FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015

7. Juni - 7. Juli

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2015™

Sasic: "Eine WM zu spielen, ist immer das Größte"

© Getty Images

Wenn man momentan über herausragenden Akteurinnen in der deutsche Nationalmannschaft spricht, dann führt kein Weg an Celia Sasic vorbei. Die 26-Jährige befindet sich derzeit in der Form ihres Lebens und produzierte zuletzt sowohl für den 1. FFC Frankfurt als auch für die deutsche Nationalmannschaft Tore wie am Fließband. In der abgelaufenen Bundesliga-Saison erzielte sie für Frankfurt 21 Treffer und führte damit unangefochten die Torschützinnenliste an. Kein Wunder, dass Sasic in der UEFA Women’s Champions League, wo sie am Ende mit Frankfurt im Finale triumphieren konnte, ebenfalls das Feld mit 14 Toren von oben anführt.

Auch bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015™ (6. Juni bis 5. Juli) kann Bundestrainerin Silvia Neid auf den Torhunger ihrer Starstürmerin setzen, denn dieser ist noch längst nicht gestillt. Vor dem ersten Auftritt der DFB-Frauen in Kanada sprach Sasic exklusiv mit FIFA.com über ihre Vorfreude, Titelaspiranten und das Auftaktspiel.

Die Weltmeisterschaft beginnt in wenigen Tagen. Fühlen Sie bereits ein Kribbeln in der Magengegend?
So langsam realisiert man es wirklich. Man kommt quasi aus der Saison raus, hat keine Zeit irgendetwas abzuhaken und jetzt geht es direkt schon weiter. Das Spiel gegen die Schweiz war für uns die Generalprobe, sozusagen der Startschuss und am Sonntag geht es los. Wir freuen uns alle auf jeden Fall tierisch.

*Mit welchen Erwartungen gehen Sie ins Turnier? *
Wir gehen mit der Erwartung hin, dass wir unsere beste Leistung abrufen, in jedem Spiel über uns hinauswachsen und unsere Qualität auf dem Platz bringen. Ich denke, dann ist auch viel möglich. Eine WM zu spielen, ist immer das Größte, was man im Fussball erreichen kann. Deshalb sind wir alle stolz dabei zu sein und wollen das Turnier genießen.

Wie zufrieden sind Sie mit der Vorbereitung? Welche Lehren ziehen Sie unter anderem aus dem letzten Testspiel?
Die Vorbereitung war kurz, aber wir haben eigentlich schon das ganze Jahr an dem Projekt gefeilt. Vor allem beim Algarve Cup hatten wir viel Zeit zu arbeiten. Bei dem jetzigen Lehrgang mussten eher noch Feinheiten verbessert, beziehungsweise Fehler behoben werden. Wir mussten sehen, dass wir uns alle nach dieser langen Saison wieder auf einem richtig guten Level befinden, wenn wir in das Turnier starten. Das sind wir mittlerweile auch. Wir haben gegen die Schweiz 3:1 gewonnen. Wir haben uns zwar in der ersten Halbzeit schwer getan, aber in der zweiten Hälfte haben wir deutlich gezeigt, dass wir die bessere Mannschaft sind. Das müssen wir im Turnier von Beginn an auch so zeigen.

Wie wichtig ist für Sie ein erfolgreiches Abschneiden im ersten Spiel gegen den WM-Neuling Elfenbeinküste?
Es ist immer wichtig im ersten Spiel drei Punkte zu holen, weil man dann nicht Gefahr läuft unter Druck zu geraten und irgendwie noch Punkte holen zu müssen. Es ist auch für das Gefühl sehr wichtig, dass man in das Turnier hineinfindet und sich langsam in so einen "Flow" spielt. Unser Ziel ist es, das erste Spiel wirklich gut zu gestalten, spielerisch zu überzeugen und uns Schritt für Schritt im Turnier zu steigern.

