FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019

7 Juni - 7 Juli

FIFA Women's World Cup France 2019

Geyoro: Von ganz unten nach ganz oben

© Getty Images
  • Grace Geyoro hat schlechte Erinnerungen an 2012 und die Krönung der französischen U-17-Auswahl
  • Trotz Niederlage blühte die Mittelfeldspielerin bei der U-20-WM wieder auf
  • Geyoro ist eine Hoffnungsträgerin für Frankreich 2019

Wir schreiben den 13. Oktober 2012. Frankreich gewinnt die FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft in Aserbaidschan im Elfmeterschießen gegen die DVR Korea. Eine Spielerin erlebte den Triumph ihrer Mannschaftskameradinnen in Baku jedoch tief traurig und frustriert: Grace Geyoro.

Sie hatte auch allen Grund dazu. Die junge Mittelfeldspielerin hatte im gesamten Turnier nicht eine Minute gespielt. Das nagte deutlich an ihr. Angeschlagen und voller Selbstzweifel kehrte sie nach Frankreich zurück. "Ich saß in einem Loch", vertraut sie **FIFA.com** an. Doch dank der Menschen in meinem Umfeld, meiner Mitspielerinnen und dem Stab in Clairefontaine habe ich mein Selbstvertrauen wiedergefunden und den Anschluss an das Spitzenniveau geschafft. Das gehört nun zu meiner Lebensgeschichte. Diese Episode hat mir geholfen, das Niveau zu erreichen, auf dem ich heute bin."

Vier Jahre später: Die Französinnen verlieren das Endspiel der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft in Papua-Neuguinea deutlich. Gegner beim 1:3 ist auch dort die DVR Korea. Trotzdem erklingt vom Schwimmbad des Mannschaftshotels der Bleuettes Gelächter, auch das von Geyoro. Während sich einige Spielerinnen hadernd in ihre Zimmer zurückgezogen haben, feiert eine kleine Gruppe in der Hitze des Südpazifiks die letzten Stunden des Zusammenseins.

"Wir hatten das Bedürfnis, Druck abzulassen", erklärt Geyoro die paradox erscheinende Freude. "Wir waren das gesamte Turnier über hoch konzentriert. Und trotz der Niederlage hatten wir uns ja nichts vorzuwerfen, denn wir hatten alles gegeben. Ich persönlich war gerade 19 geworden und hatte das Gefühl, noch viel vor mir zu haben", ergänzt sie.

"Bei dieser Weltmeisterschaft hat es 'Klick' gemacht. Auf einmal war mir klar, dass ich mich weiterentwickeln und so weit kommen wollte wie möglich." Auch Geyoros Verein Paris Saint-Germain reagierte auf die Tatsache, dass das einstige Talent eine Weltmeisterschaft als Stammspielerin bestritten hatte. Geyoros Vertrag wurde verlängert; ihr Stellenwert in der Mannschaft erhöhte sich.

Auch der Trainer von Frankreichs A-Nationalmannschaft hatte Geyoros Auftritte auf der anderen Seite der Welt aufmerksam verfolgt. Im Januar 2017 berief Olivier Echouafni die Mittelfeldspielerin erstmals in den Kreis der *Bleues*. Nach einer ersten Einwechslung beim 2:0-Sieg im Freundschaftsspiel gegen Südafrika stand Geyoro im nächsten Spiel gegen England, das Frankreich mit 2:1 gewann,von Anfang an auf dem Platz.

Einige Monate später gehörte Geyoro zu den wenigen Lichtblicken beim insgesamt glanzlosen Auftritt Frankreichs während der UEFA EURO der Frauen 2017. In diesem Turnier war nach einer 0:1-Niederlage im Viertelfinale gegen England Endstation – auch für Trainer Echoufani, der danach seinen Hut nahm.

Corinne Diacre übernahm seinen Posten Ende August. Sie machte sich an einen umfassenden Umbau der Mannschaft, rührte dabei aber aus gutem Grund nicht an der tragenden Säule namens Geyoro. "Als es kurz darauf hieß, ich stünde für die Zukunft der französischen Nationalmannschaft, war dies das größte Kompliment, das man mir machen konnte", verrät Geyoro strahlend. Der steile Aufstieg der ehemaligen besten Nachwuchsspielerin der D1 geht spätestens seit Camille Abilys Rücktritt aus der Nationalmannschaft rasant weiter.

Abily und Co. ist ein großer Titel versagt geblieben. Geyoros Generation, die sich ihre Sporen bereits im Nachwuchsbereich verdient hat, hofft, es besser zu machen – am liebsten natürlich schon mit dem Titel bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019. Nach der frustrierenden Erfahrung 2012 und der Finalniederlage 2016 will die Pariserin im eigenen Land endlich den Bann brechen.

Statistik
0 - Obwohl sie einen exzellenten Schuss hat, ist Grace Geyoro in 15 Länderspielen noch kein Tor für Frankreich gelungen. "In diesem Bereich will ich bis zur Weltmeisterschaft noch Fortschritte machen. Ich will entschlossener auftreten!", verspricht sie. Der Anfang scheint gemacht: Am Wochenende schoss sie ihre ersten beiden Tore für PSG und ihren Verein damit in die kommende Saison der UEFA Champions League der Frauen.

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