FIFA Frauen-Weltmeisterschaft China 2007 ™

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft China 2007 ™

7. Juni - 7. Juli

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2007™

Prinz und Co. bereit für Showdown in Shanghai

Es ist soweit. Die Kulisse steht, die Bühne ist vorbereitet. Der Blick der Fussballwelt richtet sich mit großer Spannung nach Shanghai, wo das Ensemble von Bundestrainerin Silvia Neid am Sonntag im Finale der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft China 2007 auf Brasilien trifft. Für Birgit Prinz und Co. geht es darum, Geschichte zu schreiben, denn der amtierende Champion hat die Chance, als erstes Team überhaupt den Titel zu verteidigen. "Wir wollen unbedingt gewinnen", gibt Torfrau Nadine Angerer die Marschrichtung vor und merkt zudem an, dass der große Showdown in der asiatischen Mega-Metropole für viele deutsche Akteurinnen die vielleicht letzte Chance auf ein WM-Finale sein wird.

Angesichts der bislang in überragender Manier aufgetretenen Defensivabteilung Deutschlands, die das einzigartige Kunststück fertig brachte, bei diesem Turnier noch keinen einzigen Gegentreffer zu kassieren, haben Neids Spielerinnen allen Grund dazu, optimistisch in dieses Endspiel zu gehen. Schließlich wird eine ganz außergewöhnliche Abwehrleistung auch von Nöten sein, um gegen den zauberhaften Angriffsfussball der Brasilianerinnen bestehen zu können. Klar ist: Dem Titelverteidiger ist am ehesten zuzutrauen, eine Antwort auf die Magie von Marta zu finden, die in China bislang nicht weniger als sieben Mal das Leder im gegnerischen Netz untergebracht hat. "Wir müssen die Räume eng machen und Überzahl schaffen. Dann können wir Brasilien stoppen", so Neid.

Doppelt motiviert wird vor allem Angerer sein. Die 28 Jahre alte Nummer eins zwischen den deutschen Pfosten kann Fussballgeschichte mit ganz großen Lettern schreiben, wenn es ihr gelingen sollte, weitere 67 Minuten ohne Gegentor zu bleiben. Dann nämlich hätte sie den Rekord der italienischen Torwartlegende Walter Zenga eingestellt, die beim FIFA Weltpokal™ 1990 im eigenen Land 517 Minuten eine "weiße Weste" behalten konnte. "Wir haben eine Bombenabwehr. Und wenn dann doch mal ein Angriff durchkommt, dann wissen wir, dass wir immer noch Nadine haben. Das ist ein unglaubliches Gefühl von Sicherheit", sagte Spielmacherin Renate Lingor im Gespräch mit FIFA.com und betonte dabei, wie sehr sie Angerer den Rekord gönnen würde.

*Mit Prinz erneut auf den Thron? * Deutsche Dynamik gegen brasilianischen Ballzauber, Erfahrung gegen Euphorie oder einfach Effizienz gegen Eleganz: Dieses Frauen-WM-Finale, in dem sich erstmals ein europäisches und ein südamerikanisches Team gegenüberstehen, könnte kaum mehr Gegensätze bieten. Doch der Titelverteidiger beruft sich im Endspiel des fünften globalen Kräftemessens auf mehr als nur eine starke Defensive: Im Angriff kann man auf Birgit Prinz zählen, die dreifache FIFA-Weltfussballerin des Jahres.

Vier Tore erzielte die Frankfurterin bereits bei diesem Turnier und unterstrich zudem ihre Ausnahmestellung eindrucksvoll, in dem sie immer dann als effektive Führungsspielerin mit einer überragenden Aktion auf sich aufmerksam machen konnte, als es darauf ankam. "Birgit ist für uns unglaublich wichtig, denn sie kann Spiele alleine entscheiden", sagte Bundestrainerin Neid zu FIFA.com. Es ist kein Geheimnis, dass der Titelverteidiger in Shanghai darauf hoffen wird, Prinz einmal mehr in bestechender Form zu sehen.

*Bangen um Behringer - Bajramaj bereit * Eine andere deutsche Offensivakteurin droht hingegen, für das finale Duell mit Brasilien auszufallen. Die 21-jährige Melanie Behringer klagt über Wadenprobleme und muss möglicherweise von der noch zwei Jahre jüngeren Fatmire Bajramaj ersetzt werden. Die pfeilschnelle Filigrantechnikerin konnte zuletzt im mit 3:0 gegen Norwegen gewonnenen Halbfinale unter Beweis stellen, dass sie den südamerikanischen Ballzauberinnen in Nichts nachsteht.

Wer nun tatsächlich in der deutschen Anfangsformation stehen wird, ist jedoch aus Sicht des Weltmeisters zweitrangig. Das Kribbeln im Bauch ist bei den deutschen Frauen, die sich in den letzten Tagen bei einem lockeren Tischtennis-Turnier abzulenken versuchten, ohnehin ins Unermessliche gestiegen. "Im Endspiel kommt die Kür", versuchte Veteranin Lingor den Druck zwar vor allem im Hinblick auf die jungen Spielerinnen möglichst klein zu halten, doch jeder weiß, dass das bevorstehende Finale der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft China 2007 für Deutschland weit mehr ist als ein Schaulaufen. Es ist die Chance für eine einzigartige Generation im deutschen Frauenfussball, sich endgültig unvergessen zu machen.

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