FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011 ™

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011 ™

7. Juni - 7. Juli

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011™

Soubeyrands großer Erfahrungsschatz

France's Sandrine Soubeyrand plays the ball
© AFP

Frankreich bestreitet gegen England sein erstes Viertelfinalspiel im Rahmen einer FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™. Noch vor dieser historischen Partie ging Sandrine Soubeyrand im Leverkusener WM-Stadion, wo die Begegnung mit den Nachbarinnen von jenseits des Ärmelkanals stattfindet, auf Erkundungstour. Für FIFA.com eine ideale Gelegenheit, mit der Rekordnationalspielerin der Bleues über das wichtigste Duell zwischen Frankreich und England in ihrer langjährigen Karriere zu sprechen.

Ihr allererstes Spiel gegen die Engländerinnen bestritt Soubeyrand am 15. Februar 1998 in Marseille. Das war rund ein Jahr nach ihrem Debüt in der französischen Frauen-Nationalmannschaft, und es sollte eine gelungene Premiere werden. "Das war fantastisch! Es war mein erstes Spiel dieser Art. Die Engländerinnen machten nach vorn eine Menge Druck und kämpften um jeden Ball." Ihr berühmt-berüchtigtes *Kick and Rush *wäre uns beinahe zum Verhängnis geworden, zumal sie nach jedem Treffer, den wir gegen sie erzielten, wieder ins Spiel zurückkamen. "Es war eine total verrückte Partie, die wir am Ende trotz zahlreicher Fehler unsererseits mit 3:2 gewinnen konnten", so Soubeyrand, die heute zum 164. Mal für die französische Frauen-Nationalmannschaft auflaufen wird, im Rückblick.

Ihre schönste Erinnerung ist indes mit einem anderen französisch-englischen Duell verbunden. "Am liebsten erinnere ich mich an ein Länderspiel aus dem Jahr 2002 in Saint-Etienne, das wir durch einen Treffer von Corinne Diacre mit 1:0 gewannen. Für mich war diese Partie vor allem deshalb von symbolischem Wert, weil ich nur 50 Kilometer von dort entfernt geboren wurde. Als Kind habe ich AS Saint-Etienne bei so manchem Heimspiel beobachten können. Dass ich Jahre später als Nationalspielerin selbst auf dem Rasen des Stade Geoffroy-Guichard stehen würde, war für mich einfach ein wunderbares Gefühl." Ebenfalls sehr gern erinnert sie sich an ein Länderspiel gegen England in Marseille, das genau an ihrem Geburtstag über die Bühne ging. "Unser Nationalteam der Männer war gerade Europameister geworden, was für uns natürlich ein großer Ansporn war, so dass wir diese Begegnung voller Selbstvertrauen angingen. Noch dazu in einem voll besetzten Stade Vélodrome, das war der helle Wahnsinn!"

Erfolg soll dauerhaft werden
Allerdings sind nicht alle Erinnerungen von Sandrine Soubeyrand mit solch positiven Erlebnissen verbunden. Nachdem ihre Augen einen Augenblick lang über die leeren Ränge des Stadions geschweift waren, kam die Mittelfeldspielerin auf ein für sie weniger erfolgreiches Duell mit England zu sprechen. "Da gab es 2006 noch ein WM-Qualifikationsspiel in Rennes. Nach einem torlosen 0:0 im Hinspiel in Blackburn endete das Rückspiel mit 1:1. Obwohl wir nicht verloren hatten, waren es am Ende die Engländerinnen, die sich aufgrund der Auswärtstorregel das WM-Ticket sicherten. Damit ging gleichzeitig die Ära einer ganzen Generation von Spielerinnen zu Ende, die sich nach dieser Enttäuschung aus der Nationalmannschaft zurückzogen. Also mussten wir praktisch wieder von vorn anfangen." Das war übrigens auch das letzte Länderspiel von Marinette Pichon, der mit 82 Treffern erfolgreichsten Torschützin in der Geschichte der Bleues.

Ausklingen lassen wollte Soubeyrand unser Gespräch indes mit einem Hinweis auf die jüngsten Erfolge ihrer glänzenden Karriere, die wiederum in engem Zusammenhang mit dem bevorstehenden Aufeinandertreffen zwischen England und Frankreich stehen. "Die Engländerinnen haben genau wie wir eine Mannschaft, die in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht hat. Auch wenn sie nach wie vor auf ihre Zweikampfstärke setzen, haben sie mittlerweile auch technisch versierte Spielerinnen in ihren Reihen, die in der Lage sind, das Spiel jederzeit zu beschleunigen und so für Torgefahr zu sorgen. Und sie sind insgesamt stärker geworden, davon zeugt allein die Tatsache, dass sie bereits zum dritten Mal im Viertelfinale einer FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ stehen. Für uns hingegen ist es das erste Mal, dass wir in einer K.o-Runde gegen sie antreten müssen, also ein historisches Duell."

Überdies wollen es die Französinnen dieses Mal besser machen als bei ihrer ersten WM-Teilnahme 2003, als sie den Einzug ins Viertelfinale nur knapp verpasst hatten. "Jetzt wollen wir noch weiter kommen. Die Niederlage gegen Deutschland hat uns wachgerüttelt. Wir wollen uns weiterentwickeln, und wir wissen, dass wir dafür über die vollen 90 Minuten konzentriert spielen und alles geben müssen." Oder sogar noch länger, sollte es zur Verlängerung oder zum Elfmeterschießen kommen.

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