FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™

7. Juni - 7. Juli

FIFA Frauen-WM 2019™

Titelverteidigung dank Jugend und Erfahrung

Julie Ertz and Crystal Dunn of the USA celebrate winning the FIFA Women's World Cup France 2019™
© FIFA via Getty Images
  • WM-Titelgewinn mit einem perfekt ausgewogenen Team voller Talente
  • Rapinoe: "Meine bisher beste WM"
  • Ertz nach emotionaler Entwicklung tief berührt

Von Erin Fish, Teamreporterin USA

Nach dem Spiel und den Jubelfeiern wurde Julie Ertz von ihren Emotionen eingeholt. Sie sank auf die Knie, als ihr noch einmal durch den Kopf ging, was sie und ihre Teamkameradinnen gerade geschafft hatten und welch langen Weg sie zurücklegen mussten, bis es so weit war.

Die USA haben zum zweiten Mal in Folge den Weltmeistertitel geholt – ein unglaublicher Erfolg, wie ihn nur sehr wenige Spielerinnen in ihrem Leben erreichen.

Doch dieser Kader war nicht mehr der gleiche wie 2015. Nur zwölf Spielerinnen des aktuellen Kaders gehörten bereits 2015 zum Weltmeisterteam.

Die USA besiegten die Niederlande am Samstag nach einem harten Kampf mit 2:0, wobei sich beide Teams nichts schenkten. Die Stars and Stripes hatten das bessere Ende für sich und bekamen die Oberhand, nachdem Spielführerin Megan Rapinoe mit einem verwandelten Elfmeter in der 61. Minute die Führung besorgt hatte. Damit wurde die 34-Jährige zur ältesten Torschützin in einem Finale der FIFA Frauen-WM™.

In der 69. Minute war es dann die 24-jährige Rose Lavelle, die nach einer schönen Einzelleistung auf 2:0 erhöhte und den Amerikanerinnen damit mehr Sicherheit schenkte. Dass eine der ältesten und eine der jüngsten Spielerinnen die beiden Treffer erzielten, ist symptomatisch für die dynamische Ausgewogenheit des Kaders.

Rapinoe sagte, der Gewinn dieser WM sei anders und bedeute ihr mehr, da sie nun zu den erfahrensten Kräften im Team gehört und eine der Spielführerinnen ist.

"Das Tüpfelchen auf dem I war allerdings, dass die kleine Rose [Lavelle] heute getroffen hat. Sie hat ein fantastisches Turnier gespielt", so Rapinoe. "Aber eigentlich hat bei diesem Turnier alles gepasst, beispielsweise dass Ali Krieger reinkam und im WM-Finale spielte, nachdem sie dem Team fast zwei Jahre lang gefehlt hatte, der Jubel von Christen Press, das Tor von Rose, der von Alyssa Naeher gehaltene Elfmeter... Es ist einfach unglaublich, mir fehlen die Worte."

Vom ersten Tag an wurde von der Dynamik der Gruppe und von der gelungenen Mischung aus erfahrenen Veteraninnen und aufstrebenden jungen Spielerinnen geschwärmt. Das Team verfügt gleichermaßen über Erfahrung und Frische. Und selbstverständlich halten alle Akteurinnen die Kultur des Teams am Leben, die von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Damit ist der unbedingte Siegeswille gemeint, der den Spielerinnen bereits von Beginn an in den Nachwuchs-Trainingslagern eingeimpft wird. Es geht um Kampfgeist, um Konkurrenz und darum, sich gegenseitig zu Höchstleistungen anzustacheln. Ab dem Moment, in dem das Team in Frankreich landete, zählte nur noch der Erfolg. Und das bedeutete, den vierten Stern zu holen. Alles andere wäre ein Misserfolg gewesen.

Zwischen der WM in Kanada und der in Frankreich lief es für die Stars and Stripes nicht immer rund. Bei den Olympischen Spielen 2016 wurde das Team im Viertelfinale von Schweden besiegt. Das nahm Trainerin Jill Ellis zum Anlass einen taktischen Umbau einzuleiten. Danach musste sich das Team allerdings erst wieder neu finden.

Drei Jahre später ist die Erneuerung erfolgreich abgeschlossen. Und Ertz ließ mitten im Stadion von Lyon auf den Knien all das Revue passieren und genoss den Moment des Erfolgs in vollen Zügen.

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