FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011 ™

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FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011™

Rohlin: "Eine große Zukunft vor uns"

Charlotte Rohlin of Sweden challenges Ra Un Sim of Korea DPR
© Getty Images

Am Mittwoch ging die längste Serie an ungeschlagenen Spielen bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011 zu Ende, als sich Japan mit 3:1 gegen Schweden durchsetzte und damit ins Endspiel einzog. Der Nadeshiko gelang etwas, das Kolumbien, die DVR Korea, die USA und Australien vergeblich versucht hatten: ein Sieg über die Elf von Thomas Dennerby, die vor dem Halbfinale nur zwei Gegentreffer hatte hinnehmen müssen.

Vor dem Turnier gingen viele davon aus, dass Schweden im Viertelfinale scheitern würde – möglicherweise in einem Schlagerspiel gegen Brasilien. Die Blagult gewannen ihre Gruppe jedoch ebenso wie ihr Viertelfinalspiel und viele Beobachter zeigten sich von ihrer guten Organisation und ihren großartigen Leistungen beeindruckt.

"Der Sieg über die USA war einfach unglaublich, aber wir haben bereits in der Gruppenphase sehr gut gespielt", so Innenverteidigerin Charlotte Rohlin im Gespräch mit FIFA.com. "Wir waren gut organisiert und haben auch Tore gemacht. Ich denke, dass wir mit jedem Spiel einen weiteren Schritt nach vorne gemacht haben. Wir haben gezeigt, dass wir besser sind, als manche dachten.

"Wir haben gezeigt, dass wir eine gute Mannschaft sind"
"Wir werden viel Positives aus diesem Turnier mitnehmen, doch zunächst möchten wir noch den dritten Platz erobern. Vor diesem Turnier hätte uns niemand zugetraut, dass wir das Halbfinale erreichen. Wir haben jedoch gezeigt, dass wir eine gute Mannschaft sind, und ich denke, dass uns die Erfahrungen in Deutschland das nötige Selbstvertrauen gegeben haben, um in den kommenden Jahren etwas gewinnen zu können. Wir haben eine große Zukunft vor uns."

Schweden fand schließlich in Frankfurt in Gestalt der Japanerinnen seinen Lehrmeister. Obwohl man durch Josefine Öqvist bereits früh in Führung gegangen war, gelang in den verbleibenden 80 Spielminuten nur noch ein einziger Torschuss. Ein Doppelpack von Nahomi Kawasumi sowie ein Kopfballtreffer von Homare Sawa besiegelten schließlich das Ausscheiden der Schwedinnen, die am Samstag in Sinsheim gegen Frankreich um den dritten Platz kämpfen werden.

"Natürlich sind wir enttäuscht. Die Japanerinnen haben sehr gut gespielt, wir konnten sie einfach nicht stoppen", räumt Rohlin ein. "Wir haben einen guten Start hingelegt und sind durch Josefine bereits in der zehnten Minute in Führung gegangen, aber wir konnten nicht entscheidend nachsetzen. Es war, als würden sie jeden unserer Angriffe im Keim ersticken. Auch bei Standardsituationen ging nichts mehr. Die bessere Mannschaft hat gewonnen."

"Japan war einfach zu stark für uns. Ich hoffe, dass sie Weltmeister werden, denn sie hätten es wirklich verdient. Mit den USA wartet natürlich ein starker Gegner, doch sie können es schaffen."
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Caroline Seger schmerzlich vermisst
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Der Sieger der Gruppe C musste auf Spielführerin Caroline Seger verzichten, die sich beim Aufwärmen eine Wadenverletzung zugezogen hatte. Seger war eine der schwedischen Spielerinnen, die bei diesem Turnier als wichtige Schaltstelle zwischen Defensive und Offensive fungiert hatte, und genau dieses Umschalten funktionierte am Mittwoch nicht. Segers Ersatz im Mittelfeld, Nilla Fischer, war aufgrund einer Sperre ebenfalls nicht dabei, womit Marie Hammerstrom zu ihrem ersten Turniereinsatz von Beginn an kam, während Rohlin die Kapitänsbinde übernahm.

"Die Kapitänsbinde zu tragen, hat mich schon sehr stolz gemacht, doch wir haben Caroline natürlich sehr vermisst", meint sie. "Sie ist sehr wichtig für uns und hat alles versucht, um heute mit dabei zu sein. Sie hat sich erst sehr spät entschieden, nicht zu spielen, und ist jetzt natürlich sehr traurig."

"Als Mannschaft mussten wir nun alle an einem Strang ziehen und für sie spielen, doch am Ende hat es einfach nicht gereicht. Am Samstag haben wir jedoch noch ein Spiel gegen Frankreich und das werden wir gewinnen."
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In Sinsheim noch einmal alles geben
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Nach dem Spiel formierte sich die schwedische Mannschaft zu einem Kreis und Dennerby appellierte an seine Mannschaft, die Köpfe nicht hängen zu lassen und in Sinsheim noch einmal alles zu geben. Es geht um den dritten Platz, den die Schwedinnen unbedingt erreichen möchten, und um eine weitere Aufführung ihres Moussier-Tombola-Tanzes vor den Fans in Deutschland.

"Thomas sagte, dass wir heute zwar enttäuscht, aber auf das Erreichte sehr stolz sein können und ermutigte uns, im Spiel gegen Frankreich noch einmal an einem Strang zu ziehen", so Rohlin.

"Wir möchten noch einmal nach dem Schlusspfiff tanzen und die Gewissheit haben, die drittbeste Mannschaft der Welt zu sein. Ich möchte dieses Spiel unbedingt gewinnen – ebenso wie alle anderen Spielerinnen unserer Mannschaft. Wir werden bis zur letzten Minute alles geben."

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