FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015

6 Juni - 5 Juli

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2015™

Park Eunsun - Zwölf Jahre später

© Getty Images

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Acht Länder werden im nächsten Monat bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2015™ in Kanada ihr Debüt in diesem Wettbewerb geben. Die Republik Korea und ihre Starstürmerin Park Eunsun kehren nach zwölf Jahren auf die Weltbühne zurück. Für die aus Seoul stammende altgediente Nationalspielerin könnte es aber genauso gut ein Debüt in einem neuen Wettbewerb sein. "Viele Dinge haben sich geändert", sagt Park im Gespräch mit FIFA.com in Bezug auf die Entwicklung des koreanischen Frauenfussballs in den letzten zwölf Jahren.

Dasselbe lässt sich über Parks persönliche Entwicklung sagen. Als Park 2003 an der Weltmeisterschaft in den USA teilnahm, war sie ein ziemlich mageres, 16-jähriges Mädchen. Jetzt ist sie fast 1,80 Meter groß und gibt in der Rolle der Nummer neun eine recht imposante Figur ab. Mit ihrer kraftvollen Statur und einer beeindruckenden Torquote ist Park mittlerweile zum Dreh- und Angelpunkt des Teams avanciert. Der Kontrast zu den Anfangstagen ihrer Karriere könnte kaum größer sein. Park hat es sich sogar auf den Unterarm tätowieren lassen: "12. Mai 2013 Der Beginn neuer Tage" steht dort zu lesen, ein selbstauferlegter Neubeginn in ihrem Leben.

Die neue Park ist auf jeden Fall ein Erfolg. Im letzten Jahr glänzte sie in der WM-Qualifikation und überstrahlte sogar etablierte Spielerinnen aus Japan und Australien. Am Ende führte sie die Torjägerinnenliste mit sechs Treffern an. Außerdem hat sie eine unglückliche Phase in ihrem Leben abseits des Fussballs hinter sich gelassen, in der sie sich mit schlecht bezahlten Jobs über Wasser halten musste. Jetzt gehört sie zu den wenigen Koreanerinnen, die in Europa aktiv sind, und steht beim russischen Spitzenklub Rossiyanka unter Vertrag.

Laut Park könnte ihr starker Auftritt beim AFC Asien-Pokal der Frauen im letzten Jahr lediglich ein Aufwärmen für die große Show in Kanada gewesen sein. "Mein Engagement in Russland hat mich in meiner Karriere vorangebracht", so Park über die letzten zwölf Monate, in denen sie in einem Außenbezirk von Moskau aktiv war. "Im Vergleich zu Korea gibt es dort [in Russland, Anm. d. Red.] mehr Spielerinnen, die physisch stärker sind als ich. Sie sind größer und schneller. Ich habe gelernt, es unter unterschiedlichen Bedingungen mit ihnen aufzunehmen, und stand dabei sehr oft vor großen Herausforderungen. Mit solchen Herausforderungen ist man bei einer Weltmeisterschaft unvermeidlich konfrontiert."

Hohe Hürde
Der Frauenfussball in Korea hatte in den letzten Jahren einen kontinuierlichen Aufwärtstrend zu verzeichnen. Beachtlich waren vor allem mehrere starke Auftritte bei Juniorinnen-Turnieren der FIFA, wobei der absolute Höhepunkt sicherlich der Sieg bei der U-17-Frauen-Weltmeisterschaft 2010 war. Yeo Minji, die Starspielerin dieses Fussballmärchens in Trinidad und Tobago, wird die WM in Kanada allerdings leider verletzungsbedingt verpassen.

Daher wird auf Parks Schultern vielleicht eine noch größere Bürde lasten, ihre Partnerschaft mit der kleinen Chelsea-Stürmerin Ji Soyun bleibt jedoch bestehen und verspricht faszinierende Kombinationen. Auch die Beziehung zu ihren Teamkameradinnen dürfte ganz anders sein als 2003. "Meine Teamkolleginnen wussten damals vielleicht nicht so recht, wie sie mit mir umgehen sollten, weil ich so jung war", meint Park lächelnd.

Korea wurde in eine spannende, lateinamerikanisch geprägte Gruppe mit Spanien, Costa Rica und Brasilien gelost. Die Taeguk Ladies haben 2003 in den USA drei Spiele verloren, können bei dieser Auflage also viele neue Meilensteine setzen. In vieler Hinsicht besteht die Herausforderung für den koreanischen Frauenfussball nun darin, die Erfolge von der Juniorinnenebene auf die A-Nationalmannschaftsebene zu übertragen.

Park geht das Turnier jedoch mit der Art von Gelassenheit an, die sich im Laufe einer manchmal turbulenten Karriere einstellt. "Ich mache mir wirklich keine besonderen Gedanken in Bezug auf unsere Gruppe", so die 28-Jährige. "Das ist eine Weltmeisterschaft, und auf diesem Niveau gibt es keine einfachen Gegner."

Park ist also entspannt, was die Gegner angeht, aber wie wird sie sich wohl fühlen, wenn sie am 9. Juni im Olympiastadion von Montreal einläuft und ein hartes Auftaktspiel gegen Brasilien, einem der Glanzteams der Frauen-Weltmeisterschaft, vor der Brust hat? "Könnte schon sein, dass ich vorher etwas nervös werde", meint sie. "Aber ich gehe gern zuversichtlich in die Partien und habe Spaß am Spiel. Ich möchte bei meiner zweiten Weltmeisterschaft wirklich mehr erreichen. Das ist jetzt das große Ziel."

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