FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™

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7. Juni - 7. Juli

FIFA Women's World Cup

Nnadozie: "Nigeria wird gegen Frankreich nicht verlieren"

 Chiamaka Nnadozie of Nigeria poses for a portrait
© Getty Images
  • Chiamaka Nnadozie schrieb gegen die Republik Korea *beim #FIFAWWC Geschichte *
  • Die 18-Jährige sieht sich als Edeljoker
  • Nnadozie: "Nigeria wird gegen Frankreich nicht verlieren"

Von Ann Odong, Teamreporterin Nigeria

Die Torhüterleistungen bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™ waren teils herausragend, darunter auch der Rekord von Chiamaka Nnadozie. Nigeria stand bereits vor seinem zweiten Gruppenspiel gegen die Republik Korea enorm unter Druck. Nach dem 0:3 gegen Norwegen musste ein Sieg her, um noch realistische Chancen auf einen der beiden ersten Plätze in Gruppe A zu haben. Viele Trainer hätten angesichts dieser Ausgangslage lieber nichts riskiert. Ganz anders Thomas Dennerby. Er wechselte just auf der neuralgischen Torhüterposition und ließ die 18-Jährige von Imo State ran. Diese hielt beim 2:0-Sieg ihren Kasten sauber.

["]()Der Trainer hat mich zu sich gerufen und gesagt: 'Du spielst!'", erzählt Nnadozie im Gespräch mit **FIFA.com**. "In diesem Augenblick ging für mich ein Traum in Erfüllung."

Nnadozies Aufstieg im nigerianischen Frauenfussball war rasant. Sie begann im Alter von zwölf Jahren mit dem Fussballspielen und wurde rasch in die U-17- und die U-20-Auswahl berufen. Im vergangenen Jahr hütete sie das Tor bei der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft und ließ im Spiel gegen Haiti in Brittany ihr Potenzial mehr als nur aufblitzen. Nnadozie wurde zur Spielerin des Spiels gewählt. In diesem Turnier beschloss sie, mit der A-Nationalmannschaft zur WM nach Frankreich zurückzukehren.

"Ich wusste, dass daraus etwas wird, denn wenn ich auf den Platz gegangen bin, hat mein Trainer jedes Mal gesagt: 'Arbeite hart, du schaffst es!' Also habe ich darauf hingearbeitet", berichtet die Torfrau. "In jedem Training habe ich mein Bestes gegeben, da konnte ich noch so müde sein."

Ein Ziel hatte sich Nnadozie dabei für Frankreich 2019 gesetzt.

"Ich habe mir gesagt, so Gott will, möchte ich im Turnier einmal im Tor stehen", sagt sie. "Als es dann so weit war, war mir ein bisschen mulmig zumute. Aber ich habe mir Mut gemacht und mir gesagt: 'Komm schon, wer in den Freundschaftsspielen im Tor stehen kann, der kann es auch jetzt!'"

Das im Vorfeld des Turniers gesteckte Ziel erreichte Nnadozie gegen die Republik Korea mit einer für ihr Alter ungewöhnlichen Ruhe und Abgeklärtheit. Mit 18 Jahren und 186 Tagen avancierte sie so zur jüngsten Torhüterin, die je bei der Frauen-Weltmeisterschaft zu null gespielt hat.

"Als ich das nach dem Spiel gesehen habe, war ich überglücklich", so Nnadozie. "In meinem Alter so einen Rekord aufzustellen, darauf bin ich schon stolz.

Aber auch auf meine ganze Abwehr. Sie hat das toll gemacht. Ich weiß, dass ich es ohne meine Mitspielerinnen nicht geschafft hätte. Sie haben mir den Rekord ermöglicht."

Die Abstimmung zwischen Nnadozie und ihren Vorderleuten macht deutlich, wie anerkannt sie in der nigerianischen Mannschaft ist. Aber so ruhig der Teenager auf dem Platz ist, so quirlig ist Nnandozie abseits davon.

"Ich albere gern herum", gesteht sie. "Wenn ich merke, dass jemand oder traurig ist, dann will ich ihn aufheitern. Ich möchte, dass die Leute um mich herum glücklich sind.

Manchmal, wenn ich irgendwo nicht mit dabei bin, rufen mich die Leute an und sagen: 'Wir vermissen dich!' "Und wenn ich irgendwo hinkomme und es herrscht schlechte Laune, dann mache ich etwas Lustiges und alle lachen."

Nigeria spielt am Montag gegen den in Topform befindlichen Gastgeber Frankreich. Nnadozie stand zwischen den Pfosten, als ihre Super Falcons im vergangenen Jahr im Freundschaftsspiel gegen Les Bleues mit 0:8 unter die Räder kamen, gibt sich aber überzeugt, dass sich ein solches Ergebnis nicht wiederholen wird.

"Ich weiß, Frankreich wird das ganz entspannt angehen und vielleicht denken, diesmal werden es noch mehr Tore.

Und es wird natürlich ein schwieriges Spiel. Frankreich gehört zu den besten Mannschaften im Turnier, soll aber wissen, dass es nicht noch einmal so laufen wird", stellt Nnandozie klar.

"Das war letztes Jahr. Ich weiß, dass wir nicht verlieren werden. Wir werden unser Land stolz machen."

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