FIFA Frauen-Weltmeisterschaft China 2007 ™

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FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2007™

Prinz und Co. schweben endgültig auf Wolke sieben

Germany-Brazil
© Foto-net

Spätestens als sich Anja Mittag, Babett Peter und Simone Laudehr kurz aus den Katakomben des Shanghai-Hangkou-Fussballstadions schlichen, um wenige Minuten später mit fünf Flaschen Champagner zurückzukommen und lauthals singend den Weg zurück in die deutsche Umkleidekabine zu finden, war der Abend für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft endgültig perfekt. Die drei Jungstars ließen die Korken knallen und hatten allen Grund dazu: Das Ensemble von Bundestrainerin Silvia Neid hatte soeben Geschichte geschrieben. In der Nacht von Shanghai haben die deutschen Stars als erstes Team überhaupt den Titel bei einer FIFA Frauen-WM 2007 verteidigen können und sich damit unsterblich gemacht. "Wir feiern jetzt, bis der Arzt kommt", fasste Torfrau Nadine Angerer im Gespräch mit FIFA.com kurz, knapp und treffend die Stimmungslage beim alten und neuen Champion zusammen.

Die Freude ebenso wie die Erleichterung im deutschen Team war unbeschreiblich, nachdem man im Finale der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft China 2007 gegen die ganz stark aufspielenden Brasilianerinnen mit 2:0 die Oberhand behalten konnte. Bereits unmittelbar nach dem Schlusspfiff, direkt auf dem Rasen, war Birgit Prinz und Co. unter dem gigantischen Feuerwerk und dem goldenen Konfettiregen anzumerken, dass dieser Erfolg einen ganz besonderen Platz in ihren Herzen erhalten würde. Die gesamte Anspannung fiel von ihnen ab, wochenlang die Bürde des Topfavoriten getragen zu haben, und am Ende doch zu bestehen. "Es wurde viel auf uns draufgehauen in diesem Jahr, es gab viel Kritik. Und wir haben das richtige Zeichen gesetzt: 'Hey, so leicht kriegt ihr uns nicht unter.' Das ist eine große Bestätigung", erklärte Torjägerin Prinz, die mit ihrem Führungstreffer im Finale die Weichen auf Sieg stellen konnte", im Gespräch mit FIFA.com, warum dieser ganz große Coup mit einem leicht anderen Gefühl verbunden ist als der Triumph vor vier Jahren. "Diesmal ist die Freude anders als 2003."

Während noch selbst eineinhalb Stunden nach dem Ende des Finales, das als eines der hochklassigsten in die Annalen eingehen wird, die Jubelschreie und die Gesänge aus der deutschen Umkleidekabine zu hören waren, konnte Ariane Hingst ihr Glück noch gar nicht fassen. "Ich saß da eben mit Renate Lingor, wir haben uns angeschaut und haben uns gefragt: 'Ist das wirklich wahr, oder kommt jetzt bald das nächste Spiel?' Ich kann es wirklich noch nicht begreifen. Man ist einfach so unglaublich stolz auf sich." Sie hatte auch allen Grund dazu. Schließlich war sie es, die als deutsche Abwehrchefin ihre Defensive zu einem Turniersieg ohne einen einzigen Gegentreffer führte. "Das ist ja wohl definitiv nicht zu toppen", sagte sie mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Eine Mischung aus purer Freude und großer Erstauntheit konnte man auch in den Augen von Simone Laudehr erkennen. Die junge Mittelfeldakteurin, die auf der "Sechser"-Position bei diesem Turnier zur Stammspielerin geworden ist, musste sich erstmal sammeln: "Ich kann es nicht glauben. Ich bin Weltmeisterin, und das mit 21. Dass ich zur ersten Elf gehöre, hat mich ja schon erstaunt. Aber jetzt habe ich auch noch ein Tor im Finale erzielt. Wahnsinn!" Und dass man in ihrer Heimat in Bayern zu Recht mächtig stolz auf sie ist, hat sie auch schon zu spüren bekommen. "Mein Handy hört gar nicht mehr auf, zu piepsen. Ich habe schon 30 SMS bekommen", erzählte sie voller Stolz, drehte sich um und wurde erstmals ganz herzlich von Silvia Neid umarmt.

Dennoch wirkten die deutschen Frauen auch mächtig müde. Das Kräftemessen mit Brasilien war alles andere als ein Spaziergang und wurde über fast die gesamte Spielzeit auf Augenhöhe geführt. "Wir hatten auch ein bisschen Glück, das gebe ich zu. Aber das gehört auch dazu, wenn man Weltmeister werden will. Als Nadine Angerer den Elfmeter von Marta gehalten hat, wusste ich, dieses Finale werden wir gewinnen. Aber davor waren sie bärenstark", so Hingst. Die dreifache FIFA-Weltfussballerin, Prinz, sieht es genauso. "Man muss klar sagen, die besseren Einzelspielerinnen bei diesem Turnier hatten andere. Aber wir waren halt einfach als Mannschaft top. Wir haben immer zueinander gehalten, als Einheit. Und wir hatten viel Spaß zusammen. Das war unser Erfolgsrezept bei dieser WM", sprach sie gegenüber den Journalisten und lief in Richtung Mannschaftsbus, mit einem Harry-Potter-Buch in der Hand. Irgendwie magisch, dieser Auftritt...

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