FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011 ™

7. Juni - 7. Juli

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011™

O'Reilly: "Die Zeit meines Lebens"

© Getty Images

Das Duell zwischen Brasilien und den USA ist im Frauenfussball zweifelsohne eines der größten. Nun treffen diese beiden Giganten bereits am Sonntag in Dresden im Viertelfinale der FIFA Frauen-WM 2011 aufeinander. Eine der Hauptdarstellerinnen hat bereits Erfahrungen mit diesem Aufeinandertreffen: Heather O’Reilly.

Die Mittelfelstrategin stand bereits bei der FIFA Frauen-WM 2007 im Kader des U.S.-Teams, das im Halbfinale eine herbe Niederlage gegen die südamerikanischen Ballkünstlerinnen hinnehmen musste. Vor der wichtigen Viertelfinalpartie gegen Brasilien nahm sich die 26-Jährige Zeit für ein exklusives Interview mit FIFA.com

*Wie bewerten Sie die Leistung Ihrer Mannschaft im bisherigen Verlauf des Turniers?
*
Ich glaube, dass wir in den ersten beiden Partien sehr gut gespielt und eine Menge Tore erzielt haben. Darauf und auf die Resultate sind wir stolz. Im Spiel gegen Schweden haben wir nicht das Resultat erzielt, dass wir uns erhofft hatten. Aber wir sind von einigen Teilen des Fussballs, den wir bisher gezeigt haben, durchaus überzeugt. Wir sind glücklich, dass verschiedene Spielerinnen erfolgreich waren, und über die vielfältige Art und Weise, wie wir die Tore erzielt haben. Zum Beispiel durch Distanzschüsse aus dem Mittelfeld oder Flanken in den Strafraum.

*Für Sie ist es die zweite Teilnahme an einer FIFA Frauen-Weltmeisterschaft. Diese WM konnten Sie mit einem wunderschönen Tor gegen Kolumbien krönen. Wie bewerten Sie Ihre Leistung bisher?
*
Ich glaube, dass ich bisher solide gespielt habe, aber es geht noch besser. Im Moment bin ich dabei, eine Verletzung auszukurieren. Es war frustrierend für mich, dass ich dem Team gegen Schweden auf dem Platz nicht helfen konnte. Ich hoffe, dass dies im nächsten Spiel anders aussieht und ich damit fortfahren kann, mein Niveau kontinuierlich zu erhöhen. Aber ich bin sehr stolz auf den Treffer.

*Wollen wir auf Ihren nächsten Gegner Brasilien zu sprechen kommen. Sie haben sich bereits mehrmals gegenüber gestanden. Können Sie uns ein wenig über die Rivalität der beiden Teams erzählen?
*
Wir respektieren unsere Fähigkeiten gegenseitig. Wir haben einen unterschiedlichen Spielstil. Wir spielen gar nicht so oft gegen Brasilien, aber es scheint, dass wir immer in großen Spielen auf sie treffen. Ich denke, das ist es, was diese Rivalität so spannend macht. Wir kennen einige Spielerinnen aus der WPS [Anm.d.Red:: Women’s Professional Soccer]. Das hat die Dynamik ein wenig verändert, da wir uns wirklich mögen - auch außerhalb des Fussballs. Aber auf dem Spielfeld ist es zwischen den Teams sehr wettkampforientiert.

*Bei der Frauen-WM 2007 mussten Sie sich Brasilien geschlagen geben. Wie gut erinnern Sie sich an diese Partie? Ist es ein Déjà-vu-Erlebnis für Sie?
*
Natürlich erinnere ich mich an diese Partie. Eine 0:4-Niederlage vergisst man nicht so schnell. Aber das Spiel am Sonntag ist auf keinen Fall ein Déjà-vu-Erlebnis im schlechten Sinne. Ein Jahr später konnten wir Brasilien im Finale des Olympischen Fussballturniers der Frauen schlagen. 2007 liegt weit in der Vergangenheit. Wir sind hungrig darauf, erneut gegen sie anzutreten, und ich hoffe, dieses Mal mit einem anderen Ergebnis am Ende.

*Worin sehen Sie die größten Unterschiede zwischen dem U.S.-Team 2007 und der Mannschaft 2011?
*
Wir haben unseren Trainerstab gewechselt. Darin liegt der größte Unterschied. Pia [Sundhage] legt Wert auf das ballorientierte Offensivspiel. Wir müssen uns auf uns, unseren Spiel-Rhythmus sowie unseren Angriff konzentrieren. Wir haben einige Spielerinnen im Team, die 2007 dabei waren. Wir behalten diese Erfahrung sozusagen in der Hinterhand und tragen sie mit uns herum.

*Worin muss sich Ihr Team noch verbessern, um Brasilien am Sonntag schlagen zu können?
*
Wir haben bisher ein paar wundervolle Chancen kreieren können. In den ersten beiden Spielen hätten wir mehr Treffer erzielen können. Auch gegen Schweden hatten wir einige ordentliche Möglichkeiten, konnten diese jedoch nicht ausnutzen. Wenn wir im Strafraum den Hauptfokus auf den Abschluss legen, dann werden wir erfolgreich sein.

*Eine Frage zum Abschluss: Welchen allgemeinen Eindruck haben Sie von diesem Turnier?
*
Es ist absolut erstaunlich. Ich habe hier die Zeit meines Lebens. Als Fussballerin ist die Unterstützung, die man hier erfährt, sehr inspirierend. Zuhause trainiert man jeden Tag, und ein Event wie dieses zeigt einem, dass es die Mühen wert war. Es ist ein unglaubliches Turnier.

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