FIFA Frauenfussball-Weltmeisterschaft Schweden 1995 ™

FIFA Frauenfussball-Weltmeisterschaft Schweden 1995 ™

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™

25 Jahre nach Norwegens WM-Triumph

Norway celebrate winning the 1995 FIFA Women's World Cup.
  • Heute vor 25 Jahren hat Norwegen die FIFA Frauen-WM gewonnen
  • 2:0-Sieg gegen Deutschland im Finale in Solna (Schweden)
  • Hege Riise: "Das war der beste Moment meiner Karriere"

Heute vor 25 Jahren stand Norwegen an der Spitze der Welt. Die Norwegerinnen hatten gerade als zweites Team die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ gewonnen und sind heute, ein Vierteljahrhundert später, eines von nur vier Teams, denen dies gelungen ist.

Diese Nation mit gerade einmal fünf Millionen Einwohnern ist außerdem bei Weitem die kleinste, die den Gipfel des Frauenfussballs erklommen hat. Auch wenn sich die Norwegerinnen im Vergleich zu den anderen Titelgewinnern USA, Deutschland und Japan vielleicht wie ein kleines Licht ausnehmen, hatten sie damals auch gegen Schwergewichte eine hervorragende Bilanz vorzuweisen.

Von 1987 bis zum Jahr 2000 wurden sie zweimal Europameisterinnen, gewannen Olympisches Gold und zogen zweimal ins Finale der Frauen-WM ein. Doch der krönende Augenblick kam an einem regnerischen Juninachmittag in Solna (Schweden), als die Norwegerinnen den Erzrivalen Deutschland besiegten und sich die begehrteste aller Trophäen sicherten.

"Das war zweifellos der beste Moment meiner Karriere", erklärt Hege Riise, Norwegens Starspielerin und Schützin des Auftakttors im Finale, gegenüber **FIFA.com**. "Der Sieg bei Olympia war wunderbar, aber es war bei diesem Turnier nicht so ein Lauf wie damals. Die WM '95 war mein schönstes Erlebnis."

Riise konnte den Erfolg noch mehr genießen, da sie vier Jahre zuvor bereits die andere Seite der Medaille gesehen und im Finale der Frauen-WM 1991 gegen ein starkes U.S.-Team unter Führung von Michelle Akers das Nachsehen gehabt hatte (1:2). Davor hatte sie zu den 22 Spielerinnen gehört, die vor 65.000 Fans die erste Partie der Turniergeschichte bestreiten durften. Gegner war Gastgeber China. "Da wusste ich, dass die Frauen-WM etwas ganz Besonderes sein konnte", erklärte sie später.

1991 in China war Riise noch ein Nachwuchstalent gewesen, vier Jahre später in Schweden ging sie als eine der erfolgreichsten und angesehensten Spielerinnen in die Endrunde. Tatsächlich kehrte sie nicht nur mit der Siegermedaille im Gepäck nach Hause zurück, sondern darüber hinaus als beste Spielerin des Turniers.

"Auf diesen Goldenen Ball bin ich noch immer unheimlich stolz", so Riise. "Ich habe wirklich ein fantastisches Turnier gespielt und jede Minute auf dem Platz genossen. Ich war so gut in Form, dass ich einfach das Gefühl hatte, nichts könne mich aufhalten."

"Ich glaube, vielen im Team ging es '95 genauso. Wir hatten denselben Trainer wie '91 [Even Pellerud], die meisten Spielerinnen waren auch wieder dabei. Außerdem hatten wir einen sehr intensiven Trainingsmodus entwickelt und waren daher in absoluter Bestform. Als die WM losging, hatten wir das Gefühl, niemand könne uns aufhalten."

Das machte sich auf dem Platz bemerkbar. Die Norwegerinnen waren mit Kanada, England und Nigeria in eine Gruppe gelost worden und erzielten in der Gruppenphase sage und schreibe 17 Treffer. Dabei kassierten sie kein einziges Gegentor. Anschließend fegten sie Dänemark im Viertelfinale vom Platz. Im Halbfinale kam es dann zur Neuauflage des Finales von 1991 gegen ein eindrucksvolles U.S.-Team, das unter anderem mit Michelle Akers, Mia Hamm und Carin Jennings aufwarten konnte.

[Ann Kristin Aarones](https://de.fifa.com/womensworldcup/news/fri-0803-als-aarones-und-norwegen-die-welt-beherrschten-748w-3020101) erzielte den einzigen Treffer der Partie. Die große Stürmerin, die am Ende beste Torschützin des Turniers wurde, gab allerdings zu, dass auch ein Quäntchen Glück dabei war. "In den Schlussminuten haben sie glaube ich dreimal die Latte getroffen", meint sie im Gespräch mit **FIFA.com**. "Die Amerikanerinnen hatten wahrscheinlich das Gefühl, wir hätten ihnen die Goldmedaille gestohlen."

Dabei hatten die Norwegerinnen die Trophäe nach dem Sieg gegen die Titelverteidigerinnen noch lange nicht in der Tasche. Im Finale lauerte nämlich ein deutsches Team, das erst drei Monate zuvor zum dritten Mal in Folge die UEFA EURO der Frauen gewonnen hatte. In den beiden vorherigen kontinentalen Finalrunden hatten sie die Norwegerinnen insgesamt mit 7:2 besiegt.

Doch dann war es Riise, bei der im strömenden Regen von Solna der zündende Funke der Inspiration übersprang. Sie erzielte eines der berühmtesten Tore der WM-Geschichte und brachte ihr Team in der 37. Minute in Führung. "Es gibt Momente, die man einfach nicht vergisst. Für mich ist jenes Tor im Finale einer davon", meint sie lächelnd.

Drei Minuten später erhöhte Marianne Pettersen auf 2:0. Auch wenn einige Zuschauer nun vielleicht glaubten, damit sei das Schicksal der Deutschen besiegelt, legten Riise und Co. jetzt keinesfalls die Hände in den Schoß. 

"Auch wenn wir klar führten, wussten wir schließlich, dass wir es hier mit den Deutschen zu tun hatten, die nie aufgeben. Deshalb haben wir bis zum Abpfiff nicht nachgelassen", erklärt sie. "Und dann haben wir richtig gefeiert. Unser Flieger wurde auf dem Rückweg nach Norwegen sogar von zwei Militärfliegern eskortiert, und am Flughafen gab es eine große Feier."

Die Feierlichkeiten waren hart erkämpft und hoch verdient. Aarones dazu: "Schließlich wird Norwegen nicht allzu oft Weltmeister."

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