FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015

7. Juni - 7. Juli

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2015™

Niemals geht man so ganz

© Getty Images

Wie heißt es doch so schön: "Des einen Freud ist des anderen Leid". Dies mussten bei der FIFA Frauen-WM 2015™ auch die 24 Teams erfahren. Die Gruppenphase der siebten Auflage, die erstmals mit dieser hohen Teilnehmerzahl aufwartete, ist beendet und während sich 16 Mannschaften bereits intensiv auf die anstehenden Achtelfinal-Spiele vorbereiten, war für acht Teams Koffer packen angesagt.

Zwar darf sich die Fussballwelt nun auf packenden K.o.-Duelle freuen, dennoch schwingt etwas Wehmut mit, schließlich haben die Ausgeschiedenen ebenfalls ihre Spuren in Kanada hinterlassen - lesen sie selbst!

Eine WM zu spielen, erleben viele Fussballerinnen nur ein oder zweimal im Leben. Für* Cecilia Santiago (Mexiko) war Kanada 2015 dagegen bereits die sechste Teilnahme an einem weltweiten Gipfeltreffen *[Anm.d.Red.: Viermal U-20, zweimal Frauen-WM] *- und dabei ist die Torhüterin gerade 20 Jahre alt. *Ceci kassierte gegen Frankreich erstmals fünf WM-Gegentreffer in einem Spiel und wartet weiterhin auf den ersten Sieg bei einer Frauen-WM. Die Tendenz geht dennoch klar in die richtige Richtung: “Für den Frauenfussball in Mexiko geht es seit einiger Zeit aufwärts. Die Spielerinnen sind besser vorbereitet, zeigen gutes taktisches Verständnis und agieren intelligenter. Ich spüre schon jetzt eine richtige Entwicklung zwischen den zwei Weltmeisterschaften, an denen ich teilgenommen habe. Ich glaube daran, dass wir irgendwann den WM-Titel holen können. Es ist nur eine Frage der Zeit. Ich hoffe übrigens, dass ich keine zehn Jahre warten muss, um das zu erleben.“

Ebenfalls sieglos blieb Erin Nayler im Tor Neuseelands. Sie musste in drei Spielen zwar dreimal hinter sich greifen, doch vor allem gegen den Gastgeber zeigte sie mehrfach ihr Können und wurde nach dem torlosem Remis als* Live Your Goals Spielerin des Spiels* ausgezeichnet. Das vierte Ausscheiden der Kiwis bei vier Frauen-WM-Teilnahmen konnte aber auch sie nicht verhindern. Neuseeland wartet damit nach zwölf Spielen beim weltweiten Gipfeltreffen weiterhin auf den ersten Sieg.

*Angie Ponce *(Ecuador) erlebte ihre ganz besondere WM-Erfahrung binnen 90 Minuten. Die Verteidigerin ist nämlich nicht nur die erste Akteurin, die bei einer WM zwei Eigentore produzierte. Schlimmer noch: Beide unterliefen ihr im gleichen Spiel. Doch die Nummer sechs verewigte sich noch aus einem anderen Grund in den Geschichtsbüchern des Fussballs. Mit ihrem in der zweiten Halbzeit verwandelten Elfmeter gegen die Schweiz wurde sie zur ersten Ecuadorianerin, die bei einer FIFA Frauen-WM einen Treffer erzielte.

Im costa-ricanischen Mittelfeld war* Shirley Cruz der Dreh- und Angelpunkt. Als verlängerter Arm der Trainerin und Spielführerin ließ sie die *Ticas bis zum Schluss auf das Achtelfinale hoffen. Letztendlich fehlte nach zwei Unentschieden gegen Spanien (1:1) und der Republik Korea (2:2) sowie der knappen Niederlage gegen Brasilien (0:1) nicht viel, um die nächste Runde zu erreichen. "Ich glaube, es gelingt uns hier, die Botschaft zu übermitteln, dass es in diesem mittelamerikanischen Land viele Frauen gibt, die gut Fussball spielen können. Ich hoffe, dass diese WM viele Türen öffnet", sagte sie vor kurzem im FIFA.com-Interview.

Was Cruz für Costa Rica ist, ist Verónica Boquete definitiv für Spanien Die 28-Jährige ist die Schlüsselspielerin, die für die Auszeichnung zur FIFA-Weltfussballerin 2014 nominiert worden war, im Team der Roja. Im dritten und entscheidenden Spiel brachte sie die Europäerinnen gegen Korea Republik mit ihrem Treffer auf die vermeintliche Siegerstraße, doch es reichte nicht fürs Weiterkommen. Nichtsdestotrotz ließ es sich Boquete nicht nehmen, nach dem Ausscheiden ihre Kapitänsbinde, Stutzen sowie ihre Schuhe an die Fans im Lansdowne Stadium von Ottawa zu verschenken. Dazu erfüllte sie den Fans trotz der Enttäuschung jeden Wunsch und posierte für Selfies, schrieb Autogramme und schüttelte unzählige Hände.

Ange Nguessan (Elfenbeinküste) hatte bereits gegen Thailand Geschichte geschrieben, als sie für die Elfenbeinküste das erste Tor bei einer FIFA Frauen-Weltmeisterschaft erzielte. Gegen Norwegen stellte sie sicher, dass ihr Name auch ganz bestimmt nicht vergessen wird, indem sie das schönste Tor der Partie markierte. Mit einem kraftvollen Schuss aus 20 Metern in den linken Winkel überwand sie die Torhüterin Ingrid Hjelmseth - ein ernsthafter Anwärter bei der Wahl zum "Tor des Turniers", die FIFA.com in wenigen Tagen präsentieren wird. Zwei der drei WM-Treffer der Banyana Banyana gehen damit auf das Konto der 24-Jährigen.

Mit großen Vorschusslorbeeren war Asisat Oshoala nach Kanada gekommen, schließlich wurde die Nigerianerin im vergangenen Jahr bei der FIFA U-20-Frauen-WM als beste Torschützin und beste Spielerin des Turniers mit dem Goldenen Schuh und dem Goldenen Ball von adidas ausgezeichnet. Ob die 20-Jährige an diesem Druck zerbrach? Keineswegs! Superzee konnte die Erwartungen erfüllen. Gleich im ersten Spiel gegen Schweden (3:3) erzielte sie ihren ersten WM-Treffer und wirbelte die skandinavische Defensive gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen ein ums andere Mal kräftig durcheinander. Doch die Pleiten gegen Australien (0:2) und USA (0:1) machten ein Weiterkommen unmöglich.

Der Doppelpack von Orathai Srimanee *bescherte Thailand nicht nur die ersten Punkte bei der ersten WM-Teilnahme, sondern die 1,51 Meter große Angreiferin avancierte zugleich zur ersten Torschützin ihres Landes in der Frauen-WM-Geschichte. Begonnen beim Futsal hat sie nun endgültig den Durchbruch auf dem grünen Rasen geschafft und sich einen Platz in den Annalen des runden Leders verdient. Zwar kassierten die Asiatinnen gegen die Fussball-Großmächte Deutschland und Norwegen jeweils 0:4-Niederlagen, aber der 3:2-Erfolg gegen die Elfenbeinküste entschädigt zweifelsohne für vieles. Dass das Team am Ende nur wegen der schlechteren Tordifferenz knapp das Achtelfinale verpasste, dürfte womöglich ein wenig trösten.**


"Niemals geht man so ganz" - so lautet eine Textzeile eines deutschen Schlagers und dies kann man den acht abgereisten Teams nur zurufen. Macht's gut und auf ein Neues in Frankreich 2019!

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