FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015

7. Juni - 7. Juli

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2015™

Stolz und Bedauern bei entthronten Weltmeisterinnen

VANCOUVER, BC - JULY 05:  Japan waits after given their second place medals after their 5-2 to the United States in the FIFA Women's World Cup Canada 2015 Final at BC Place Stadium on July 5, 2015 in Vancouver, Canada.  (Photo by Dennis Grombkowski/Getty
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Japan hat zwar den Weltmeistertitel verloren, doch das Team zeigte auch im letzten Spiel des Turniers zwei typisch japanische Qualitäten, nämlich mentale Stärke und Durchhaltevermögen. Die Japanerinnen erwischten in Vancouver einen unglaublich schlechten Start und lagen nach 16 Minuten bereits mit vier Toren zurück. Drei der Treffer in dieser kurzen Zeit hatte Carli Lloyd erzielt. Am Ende mussten sich die Asiatinnen mit 2:5 geschlagen geben.

Ein solcher Auftakt würde den meisten Teams das Genick brechen. Doch das japanische Durchhaltevermögen ist hinreichend bekannt und hat auch eine große Rolle beim Erreichen des zweiten WM-Finales in Folge gespielt. Auf dem Weg dorthin fuhr das Team sechs Siege mit jeweils einem Tor Vorsprung ein. Schon beim Turnier 2011 in Deutschland hatten die Japanerinnen im Finale zwei Mal einen Rückstand gegen die USA aufgeholt und sich letztlich im Elfmeterschießen durchgesetzt. Lohn der Mühe war damals der erste Weltmeistertitel für das Team.

Doch dieses Mal gab es nach dem frühen Rückschlag keinen Weg mehr zurück in die Partie. Dennoch setzten die Japanerinnen die USA während der gesamten restlichen Spieldauer unter Druck und hatten am Ende nicht nur zwei Tore auf der Habenseite, sondern lagen sogar im Ballbesitz leicht vorn. "Wir hatten dem, was die USA uns im Finale entgegen warfen, nicht genug entgegenzusetzen", sagte Torschützin Yuki Ogimi gegenüber FIFA.com. "Wir müssen einfach zugeben, dass uns heute die Klasse fehlte. In dieser Hinsicht waren die USA besser als wir."

"Die Amerikanerinnen haben viele Variationen bei Standards ausprobiert und damit sind wir insbesondere am Beginn der Partie gar nicht gut zurecht gekommen. Und so lagen wir schon nach kürzester Zeit mit zwei Toren hinten. Dann haben wir ziemlich bald auch noch das dritte und das vierte Gegentor kassiert. Trotzdem haben wir dann in unseren Rhythmus gefunden und zwei Anschlusstore geschafft. Doch letztlich haben wir es nicht geschafft, wieder ganz ins Spiel zu kommen."

Ogimi hatte sich bei ihrem Treffer in perfekter Stürmermanier von ihrer Bewacherin Julie Johnston gelöst und den Ball dann eiskalt in die Maschen gesetzt. Doch obgleich sie damit die im Turnier lange ungeschlagene gegnerische Torhüterin überwand, war Ogimi nach dem Spiel eher nachdenklich gestimmt. In der Kabine habe aber trotzdem eine positive Stimmung geherrscht. "Wir sind stolz darauf, Vizeweltmeister zu sein. Darüber ist das Team glücklich", sagte sie. "Dies sind die letzten Augenblicke, die wir bei diesem Turnier noch als Team zusammen sind. Diese Momente genießen wir jetzt noch."

"Ich war überzeugt, hier im Finale etwas beitragen und meine persönliche Entwicklung in den vergangenen vier Jahren zeigen zu können. Ich freue mich, dass ich einen Treffer erzielt habe, aber damit konnte ich nicht zum Sieg für mein Team beitragen. Das bedauere ich natürlich."

Konzentration auf den Sieg
Obgleich sie die letzten vier Partien gegen die USA alle verloren hatten, waren die Japanerinnen voll und ganz auf den Sieg konzentriert, so Ogimi. "Wir haben uns nie vorgestellt, dass wir verlieren würden, sondern haben immer nur an den Sieg gedacht", erzählt sie. "Heute hat uns das gewisse Etwas gefehlt und wir haben kein gutes Ergebnis geholt. Ich habe trotzdem das Gefühl, dass wir uns bei diesem Turnier weiter entwickelt haben. Wir sind mit viel Stärke und Durchsetzungsvermögen Runde um Runde weitergekommen. Die Stimmung im Mannschaftsquartier war vor der Partie ähnlich wie vor vier Jahren."

Japans Trainer Norio Sasaki bedauerte den Mangel an Konzentration in der Anfangsphase der Partie, der seinem Team gleich zwei Tore nach Standardsituationen eintrug. Doch auch er fand lobende Worte für sein Team, das den Einzug ins Finale geschafft hat. "Ich bedauere, dass das Team am Anfang nicht konzentrierter war. Doch trotzdem haben die Spielerinnen bis zum bitteren Ende gekämpft", so Sasaki. "Als Weltmeister der vorherigen Turnierauflage stand unser Team in den vergangenen vier Jahren oft unter ganz besonderem Druck. Doch selbst unter diesen Umständen hat die Mannschaft es wieder so weit gebracht. Dass wir es bis ins Finale geschafft haben, muss man einfach als Erfolg sehen."

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