FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™

7. Juni - 7. Juli

FIFA Frauen-WM 2019™

Oshoala erwartet in Frankreich starke "Super Falcons"

Nigeria's forward Asisat Oshoala (L) and coach Edwin Okon
  • Oshoala blickt zurück auf einen weiteren afrikanischen Titelgewinn
  • Afrikas dreimalige Fussballerin des Jahres erwartet ein starkes WM-Team
  • Die Stürmerin freut sich über die starke Form der Super Falcons

Nur selten meint ein frisch gebackener Kontinentalmeister nach dem Titelgewinn, sein Team sei etwas eingerostet gewesen. Doch Asisat Oshoala zufolge hat Nigeria noch eine ganze Menge mehr zu bieten, obgleich das Team im Dezember erneut den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal der Frauen gewonnen hat.

Tatsächlich taten sich die Nigerianerinnen gegen Ende des Turniers schwer und mussten sowohl im Halbfinale als auch im Finale ins Elfmeterschießen. Afrikas dreimalige Fussballerin des Jahres erwartet bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™ eine effizientere und geschlossenere Leistung ihres Teams.

Sie hat sich gerade auf Leihbasis vom chinesischen Meister Dalian Quanjian kommend dem FC Barcelona angeschlossen. Mit der nigerianischen Nationalmannschaft bereitet sie sich zudem intensiv auf die WM vor, wobei das Team dringend benötigte Spielpraxis sammelt.

"Eigentlich war unser Team zwei Jahre lang kaum zusammen. Das macht die Sache natürlich etwas komplizierter. Wir hatten kaum richtige Trainingseinheiten und waren vor der Afrikameisterschaft gerade einmal für zwei Wochen zusammen. Das war schon etwas schwierig", sagt sie gegenüber FIFA.com.

"Eigentlich hatten wir uns nur das Ziel gesetzt, uns für die WM zu qualifizieren. Am Ende haben wir das Turnier gewonnen. Das gibt uns natürlich eine Menge Selbstvertrauen für die kommenden Freundschaftsspiele und auch für die WM selbst."

Afrika im Aufwind

Nigeria ist im Frauenfussball traditionell eine der stärksten Nationen Afrikas. Mit dem neuerlichen Titelgewinn in Ghana hat man die erfolgreiche Geschichte zwar fortgesetzt, doch es zeigte sich durchaus, dass die Vormachtstellung nicht mehr so deutlich ist. "Ich denke, dass die afrikanischen Teams tatsächlich immer stärker werden", bekräftigt Oshoala. "Beim letzten Nationen-Pokal wurde hochklassiger Fussball gespielt. Die Teams haben sich zusammengefunden, sich intensiv vorbereitet und hart trainiert. Es war sehr schwer für uns."

Finalgegner Südafrika bekam nach dem Turnier viel Lob. Dabei hatte Nigeria von den zehn Spielen gegen Südafrika bei bisherigen Afrikameisterschaften neun gewonnen. Entsprechend betonte Oshoala, dass "wir gegen dieses Team eigentlich immer gewinnen." Doch dieses Mal mussten sich die Westafrikanerinnen gewaltig anstrengen, um am Ende den Sieg zu feiern.

Die zweimalige chinesische Meisterin kann dieser Situation indes auch positive Seiten abgewinnen, während sie sich auf ihren zweiten Auftritt auf der Weltbühne des Frauenfussballs vorbereitet. "Das hat doch gezeigt, wie viel wir tatsächlich leisten können. Man stelle sich nur vor, wie stark das Team mit einer intensiven Vorbereitung werden kann."

Daran kann in der Tat kaum ein Zweifel bestehen. Schließlich hat Nigeria zwei der besten drei afrikanischen Spielerinnen im Kader. Oshoala und Francisca Ordega, die beide bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015™ die Weltbühne eroberten, landeten bei der Wahl zur besten Spielerin des Kontinents auf den Plätzen zwei und drei. Zudem hat Nigeria zahlreiche sehr talentierte junge Talente im Kader.

Ein Schwede lenkt die Geschicke der Falcons

Trainer Thomas Dennerby, der das Team im vergangenen Jahr übernahm, hat bis zum Anpfiff in Frankreich genügend Zeit gehabt, Nigeria seinen Stempel aufzudrücken. "Für ihn war es sicher nicht leicht, schließlich waren wir eine ganze Zeitlang nicht zusammen", gibt Oshoala zu.

"Jetzt hatte er erstmals die Gelegenheit, uns bei einem Turnier zu betreuen und zu sehen, welche jungen Spielerinnen für den nächsten Schritt bereit sind. Ich denke, er hat genügend Zeit, um uns optimal vorzubereiten."

Eine Bronzemedaille schmückt bereits die Wand in seinem Wohnzimmer, seitdem er Schweden 2011 aufs Podium geführt hat. Die Stürmerin geht davon aus, dass sich Dennerbys Erfahrung im Juni in Frankreich bezahlt machen wird. "Er hat WM-Erfahrung, er hat schon viele große Teams betreut und er ist mit der Taktik auf höchstem Niveau vertraut."

Bei der WM trifft Oshoala mit Nigeria in der Gruppenphase auf Gastgeber Frankreich, die Republik Korea und Norwegen. Damit steht für Oshoala fest, dass es nach Beginn des Turniers keinerlei Schonfrist geben wird. "Ich habe meinen Teamkameradinnen gesagt, dass kein Team bei der WM ein Punktelieferant ist. Mit dabei sind die jeweiligen Kontinentalmeister. Es spielen also Meister gegen Meister. Die Gruppe ist offen und qualitativ sehr stark besetzt."

In China ist sie außerhalb des Blickfelds der meisten Fans. Entsprechend sind ihre aktuellen Torerfolge und ihre Trophäen vielen Fussballanhängern gar nicht bekannt. Unter der Führung von Farid Benstiti, dem ehemaligen Trainer von Lyon und Paris Saint-Germain, hat sie nicht weniger als 23 Tore zu zwei hart umkämpften Titeln beigetragen.

Zurück in Europa hofft sie, ihren Torriecher auch in der spanischen Liga Femenina und beim bevorstehenden Cyprus Cup unter Beweis stellen zu können, damit sie ebenso wie vor vier Jahren gegen Schweden gleich loslegen kann. Ihre ersten Auftritte im Dress der Blaugrana verheißen jedenfalls viel Gutes.

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