FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™

7 Juni - 7 Juli

FIFA Frauen-WM 2019™

Refiloe Jane jagt gleich zwei Träumen hinterher

  • Refiloe Jane ist eine Schlüsselfigur im Team Südafrikas, das die WM-Qualifikation anstrebt
  • Die Mittelfeldspielerin will sich zwei Lebensträume erfüllen
  • In Afrika werden im kommenden Monat drei Tickets für Frankreich 2019 vergeben

So lange sie denken kann, hatte Refiloe Jane stets nur den Wunsch, Fussballerin zu sein. Sie wuchs in einer südafrikanischen Großfamilie auf und lernte das Spiel in den staubigen Straßen Sowetos. Für Jane war der Weg alles andere als leicht.

Gut zwei Jahrzehnte nachdem sie dem Fussball verfiel, steht Jane - oder Fifi, wie sie von Teamkameradinnen und Gegnerinnen gleichermaßen genannt wird – kurz davor, innerhalb weniger Wochen zwei ihrer großen Ziele erreichen zu können.

Im nächsten Monat hat Südafrika die Chance, sich erstmals für eine FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ zu qualifizieren. Dazu muss die Banyana Banyana einen der ersten drei Plätze bei der CAF Frauen-Meisterschaft in Ghana belegen, um sich ein Ticket für Frankreich 2019 zu sichern.

Doch zuvor geht für Fifi noch ein lebenslanger Traum in Erfüllung, denn sie hat endlich einen Vertrag im Ausland ergattert – volle zehn Jahre nach ihrem Debüt in der ersten Mannschaft ihres Klubs. An diesem Wochenende wird sie erstmals für Canberra United auflaufen, und zwar zum Saisonauftakt der W-League. An ihrer Seite wird zudem ihre Nationalmannschaftskollegin Rhoda Mulaudzi spielen.

"Das war ein ungeheuer emotionaler Moment für mich", so Fifi gegenüber FIFA.com im Rückblick auf ihr erfolgreiches Probetraining. "Ich kann gar nicht ausdrücken, was ich alles gefühlt habe. Mir fehlten die Worte, als der Trainer uns sagte, dass wir einen Vertrag bekommen."

Derzeit studiert Fifi für ihren Master-Abschluss im Sport-Management. Um das Geld für die Reise zum Probetraining nach Australien aufzubringen, musste sie extra eine Spendenaktion ins Leben rufen. Und obgleich sie über so gut wie keine Ersparnisse verfügt, übernahm Fifi auch noch die Reisekosten für Mulaudzi, seit zwölf Jahren ihre beste Freundin.

Canberra Uniteds Trainerin Heather Garriock, die lange für Australien spielte, zeigte sich beeindruckt vom Können und der Einstellung der beiden Südafrikanerinnen.

"Sie haben extrem hart gearbeitet, um dorthin zu kommen, wo sie jetzt sind. Als wir ihnen sagten, dass sie einen Vertrag bekommen, konnten sie die Tränen kaum zurückhalten", so Garriock said. "Das war der bislang schönste Moment meiner Trainerkarriere."

Canberra ist in jeder Hinsicht weit entfernt von Kliptown, wo Fifi im Schatten des Orlando-Stadions aufwuchs, genau dort also, wo das fussballerische Herz Sowetos schlägt.

Nachdem sie auf der Schule als Sprinterin geglänzt hatte, gelang ihr der Sprung in die südafrikanische Frauen-Nationalmannschaft gerade noch rechtzeitig vor den Olympischen Spielen von London 2012. Dort lief sie wenige Tage nach ihrem 20. Geburtstag für die *Banyana Banyana* auf. Seitdem hat sie sich als beliebte und geschätzte Nationalspielerin etabliert, die kein Blatt vor den Mund nimmt.

Ihre fussballerische Klasse demonstrierte Fifi erst im vergangenen Monat wieder, als sie im Finale der COSAFA Frauen-Meisterschaft vor eigenem Publikum beide Tore zum 2:1-Sieg gegen Kamerun erzielte.

In knapp vier Wochen wird Südafrika versuchen, sich für Frankreich 2019 zu qualifizieren und damit das knappe Scheitern vor vier Jahren vergessen zu machen.

"Wir waren ganz nah dran an der Qualifikation und haben sie letztlich nur Haaresbreite verpasst", so Fifi. "Dieses Mal wollen wir alles richtig machen und uns für die WM qualifizieren.

Wir alle sprechen ständig davon. Seit unserem Scheitern 2015 haben wir sehr hart auf diese WM hingearbeitet. Immer wenn wir im Trainingslager sind, rufen wir uns wieder ins Gedächtnis, dass wir uns für einen Auftritt auf der größten Fussballbühne der Welt vorbereiten. Wir wollen es unbedingt schaffen."

Ein entscheidender Moment für die Regenbogen-Nation

Südafrika war zwar bereits zwei Mal bei den Olympischen Spielen am Start, doch auf der größten Bühne des Frauenfussballs steht das Debüt noch aus.

Seit Frankreich 1998 ist keinem südafrikanischen Team mehr die Qualifikation für eine FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ gelungen. 2010 war das Land bei der WM im eigenen Land als Gastgeber qualifiziert. Für Fifi steht fest, dass eine erneute Teilnahme in Frankreich – dieses Mal durch die Frauen-Mannschaft – ein enorm bedeutsamer Moment für den südafrikanischen Fussball wäre.

"Es gibt so viele Fussballerinnen in Südafrika, die zu den Spielerinnen in der Nationalmannschaft aufblicken", so die Spielerin. "Wir wollen ihnen die Türen öffnen. Wir wollen der Welt zeigen, dass Südafrika viele Talente hat und dass wir die Spielerinnen haben, um auf der Weltbühne mitzuhalten.

Jeder in Südafrika träumt davon, dass sich Südafrika für die WM qualifiziert. Das würde nicht nur unser Leben verändern, sondern das Leben aller Südafrikaner."

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