FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™

7. Juni - 7. Juli

FIFA Frauen-WM 2019™

Shimeng Peng: Die chinesische Mauer

Shimeng Peng of China gathers the ball 
© Getty Images
  • Peng Shimeng gegen Spanien als beste Spielerin der Partie ausgezeichnet
  • China dank fehlerfreier Schlussfrau im Achtelfinale
  • Peng hat in Frankreich in bislang viereinhalb Stunden auf dem Feld nur einen einzigen Gegentreffer kassiert

Von Qian Sun, Teamreporterin China VR

Für die meisten aufstrebenden Keeper dürfte der deutsche Nationaltorhüter Manuel Neuer ein großes Vorbild sein. Dies gilt auf jeden Fall für die starke chinesische Nationaltorhüterin Peng Shimeng.

"Ich bewundere nicht nur sein herausragendes Können, sondern mehr noch sein Selbstbewusstsein und seine Ruhe", so Peng nach der Partie gegen Spanien gegenüber FIFA.com. "Er hat immer einen genauen Überblick, was auf dem Feld passiert. Genau so möchte ich auch werden."

In der Partie gegen die Roja zeigte Peng jedenfalls ihr eigenes Können und auch ihre Fähigkeit, genau wie ihr Idol selbst unter großem Druck die Ruhe zu bewahren. Sie wehrte nicht weniger als neun Schüsse der Offensivabteilung von Jorge Vildas Team ab. Dank ihrer weißen Weste holten die Chinesinnen den einen Punkt, den sie noch zum Einzug in die nächste Runde benötigten. Die Fans in den Sozialen Medien verpassten der Torhüterin alsbald den Spitznamen "chinesische Mauer."

Shimeng Peng of China poses for a portrait
© Getty Images

"Der Druck war schon ziemlich hoch, insbesondere in der zweiten Halbzeit. Und das ist mein erstes großes Turnier", fügte sie hinzu, wobei sie abseits des Platzes ebenso wirkte, wie zuvor während der Partie: ruhig, gelassen und entspannt.

Trainer Jia Xiuquan wirkte nach dem Spiel sehr emotional. Peng sagte, sie habe ihn zuvor noch nie mit Tränen in den Augen gesehen. Der Coach bestätigte die enorme Anspannung im Team während der Partie:

"Ich war ja früher selbst Fussballer, daher weiß ich genau, wie groß der Druck war", sagte er. "Die Spielerinnen versuchen, das nicht zu zeigen, doch ich weiß genau, was für ein Gefühl das ist."

"Torhüter ist eine ganz besondere Position. Ich bin die letzte Verteidigungslinie", so Peng weiter. "Ich darf mir keine Fehler erlauben, denn die führen schnell zu Gegentoren. Und ich muss mit dem Druck umgehen können. Aber ich konzentriere mich nicht auf den Druck und trage ihn nicht die ganze Zeit mit mir herum. Je entspannter desto besser."

Dass sie mit dem Druck so gut klarkommt, ist einer der Gründe für ihre guten Leistungen als Torhüterin, gerade in den wichtigen Partien.

"Manchmal lasse ich mir nach wichtigen Spielen vor dem Zubettgehen noch einmal durch den Kopf gehen, was gut war und wo ich Fehler gemacht habe. Am nächsten Tag ist mein Kopf dann aber wieder frei", so Peng. "Das Training ist normalerweise ziemlich hart. Ich versuche, mich nicht zu sehr auf bestimmte Dinge zu konzentrieren, wenn es nicht nötig ist."

Shimeng Peng of China poses with VISA Player of the Match Award 
© Getty Images

Peng ist eine der jüngsten Spielerinnen im chinesischen Kader und sie ist zum ersten Mal bei einer FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ dabei – zwei weitere Faktoren, die ihre ruhigen und selbstbewussten Auftritte zwischen den Pfosten noch bemerkenswerter machen. Sie wirkt mit ihren Leistungen jedenfalls deutlich reifer als man es von einer 21-Jährigen erwarten kann.

"Als Torhüter muss man bestimmte Führungsqualitäten haben, die mir nicht unbedingt in die Wiege gelegt wurden", so ihre selbstkritische Einschätzung. "Außerdem bin ich ja deutlich jünger als die meisten Spielerinnen im Team, insbesondere die Verteidigerinnen. Daher war ich am Anfang etwas zögerlich, sie zu dirigieren und ihnen laute Anweisungen zuzurufen. Aber sie haben mir gesagt, dass ich mir darum keine Gedanken machen soll und tun soll, was zu tun ist. Denn schließlich und endlich bin ich die Torhüterin."

Nach der Partie rannten die Chinesinnen begeistert und jubelnd aufeinander zu. "Großartige Leistung, du verrückte Bohne!", riefen sie ihrer Torhüterin zu. Diesen Spitznamen haben sie ihrer jungen Schlussfrau verpasst, die sich selbst als eher schüchtern bezeichnet.

"Spielerin der Partie bei einer WM ist doch eine tolle Sache. Diese Auszeichnung ist gleichzeitig eine Motivation, mich in Zukunft noch weiter zu steigern", so die Torhüterin zum Abschluss, mit der Trophäe fest in den Händen und einem breiten Lächeln im Gesicht.

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