FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Australien/Neuseeland 2023™

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FIFA Frauen-WM 2023™

Stott: Ich hätte nie gedacht, eine Heim-WM zu erleben

Rebekah Stott of New Zealand poses during the official FIFA Women's World Cup 2019 portrait session
© Getty Images
  • Rebekah Stott dürfte 2023 eine der zentralen Figuren bei Gastgeber Neuseeland sein
  • Die Verteidigerin wuchs in Neuseeland und Australien auf
  • Die Football Ferns wollen erstmals den Sprung aus der Gruppenphase schaffen

In ihrer Kindheit gab es für Rebekah Stott keinerlei neuseeländischen Vorbilder. Daher träumte sie davon, für das Nationalteam der USA oder Chinas zu spielen. Vieles hat sich seit den Ausbildungsjahren Stotts zu Beginn des Jahrhunderts verändert. Doch für die lokalen Youngster steht eine noch viel umfassendere Veränderung bevor, wenn Neuseeland und Australien 2023 gemeinsam die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ ausrichten werden.

Als Ende Juni der Erfolg der gemeinsamen Bewerbung feststand, bedeutete dies für die Mitglieder der Fussballfamilie in Down Under einen enormen Schub. Eine so einzigartige Perspektive wie Stott hat allerdings kaum eine Spielerin.

Sie wurde in Neuseeland geboren und verbrachte ihre Kindheit in beiden Ländern. Im Juniorinnenbereich spielte sie zunächst für Australien. Mit Neuseeland nahm sie dann im Seniorinnenbereich an zwei FIFA Frauen-Weltmeisterschaften™ und zwei Olympischen Fussballturnieren der Frauen teil. Dass die heute 27-jährige Stott eine Botschafterin der Bewerbung war, kann angesichts dieser Vergangenheit nicht überraschen.

"Das ist so toll. Ich kann es kaum noch erwarten", so Stott gegenüber FIFA.com über das Turnier 2023. "Ich empfinde viel Liebe für beide Länder. Ich bin mit vielen Spielerinnen im australischen Team befreundet und meine Kiwi-Mädels liebe ich natürlich. Es ist noch recht lange hin, aber wir sind alle ganz begeistert und können es kaum erwarten. Ich hätte nicht damit gerechnet, eine Heim-WM zu erleben."

New Zealand player Rebekah Stott in front of the Sydney Opera House
© Getty Images

Stott ist überzeugt, dass 2023 ein riesiger Erfolg wird und verweist zur Untermauerung auf die FIFA U-20-Weltmeisterschaft 2015 in Neuseeland.

"Neuseeländer lieben Sport", so Stott, die aus dem Küstenstädtchen Papamoa rund 200 Kilometer südöstlich von Auckland stammt. "Fussball ist in Neuseeland nicht unbedingt die führende Sportart, doch durch die WM wird die Entwicklung enorm angetrieben. Kiwis lieben es einfach, als Zuschauer dabei zu sein, egal bei welcher Sportart."

"Welche Auswirkungen würden große Erfolge wohl auf den Fussball im Land haben? Nun, das ist ganz einfach, der Fussball würde dadurch einen enormen Schub erhalten", ist Stott überzeugt. "Das würde dem Fussball unglaubliche Aufmerksamkeit bescheren."

"Alle im Land können mit an Bord kommen und den jungen Mädchen zeigen, dass Fussball eine Perspektive ist und dass sie eine Karriere anstreben können. Ich hoffe, wir können möglichst viele Mädchen und Jungen inspirieren. Ich selbst hatte das (als junges Mädchen) nicht und habe deswegen davon geträumt, für die USA oder für China zu spielen, die damals die besten Teams waren."

Die vielseitige Verteidigerin ist eine unauffällige, aber enorm zuverlässige Akteurin in der Hintermannschaft und gehört seit gut einem Jahrzehnt fest zum Kader. Fast wäre Neuseeland in dieser Zeit zum ersten Mal der Einzug in die K.o.-Runden einer FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ gelungen. 2015 in Kanada fehlte den Football Ferns nur ein einziges Tor zum Weiterkommen. Gleichzeitig gelang der U-20-Auswahl bei den Männern im eigenen Land der Sprung aus der Gruppenphase.

Stott lässt keinen Zweifel daran, dass dies nun eines der Ziele des Teams sein muss. Und die Chancen stehen gut, dass dieses Ziel erreicht werden kann. Schließlich sitzt mit Tom Sermanni ein überaus erfahrener Coach auf der Bank und mehrere Spielerinnen der goldenen Generation Neuseelands dürften 2023 zum letzten Mal auf der großen Bühne dabei sein, darunter Ali Riley und Abby Erceg, um nur zwei zu nennen.

Eine nicht optimale Vorbereitung auf Frankreich 2019 trug ihren Teil dazu bei, dass die Kiwis sich dort gegenüber Kanada 2015 nicht verbessern konnten. Doch für 2023 ist Stott sehr optimistisch.

"Trainer Tom Sermanni hat das bestmögliche Umfeld für uns geschaffen, damit wir auf dem Feld unser Bestes geben können", so die Verteidigerin. "Und dies wird sich noch weiter verbessern, je länger wir als Team zusammen bleiben. Er hat enorm viel Erfahrung, die er in den Kader einbringt. Das ist ein großer Vorteil für uns."

"Unsere Nachwuchsteams bei den Mädchen und Jungs haben es schon geschafft (bei Weltmeisterschaften in die K.o.-Runden einzuziehen). Uns ist das bei einer Senioren-WM noch nie gelungen. Es wäre fantastisch, wenn wir es im eigenen Land zum ersten Mal schaffen würden. Das ist definitiv eines unserer wichtigsten Ziele."

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