FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015

7. Juni - 7. Juli

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2015™

Kleine Wetten mit großen Folgen

Trine Ronning of Norway poses
© Getty Images

Man sollte grundsätzlich aufpassen, was man sagt – und dies umso mehr, wenn irgendwo ein Aufnahmegerät mitläuft! In den vergangenen vier Wochen hat FIFA.com zahlreiche Spielerinnen bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015™ vor dem Mikrofon gehabt und sich bei dieser Gelegenheit sorgfältig notiert, was diese im Falle eines Endspielsiegs zu tun bereit wären. Einige der vermeintlichen Wetten waren freilich komplett verrückt und ein Ding der Unmöglichkeit, andere jedoch originell, mutig und ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie viel ein Titel bei einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft bedeutet.

So hätte die Deutsche Simone Laudehr beispielsweise für ihren zweiten WM-Titel nach 2007 ohne zu zögern persönliche Grenzen überschritten. "Ich habe einer Freundin versprochen, dann einen Fallschirmsprung zu machen", sagte sie noch vor dem Halbfinal-Aus gegen die USA. "Dabei habe ich eigentlich große Höhenangst!"

Gleiche Phobie, gleicher Einsatz bei der Ecuadorianerin Denise Pesantes, die sich in dem Bewusstsein der geringen Titelchancen ihrer Mannschaft geradezu opferbereit zeigte. "Ich bin ängstlich und nicht schwindelfrei, aber ich wäre bereit, einen Bungee-Sprung zu machen!", erklärte die Mittelfeldspielerin. Einzige Bedingung: "Aber ich würde es mit der Fahne von Galapagos in der Hand tun!" So weit kam es für die erste WM-Spielerin des von Charles Darwin erforschten Archipels nicht, auch wenn sie und ihre Mannschaft nach 17 Gegentoren in drei Spielen durchaus eine Art Absturz erlebten…

Ein weiterer Klassiker: Sich den WM-Gewinn nicht nur rot im Kalender anstreichen sondern auch richtig unter die Haut gehen lassen. "An dem Tag, an dem ich Weltmeisterin werde, lasse ich mir die Trophäe tätowieren!", versicherte etwa die Französin Elodie Thomis. Dieses Unterfangen muss sie nach dem Viertelfinal-Aus gegen die deutsche Nationalmannschaft mit Laudehr (die sich ebenfalls mit zahlreichen Tattoos schmückt) nun um mindestens vier Jahre verschieben. "Ich muss meine Tätowierungen mal wieder auf den neuesten Stand bringen. Einige meiner Erfolge habe ich auf meinem Arm verewigt." Norwegens Spielführerin Trine Rönning hatte dasselbe vorgesehen: "Ich würde mir bestimmt ein neues Tattoo machen lassen", erklärte sie vor der Niederlage gegen England im Achtelfinale. "Und warum dann nicht den Pokal? Das wäre meine persönliche Belohnung."

Nicht ganz so sah es die Kamerunerin Gabrielle Onguéné, die mit den Unzähmbaren Löwinnen in der Vorrunde überraschte, ehe sie im Achtelfinale gegen das Team der VR China den Kürzeren zog. "Eine Weltmeisterschaft spielt man womöglich nur einmal im Leben. Der Titelgewinn ist entsprechend noch viel unwahrscheinlicher. Also müsste ich im Falle eines Falles etwas machen, was mich auf ewig daran erinnert", fand sie. "Damit es nicht nur in mein Gedächtnis eingraviert wäre sondern auch in meine Haut. Eigentlich bin ich überhaupt kein Fan von Tätowierungen, aber für einen WM-Sieg wäre ich bereit, meine Meinung zu ändern!"

Auch Lotta Schelin befasste sich mit dem Gedanken an eine unauslöschliche Inschrift. Allerdings nicht auf der Haut. Der Schwedin schwebte vielmehr ein Eintrag in den Geschichtsbüchern vor. "Wenn wir den Weltmeistertitel gewinnen, bekommen wir wohl auch die Goldmedaille vom Svenska Dagbladet", hoffte die Stürmerin. "Das ist eine nationale schwedische Auszeichnung für Personen, die Außergewöhnliches geleistet haben."

Die Kanadierin Christine Sinclair hingegen wäre bereit gewesen, sich selbst aus der Geschichte des Frauenfussballs in Kanada und auf der Welt zu löschen. "Ich würde im Tausch alle Tore hergeben, die ich je geschossen habe, und nie wieder welche schießen wollen!", versprach die Spielführerin des Gastgeberlands, die immerhin schon über 150 Länderspieltore (zwei davon im laufenden Turnier) erzielt hat.

Zu den Torschützinnen in Kanada 2015 zählt auch Maren Mjelde, die ebenfalls schon genau wusste, was sie im Falle eines WM-Siegs tun würde. "Also, ich würde nichts Superoriginelles machen wie mir die Haare abrasieren oder so", meinte sie. "Aber eine große Feier würde ich sicher schmeißen."

Das würden sicherlich auch Japan und die USA nach dem Endspiel am 5. Juli tun, doch die Amerikanerin Ali Krieger hat diesbezüglich ihre ganz eigenen Vorstellungen. "Ich würde ausgehen und mit meiner Familie und meinen besten Freunden feiern", sagt sie. "Und es auskosten, ohne dabei an Fussball zu denken: Nicht darauf achten, was ich esse, was ich trinke, wie viele Kalorien es hat. Ich würde mich einfach frei fühlen. In den vergangenen vier Jahren hatten wir jeden einzelnen Tag Druck. In der Vorbereitung auf dieses Turnier haben wir auf jedes noch so kleine Detail geachtet. Also würde ich im Fall eines Sieges einfach all diese Opfer vergessen und endlich mal wieder durchatmen!"

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