehr zufrieden. Wir haben unsere Fähigkeiten ausgebaut, sind mental stärker geworden, und die Spielerinnen zeigen viel Einsatz. Jetzt müssen wir an diesen Erfolg anknüpfen, einige Fehler ausmerzen und noch stärker werden, denn die Qualifikation für die Europameisterschaft wird nicht leicht werden. Wir haben noch einen langen Weg vor uns", so Mónica Jorge.

Ein langer Weg, auf dem immer mehr Länder mit immer stetigeren und immer schnelleren Schritten vorankommen.

Abschlusstabelle:
1.USA
2. Island
3. Japan
4. Schweden
5. Norwegen
6. Dänemark
7. China VR
8. Wales
9. Portugal
10. Finnland
11. Chile
12. Rumänien

Ergebnisse:
Japan 1-2 USA
Schweden 1-2 Island
China 0-1 Dänemark
Rumänien 2-0 Chile
Norwegen 2-1 Finnland
Portugal 3-1 Wales
Japan 5-0 Finnland
USA 2-0 Norwegen
Island 2-1 China VR
Dänemark 1-3 Schweden
Portugal 0-0 Chile
Wales 2-1 Rumänien
Norwegen 0–1 Japan
Finnland 0-4 USA
China VR 0-1 Schweden
Dänemark 0-1 Island
Chile 1-2 Wales
Portugal 1-1 Rumänien
Rumänien 0-0 (n.E. 5-6) Chile
Portugal 2-1 Finnland
China VR 2-1 Wales
Norwegen 0-0 (n.E. 6-5) Dänemark
Japan 2-1 Schweden
USA 4-2 Island

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