FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015

6 Juni - 5 Juli

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2015™

Jubel und Enttäuschung bei Erfolgen der Spitzenteams

© Getty Images

*TAGESRÜCKBLICK *– Am Ende siegten die zwei ganz Großen, doch der erste Viertelfinal-Spieltag bei Kanada 2015 war an Spannung kaum zu überbieten. Deutschland kam erst spät durch einen Elfmeter zum Ausgleich, nachdem die Französinnen das Spiel über weite Strecken dominiert hatten. Am Ende hielt Torhüterin Nadine Angerer den letzten gegnerischen Elfmeter und bescherte den Deutschen damit den Halbfinaleinzug. Gegner werden nach einem hart erkämpften Sieg gegen China VR die USA sein, die damit auch weiterhin bei jeder Turnierauflage mindestens das Halbfinale erreicht haben.

Die Ergebnisse*
Viertelfinale
*Deutschland – Frankreich 1:1 (5:4 n.E.)
China VR – USA 0:1

Das Tor des Tages
China VR– USA 0:1, Carli Lloyd (51.)
*Auf Carli Lloyd können die *Stars and Stripes
immer zählen. Wie schon so oft in großen Partien erzielte sie auch dieses Mal einen enorm wichtigen Treffer. Julie Johnston brachte eine Flanke herein, die Lloyd mit einem kraftvollen Kopfball wie aus dem Lehrbuch verwertete. So konnte Lloyd in ihrem 200. Länderspiel auch noch das spielentscheidende Tor bejubeln.

Besondere Momente
*Fehlende Gefährtinnen
*Immer wieder bei diesem Turnier erinnern Spielerinnen an fehlende Teamkameradinnen. Auf den Kopfhörern von Anja Mittag war ein Bild von Fatmire Alushi zu sehen, die ihre Teilnahme in letzter Minute absagte, nachdem sie von ihrer Schwangerschaft erfahren hatte. Auch Kim Kulig, einer der Stars von Deutschland 2011, war in Montreal als Expertin für das deutsche Fernsehen vor Ort. Vielleicht brachte Kulig ja das entscheidende Quäntchen Glück, das den Deutschen vor vier Jahren im Viertelfinale fehlte, als sie als Gastgeber entgegen dem Spielverlauf gegen Japan unterlagen. Kulig selbst hatte sich damals in Wolfsburg in der Partie eine ernste Knieverletzung zugezogen.

Zurück in die Zukunft*
*16 Jahre nach dem unvergesslichen Finale von 1999 trafen die USA und China erstmals wieder bei einer FIFA Frauen-WM aufeinander. Die Partie vor einer Rekordkulisse am Ende des vergangenen Jahrhunderts blieb torlos. Im anschließenden Elfmeterschießen setzten sich die USA durch. Mehr als eine Halbzeit lang sah es so aus, als würde sich die damalige Torflaute auch in dieser Partie fortsetzen. Dann aber gelang Carli Lloyd sechs Minuten nach der Pause mit einem kraftvollen Kopfball der entscheidende Treffer. Zwar waren es diesmal nicht wie damals in der Rose Bowl von Pasadena mehr als 90.000 Zuschauer, doch auch in Ottawa konnten Stars and Stripes auf großartige Unterstützung von den Rängen zählen, und auch das chinesische Fanlager war unter den 24.141 Zuschauern stark vertreten. Einige Schlüsselspielerinnen von 1999 waren nach Kanada gekommen und trafen hier die damalige Elfmeterkönigin Brandi Chastain, die aus dem Foyer ein Bild mit zahlreichen Familienmitgliedern twitterte. Der damalige U.S.-Trainer Tony DiCicco kommentierte unterdessen die Partie für das amerikanische Fernsehen.

Ein teurer Moment*
*Der Ausgleich für Deutschland nur sechs Minuten vor Schluss kam Frankreich in mehrfacher Hinsicht teuer zu stehen. Celia Sasic erzwang mit ihrem sicher verwandelten Elfmeter die Verlängerung, nach der sich die Deutschen im Elfmeterschießen durchsetzten. Zudem baute die DFB-Auswahl damit ihre ungeschlagene Serie gegen europäische Gegner bei WM-Endrunden auf neun Partien aus. Noch bitterer wird dieser Moment für Les Bleues wohl dadurch, dass alle vier Teams, die Deutschland je in einem K.o.-Spiel bei einer FIFA Frauen-WM besiegen konnten, am Ende auch den Titel holten.

*Beliebtes Paar
*Megan Rapinoe und Lauren Holiday gehören zu den beliebtesten Spielerinnen im U.S.-Kader. Beide waren gesperrt, trugen aber dennoch nach Kräften zum Erfolg ihres Teams bei. Während der Aufwärmphase munterten sie ihre Kameradinnen immer wieder auf. Und als sie während der Partie auf dem Großbildschirm im Stadion zu sehen waren, gab es einen großen Jubelsturm auf den Tribünen.

Die Zahl des Tages
13
– Die USA haben bei FIFA Frauen-Weltmeisterschaften noch nie gegen einen asiatischen Gegner verloren. Mittlerweile gab es 13 solcher Duelle.

Das Zitat
"Wenn man mehr Ballbesitz hat, bedeutet das noch lange nicht, dass man auch gewinnt. Wir haben zwar taktisch eine großartige Leistung gezeigt, aber schlicht und einfach zu viele Chancen verpasst. Ich hasse Niederlagen und es tut mir sehr leid für die Spielerinnen."
Philippe Bergeroo (Trainer, Frankreich)

So geht es weiter
*Samstag, 27. Juni (Alle Zeitangaben in Ortszeit)
*Australien – Japan (Commonwealth Stadium, Edmonton, 14:00 Uhr)
England – Kanada (BC Place, Vancouver, 16:30 Uhr)

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