FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011 ™

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Japans Medien feiern Rückkehr ihrer Heldinnen

Japan women's football team attend a press conference as the Women's World Cup winners return home
© Getty Images

Der japanische Erfolg bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011*™ *glich in jeder Hinsicht einem Sommermärchen. Die von Norio Sasaki betreute japanische Auswahl war bislang nur einmal über die Gruppenphase einer WM hinausgekommen (1995 in Schweden) und startete fast unbemerkt in das WM-Turnier in Deutschland. Dafür wurde der neue Weltmeister bei seiner Rückkehr umso triumphaler in Empfang genommen.

"Wir wähnen uns in einem Film" titelte die Zeitung "Sports Nippon". Dabei hatte kaum einer die Japanerinnen bei dieser WM ernsthaft auf der Rechnung gehabt. Schließlich hatten sie bislang nicht einmal die Asienmeisterschaft gewonnen. Da kommt es wenig überraschend, dass über 400 Fans und 260 Journalisten den von Homare Sawa angeführten japanischen Fussballfrauen einen triumphalen Empfang am Tokioter Narita-Flughafen bereiteten.

Neue Kraft für Japan
In dem Artikel "Die triumphale Rückkehr der Nadeshiko" beleuchtete das Blatt "Mainichi Shimbun" die bewegende Atmosphäre: "Hunderte von Fans, darunter viele mit dem blauen Trikot der Nationalmannschaft, und ein gewaltiger Medientross warteten am Narita-Flughafen, um den Spielerinnen, die sich im Ankunftsbereich den Weg durch das Blitzlichtgewitter bahnen mussten, einen würdigen Empfang zu bereiten."

Der unerwartete Triumph der Mannschaft bereitete einem ganzen Land vier Monate nach der verheerenden Erdbeben- und Tsunamikatastrophe, die 20.000 Tote und Vermisste forderte, einen unerwarteten Moment der Freude. Der Artikel weiter: "Der japanische WM-Sieg ist einer der größten sportlichen Erfolge und hat Japan nach dem Erdbeben und Tsunami im Nordosten des Landes neue Kraft gegeben."

Eine der größten Tageszeitungen des Landes, die "Asahi Shimbun", teilte die Freude der Fans und titelte: "Japan kann dank des WM-Triumphes wieder feiern". Der 22-jährige Fan Toru Komatsu wurde in diesem Artikel mit folgenden Worten zitiert: "Das ist die Chance, die nukleare Katastrophe und alles andere einmal in den Hintergrund rücken zu lassen und zusammen zu feiern."

Niemals aufgeben
Auf dem Weg zum Titel verzauberte Japan die Fussballwelt mit seinem schnellen Passspiel und den starken Einzelleistungen. Genauso entscheidend war aber auch der ungebrochene Kampfgeist der Mannschaft. Dies gilt insbesondere für das Endspiel, als die Japanerinnen zwei Mal einen Rückstand egalisierten und ein 2:2-Unentschieden nach Verlängerung erkämpften, bevor sie sich im Elfmeterschießen schließlich mit 3:1 durchsetzten.

"Sie lehren uns, niemals aufzugeben" titelte "Yomiuri Shimbun", während "Asahi Shimbun" mit der Schlagzeile "Sie haben uns Mut gemacht" aufwartete.

Auch der japanische Ministerpräsident Naoto Kan zeigte sich von der Leistung der japanischen Auswahl beeindruckt. "Die Japanerinnen haben sich in einem umkämpften Spiel gegen die größeren [amerikanischen] Spielerinnen durchgesetzt. Ihr unbändiger Siegeswille, den sie trotz des Rückstandes an den Tag gelegt haben, sollte jedem als Ermutigung dienen," so der 64-Jährige gegenüber des Tageszeitung "Mainichi Shimbun". "Sie haben zudem die Einstellung des japanischen Volkes nach außen getragen. Als Ministerpräsident und Bürger Japans spreche ich dieser Mannschaft meinen herzlichen Dank aus."

Lob von allen Seiten
Japans Triumph wird aber auch auf dem restlichen Kontinent gewürdigt. Der Vize-Präsident des AFC, Zhang Jilong, äußerte sich auf der Website des Verbandes folgendermaßen: "Das ist ein fantastischer Tag für den asiatischen Fussball. Die Nadeshiko haben uns alle sehr stolz gemacht. Sie haben uns gezeigt, was möglich ist, wenn man entschlossen zu Werke geht und Durchhaltevermögen beweist."

Zur Bedeutung des japanischen Erfolgs schrieb ein Journalist der Singapurer Zeitung "Lianhe Zaobao": "Der Sieg der japanischen Fussballfrauen wird Japan noch lange in Erinnerung bleiben und den Menschen den nötigen Mut geben, ihr Leben wieder in geordnete Bahnen zu lenken."

Li Xiaopeng, Trainer der chinesischen Mannschaft, die 1999 in den USA noch den zweiten Platz belegte, sieht die Japanerinnen sogar als Vorbild für seine Mannschaft. "Wir müssen die Tatsache anerkennen, dass die Japanerinnen durch den Gewinn der WM zu den besten Mannschaften der Welt gehören", so der Trainer gegenüber der "China News Agency". "Sie haben sich über die Jahre zu einer reifen und erfahrenen Mannschaft entwickelt. Sie haben kaum Fehler gemacht und als Mannschaft gut zusammengespielt. Wir können auf individueller Ebene zwar mithalten, müssen aber unser Spielverständnis verbessern."

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