Die Norwegerin Caroline Hansen (fällt Verletzungsbedingt für die WM aus, Anm. d. Red.) sagte gegenüber FIFA.com, dass man die Neulinge Thailand und die Elfenbeinküste auf der einen Seite Ernst nehmen, sie aber auch die Teams sind, gegen die man sechs Punkte holen muss. Ihre Meinung?
Für uns sind es die zwei großen Unbekannten. Über Spielerinnen oder Spielphilosophie wissen wir Spielerinnen aktuell jetzt noch nichts. Natürlich hat sich das Trainerteam sehr ausführlich mit diesen beiden Teams befasst und wird uns vor den Spielen darüber informieren. Aber für uns ist der Anspruch, dass wir auf jeden Fall diese Gruppe überstehen, dass wir weiterkommen und in diesen beiden Spielen auch Punkte holen.

Deutschland zählt immer zu den Favoriten. Glauben Sie, dass diese deutsche Mannschaft "das Zeug dazu" hat, den WM-Titel zu gewinnen?
Natürlich haben wir das Zeug dazu. Das Zeug haben auch ganz viele andere Mannschaften. Deswegen kommt es bei so einem Turnier immer auf Kleinigkeiten, Tagesformen und Nuancen in einem Spiel an. Dies kann alles spielentscheidend sein. Man darf sich bei so einem Turnier nicht auf vermeintlichen Dingen, die man hat, ausruhen. Man muss es bei jedem Spiel unter Beweis stellen und 90 bzw. 120 Minuten lang absolut wach sein, denn Kleinigkeiten können das Spiel entscheiden und dann ist es ganz schnell vorbei.

Welche Teams könnten Ihrer Meinung nach noch mit um den Titel spielen?
Es gibt ganz viele Mannschaften, die diese Qualität haben. Es wird sich im Laufe des Turniers herauskristallisieren. Aber ich denke, die Französinnen werden weit mit vorne sein, die Japanerinnen ebenfalls. Eigentlich die üblichen Verdächtigen mit Schweden, USA... Es wird ein sehr spannendes Turnier, da es neben dem spielerischen auch noch andere Herausforderungen gibt. Ich bin deswegen sehr gespannt.

Sie haben bereits bei mehreren Turnieren Erfahrungen sammeln können. Welche Erfahrungen nehmen Sie mit, die für die kommende WM in Kanada von Nutzen sein könnten?
Ein intaktes Mannschaftsgefüge ist sehr wichtig und dass alle in der Mannschaft das gleiche Ziel verfolgen und in dieselbe Richtung laufen. Das war 2013 auch ein bisschen der Schlüssel zum Erfolg. In der Vorrunde haben wir weniger glücklich agiert und man hatte uns schon fast totgesagt. Am Ende haben wir den Titel geholt, weil wir uns als Mannschaft zusammengerissen haben und wussten, was wir für unser Ziel tun müssen. Wir haben es im Laufe des Turniers noch gedreht und den Titel gewonnen. Das ist eine sehr wichtige Komponente.

Sie sind bekannt für Ihre Torgefährlichkeit. Haben Sie sich für Kanada 2015 etwas Besonderes vorgenommen?
Ich nehme mir generell nie vor, eine bestimmte Anzahl an Toren zu erzielen. Ich spiele Fussball, weil es mir tierisch Spaß macht und Tore schießen macht am allermeisten Spaß. Das versuche ich auch in jedem Spiel, aber ich gehe da nicht krampfhaft ran und setzte mir irgendwelche Vorgaben. Das hemmt eher. Alles andere ergibt sich ganz von alleine und hat bisher auch immer gut geklappt.

Mehr zu diesem Thema erfahren

Empfohlene Artikel

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2015™

Von Casillas bis Tirapu: Amieiros Erfolgsformel

27 Mai 2015

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2015™

Frankreich: Majri nimmt den großen Coup ins Visier

20 Mai 2015